Kita "Rhönwichtel" gewinnt Handwerkspreis

Handwerker von morgen: Waldkita "Rhönwichtel" begeistert Jury

Die Waldkita "Rhönwichtel" konnte Hessens Landessieg im Handwerks-Wettbewerb einfahren.
Fotos: Justin Klenner

25.06.2026 / HOFBIEBER - Einmal selbst etwas mit den eigenen Händen erschaffen: Der bundesweite Kita-Wettbewerb des Handwerks "Kleine Hände, große Zukunft" machte auch in diesem Jahr das Handwerk für Kinder erlebbar. Bei der mittlerweile 13. Auflage konnte sich der Waldkindergarten "Rhönwichtel" aus Hofbieber (Kreis Fulda) gegen insgesamt 370 Kitas aus Deutschland als Hessens Landessieger durchsetzen. Dabei erhielten sie neben einer Gewinnerplakette auch 500 Euro für eine neue Werkbank.



"Der Wettbewerb fügt sich nahtlos in das Sommermärchen Hessentag ein", freute sich Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer über den Landessieg. Im Rahmen des Wettbewerbs besuchten 25 Kinder die Schreinerei Schramm aus Petersberg, schauten den Mitarbeitern über die Schultern und packten selbst fleißig mit an. Gemeinsam bastelten sie eigene Frühstücksbretter und restaurierten das Kitaschild an der Hauptstraße.

Kinder werden zu Handwerkern von morgen

"Die Kinder waren total begeistert von den Menschen, die in der Schreinerei gearbeitet haben, und den vielen Maschinen", freute sich Kindergärtnerin Christa Giebenhain. Während ihres Besuchs bedienten sie unter Aufsicht eines Mitarbeiters einige der Maschinen. So bohrten sie Löcher in ihr Frühstücksbrett, schliffen scharfkantige Kanten ab und assistierten bei der Bedienung eines Brennpeters. In insgesamt sechs Wochen bauten die Kinder so nicht nur Frühstücksbretter und restaurierten das Kitaschild, sondern sie erstellten auch ein Plakat für den Wettbewerb. Dabei malten sie die vielen verschiedenen Maschinen und ihre Arbeitsprozesse. "Die Kinder hatten aber total viel Spaß", so Giebenhain.

Talente müssen früher gefördert werden

"Wir müssen den Kindern etwas mehr zutrauen", wünschte sich Krämer. In den Waldkitas in Hessen lernen die Kinder bereits früh den Umgang mit Werkzeugen und bauen eine Verbindung zur Natur auf. "Sie fassen sehr viel an und entdecken alles mit den Händen", sagte der Kreishandwerksmeister. Durch die erlangten handwerklichen Fähigkeiten und Wettbewerbe wie "Kleine Hände, große Zukunft" können Talente bereits frühzeitig entdeckt und gefördert werden. Zudem wird den Kindern dadurch der Einstieg in das Berufsleben potenziell erleichtert. "Man kann nicht früh genug damit anfangen, Talentförderung zu betreiben", betonte Krämer und forderte ein Umdenken in der Ausbildung.

Umdenken in schulische Ausbildung - Praxisnäher

In den vergangenen Jahren wurde vermehrt rein theoretisches Wissen vermittelt. Dabei sei die Praxis zunehmend vernachlässigt worden, was sich immer mehr bei den angehenden Auszubildenden bemerkbar mache. "Wenn du jungen Menschen zwei Materialien hinlegst, sind die total überfordert. Es ist wichtig, dass wir die Praxis in die schulische Ausbildung zurückführen", hob Krämer hervor. Wettbewerbe wie "Kleine Hände, große Zukunft" seien dabei ein wichtiger Schritt.

Eigenständiges Arbeiten stärkt Selbstvertrauen

Thilo und Eva von der Schreinerei Schramm freuten sich über die Eigenständigkeit der Kinder. "Ich bin begeistert, wie viele Kinder bereits etwas alleine machen können", so die beiden. Während der Arbeiten stand zwar immer ein Erwachsener dabei, doch erledigten die Kinder die meisten Aufgaben selbstständig. "Für uns ist das tagtägliche Arbeit. Die Kinder werden dadurch aber motiviert und gewinnen Selbstvertrauen", freute sich Eva Schramm. Mit ihrem Plakat setzten sie sich gegen 370 Kitas aus ganz Deutschland durch und krönten sich zum Hessens Landessieger. Mit dem Gewinn erhielten sie eine Siegerplakette und 500 Euro. Mit dem Geld möchten die Verantwortlichen eine neue Werkbank für die Kinder anschaffen. (Justin Klenner) +++

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