Erstes Album mit 19 Jahren

Vom Heimatstudio zum Debüt: Luca Heil veröffentlicht "Sighs of Gregory"

Luca Heil aus Eichenzell-Rothemann (Kreis Fulda) erfüllt sich einen Traum, den wohl viele junge Menschen teilen. Mit 19 Jahren veröffentlicht der aus Schlitz stammende Künstler unter dem Pseudonym Charles Westwood sein Debütalbum "Sighs of Gregory".
Fotos: Privat

03.07.2026 / EICHENZELL - Luca Heil aus Eichenzell-Rothemann (Kreis Fulda) erfüllt sich einen Traum, den wohl viele junge Menschen teilen. Mit 19 Jahren veröffentlicht der aus Schlitz stammende Künstler unter dem Pseudonym Charles Westwood sein Debütalbum "Sighs of Gregory". Dabei arbeitete er unter anderem mit erfahrenen Musikern zusammen. Im Interview mit OSTHESSEN|NEWS spricht der Künstler über seine persönlichen Erfahrungen und gibt einen Einblick in seine Zukunftspläne.



Mit zehn Jahren begann Heils Musikkarriere am Klavier. In den darauffolgenden Jahren nahm er zahlreiche Unterrichtsstunden und lernte so Orgel, Gitarre, Bass, Schlagzeug und viele weitere Instrumente. Unter anderem Künstlernamen produzierte der Schlitzer vor einigen Jahren eine EP mit sechs Songs. Im Jahr 2024 begann schließlich die Arbeit an seinem ersten Album "Sighs of Gregory".

Die erste eigene Wohnung wird zum Aufnahmestudio

Vor vier Jahren zog Heil von zu Hause aus. In Rothemann baute er seine Wohnung in ein kleines Aufnahmestudio um. Während der Corona-Pandemie begann er 2020, Musik zu produzieren und aufzunehmen. "Ich fand es schon immer total faszinierend", so Heil. Unter einem anderen Künstlernamen veröffentlichte der Schlitzer dann eine EP. "Das war aber zu elektronisch", schmunzelt der 19-Jährige. Bereits während der Produktion dachte er an sein nächstes Projekt. "Ich wollte etwas Größeres und akustischeres machen." Nicht zuletzt aufgrund der positiven Resonanz aus seinem Umfeld. So begann Heil schließlich 2024, an seinem ersten Album "Sighs of Gregory" zu arbeiten. Inspiration fand der junge Künstler unter anderem bei der Indie-Folk-Rockband Mumford & Sons.

Debütalbum, das zum Nachdenken anregt

Mit seinem Album wollte sich der Künstler von der Masse abheben. Statt einzelne Songs für Playlists wollte er die Zuhörer zum Nachdenken anregen. "Ich bin fasziniert von einem Album, das nicht nur als Playlist funktioniert", erklärt der Künstler. Nach eigenen Angaben erzählt er in seinen Songs von einer Sicht auf die Welt, die er gerne hätte. In einzelnen Songs thematisiert er allerdings auch ernste und traurige Themen. So sei die zweite Hälfte des Albums sehr emotional. In "Trisoul" und "life in motion." verarbeitet er beispielsweise den Verlust seines Vaters. Das Genre seines Albums ist dem Genre Folk-Rock zuzuordnen, einem in den USA und Großbritannien entstandenen Genre, das traditionelle akustische Folkmusik mit dem elektrischen Sound der Rockmusik verbindet.

Prominenter Gastpart auf dem Album

Für das Album arbeitete Heil mit namhaften Musikern zusammen. Auf "Trisoul" spielte Tim Neuhaus, Schlagzeuger des deutschen Sängers Clueso, das Schlagzeug ein. Heil lernte den Drummer über einen Dozenten kennen, bei dem er 2023 an einem Pop- und Jazz-Kurs teilnahm. "Ich habe die Drums selbst aufgenommen, das hat aber nur so mäßig funktioniert", freut sich der 19-Jährige über die Zusammenarbeit.

Mastering mit dem Experten Hawkes

Auch das Mastering übernahm ein bekannter Name in der Musikszene. Stuart Hawkes masterte unter anderem Alben des englischen Sängers Ed Sheeran und war am Remaster von "Back to Black" von Amy Winehouse. "In das Album ist so viel Aufwand geflossen, da wollte ich, dass alles auf einem hohen Level gemastert wird", erklärt Heil. Dafür flog er extra mit seiner Schwester, die ihn damals zur Musik gebracht hat und die ihn über die Jahre unterstützte, nach London. "Es ist wirklich faszinierend gewesen, dort gewesen zu sein und zu sehen, wie die Leute arbeiten." Besonders von der großen Aufnahmebox, in der die Künstler die Songs aufnehmen, war der 19-Jährige begeistert. "Man hört in den Boxen wirklich alles. Da hatte ich schon etwas Angst, dass es sich so anhört, wie es sollte", gesteht Heil. An Album Nummer zwei wird aktuell noch gearbeitet, dazu schweigt Heil aber noch. In der Zukunft möchte er mehr vor Publikum spielen und mit seiner Musik große Räume füllen.

Work in Progress – Wie schreibt Heil seine Songs?

Statt sich ein Thema auszusuchen und darüber einen Song zu schreiben, textet Heil einfach drauf los. So entstanden in kurzer Zeit für das Album etwa 60 Songs, die der Künstler im Verlauf immer wieder austauschte. "Es war eher ein undefinierbarer Prozess", erklärt er. Das beste Beispiel sei der Albumname "Sighs of Gregory" sowie sein Künstlername "Charles Westwood". Sighs bedeutet übersetzt Seufzer, Gregory ist aus dem Altgriechischen Gregorios abgeleitet und bedeutet "wachsam". So wurde aus dem Arbeitstitel schließlich der Name seiner ersten Veröffentlichung. "Der Titel ist mir beim Spazierengehen eingefallen. Einen tiefgehenden Sinn hat er aber nicht", erklärt Heil. Mit Charles Westwood wollte der 19-Jährige einen Namen, der zur Musik passt und auch international funktioniert.

Seit dem 19. Juni ist das Album auf sämtlichen Streamingplattformen erhältlich. Ein CD-Release ist noch in Planung, ebenso wie Live-Auftritte im Frühjahr. Für mehr Information können Interessierte auf der Website des Künstlers unter https://charleswestwood.com/ nachlesen. (Justin Klenner) +++





X