Ferien zum Greifen nah

Büffeln am Siedepunkt: So gehen Schulen mit der Hitzewelle um

Schulbankdrücken bei den Temperaturen? OSTHESSEN|NEWS hat sich bei den Schulen umgehört.
Symbolbild: O|N/Charlie Rolff

25.06.2026 / FULDA - Kurz vor den Sommerferien hält eine Hitzewelle die Region fest im Griff - für viele Schulen eine Belastungsprobe. Manche Einrichtungen versuchen, mit Schattenplätzen, Raumwechseln oder zusätzlichen Trinkpausen gegenzusteuern, andere profitieren von klimatisierten Gebäuden. Ist bei diesen Temperaturen nicht längst Zeit für Hitzefrei? OSTHESSEN|NEWS hat sich umgehört.



Harald Persch, stellvertretender Amtsleiter des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Fulda stellt zunächst heraus: "Unterricht bei großer Hitze ist durch das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen in einem Erlass geregelt."

Die allgemeinbildende Schule entscheidet selbst, ob der Unterricht frühzeitig beendet wird. "In den Fällen, in denen Schülerinnen und Schüler nicht nach dem vorzeitig beendeten Unterricht nach Hause geschickt werden können, insbesondere an Schulen mit Ganztagsangeboten (Profile 1 oder 2), an Ganztagsschulen (Profil 3) sowie an Schulen mit verlässlichen Öffnungszeiten, werden geeignete Beschäftigungs-, Betreuungs- oder Aufenthaltsmöglichkeiten bis zum Ende der regulären Unterrichtszeit vorgehalten."

Daneben werden beispielhaft empfohlen, so Persch:

• "Für ausreichend Trinkpausen sorgen und Schülerinnen und Schüler regelmäßig zum Trinken anhalten,

• Klassenräume in den kühleren Morgenstunden lüften und anschließend, sofern vorhanden, durch Rollos oder Jalousien verschatten,

• körperlich anstrengende Aktivitäten möglichst reduzieren oder in schattige Bereiche verlegen,

• Aufenthalte in der direkten Sonne möglichst vermeiden,

• bei Aktivitäten im Freien auf ausreichend Wasser, Kopfbedeckungen und Schattenmöglichkeiten achten,

• besonders hitzeempfindliche Kinder und Jugendliche im Blick behalten."

Hitzefrei: Winfriedschule stimmt sich mit anderen Gymnasien ab

Die Winfriedschule orientiert sich bei der Entscheidung über Hitzefrei an klaren rechtlichen Vorgaben. Schulleiter André Müller: "Wir stehen im engen Austausch mit der Freiherr‑von‑Stein‑Schule sowie der Rabanus‑Maurus‑Schule - schließlich handelt es sich um vergleichbare Schulformen. Die Abstimmung untereinander funktioniert dabei gut." Die Entscheidung, ob es Hitzefrei gibt, werde täglich neu getroffen, doch der Trend dieser Woche sei eindeutig. Nach der fünften Stunde dürfen dann die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 bis 10 nach Hause gehen. Die Oberstufe hingegen ist von dieser Regelung ausgenommen.

Bildungsunternehmen Dr. Jordan setzt auf Klimaanlagen

Direktor Franco Gargano vom Bildungsunternehmen Dr. Jordan erklärt auf OSTHESSEN|NEWS-Nachfrage: "Bei uns gibt es tatsächlich kein Hitzefrei, ganz einfach aus dem Grund, dass unser gesamtes Schulgebäude klimatisiert ist." So ermöglicht die Privatschule mitten in der Fuldaer Innenstadt das Lernen unter angenehmen Bedingungen trotz Hitze.

Flexible Lösungen an der Richard-Müller-Schule

"An unserer Schule haben wir in der vergangenen Woche viele Schülerinnen und Schüler bereits entlassen, die ihren Schulabschluss erreicht haben", sagt Jörg Demuth, Schulleiter der Richard-Müller-Schule in Fulda. Zum Vorgehen an der kaufmännischen Schule heißt es weiter: "Damit haben wir die Möglichkeit, in Räume auf der Schattenseite des Gebäudes zu wechseln, so dass wir weiterhin ein gutes Unterrichtsangebot vorhalten können." Dies sei bereits vorausschauend so umgesetzt worden. "Teilweise nutzen Klassen auch die Möglichkeiten, sich an beschatteten Plätzen auf dem Schulgelände aufzuhalten und zu lernen. Regelungen zum vorzeitigen Beenden des Unterrichts sind nur für allgemeinbildende Schulen vorgesehen." (mkr) +++

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