Spagat zwischen Geschichte und Moderne

Hessischer Denkmalschutzpreis: Saalbau des Fuldaer Hofs ist nominiert

Als Team-Projekt konnte der Saalbau des Fuldaer Hofs - Bauherr Björn Helfrich (zweiter von links) freut sich über die Nominierung
Fotos: Rene Kunze

25.06.2026 / FULDA - Osthessen steckt voller kleiner kultureller Perlen, die oft von außen gar nicht so sichtbar sind, wie sie es eigentlich sein sollten. Um genau diese Objekte zu würdigen, arbeitet das Hessische Landesamt für Denkmalpflege aus genau diesem Grund schon seit 40 Jahren mit LOTTO Hessen zusammen und vergibt seit 1986 den Denkmalschutzpreis an besondere historische Sehenswürdigkeiten. Mit dabei war in diesem Jahr auch der Saalbau des Fuldaer Hofs in Fulda-Maberzell mit seinem beeindruckenden Ambiente.


Durch die enge Zusammenarbeit mit LOTTO kommen Teile der Reinerlöse aus Lotterien wie dem Eurojackpot oder auch Rubbellosen der Gemeinschaft zugute, unter anderem auch dem Denkmalschutz. Seit 1986 wurden 280 Objekte in ganz Hessen ausgezeichnet und über 117 Millionen Euro aus Rubellosen für den Denkmalschutz bereitgestellt. Der Gewinner des Denkmalschutzpreises erhält 25.000 Euro.

Art déco und ländlicher Charme treffen auf moderne Elemente

Weit vor Beginn der Umbau-Arbeiten stand vor allem eine zentrale Frage im Raum: "Was braucht es, um einen vergessenen Ort wieder zu einem Ort der Gemeinschaft zu machen und nebenbei den Spagat zwischen Denkmalschutz und zeitgemäßen Nutzungsanforderungen zu schaffen?" Dieser Aufgabe stellte sich Architekt Johannes Wehner und gleich zu Beginn wurde klar: "Dieser Raum hat einfach eine gewisse Aura", erzählte Wehner und setzte sich das Ziel: "Wir müssen es schaffen, diesen Raum den Menschen zugänglich zu machen." OSTHESSEN|NEWS berichtete schon zu Beginn der Bauarbeiten.

Aber auch Bauherr und Inhaber des Fuldaer Hofs, Björn Helfrich, war von vornherein klar, dass aus diesem Objekt etwas werden muss. "Ich hatte mich sofort in diesen Saal verliebt und er hat schon immer seinen gewissen Charme gehabt", erklärte Helfrich. Mit zahlreichen Sitzplätzen bietet der Raum mit einem unverwechselbaren Charme nun 130 bis 150 Gästen Platz. Durch die gute Zusammenarbeit mit Handwerkern und Behörden hat der Saalbau nichts von seinem ursprünglichen Charme mit den Deckenmalereien und insbesondere den zwei markanten Tänzerinnen oberhalb der Bühne verloren. Moderner, besser klimatisiert und optimal schallgeschützt wurde der Ort für die Gäste in der heutigen Zeit hergerichtet und erfreut sich seit jeher großer Beliebtheit.

Die Jury des Denkmalschutzpreises zeigte sich beeindruckt

Schon während des kurzen Vortrags wurde klar, dass der Saal viel mehr als nur ein Veranstaltungsort ist, sondern ein echtes Stück Geschichte - das wurde auch bei den spannenden Gesprächen im Nachgang deutlich, die die Jury mit Architekt Johannes Wehner führte. Der wirklich beeindruckende Kompromiss zwischen Denkmalschutz und Moderne ist definitiv gelungen. Allein, dass der Fudlaer Hof damit in die engere Auswahl des Wettbewerbs gekommen ist, spricht für sich, genau wie auch der Saal für sich selbst spricht. "Das Projekt zeigt beispielhaft, wie durch engagiertes privates Handeln ein außergewöhnlich bedeutender, lange verborgener Raum wieder in das kulturelle Leben zurückgeführt werden kann", betonte das Landesamt für Denkmalpflege Hessen.

Auch der Außenbereich mit einem tollen Ausblick in die Natur der Region kann sich sehen lassen und auch wenn das ganze Vorhaben für die Beteiligten ein finanzielles Risiko war, kann sich das Ergebnis sehen lassen und ist somit zurecht für den Denkmalschutzpreis nominiert - ob sich das Gebäude bei der starken Konkurrenz durchsetzen kann, bleibt zunächst allerdings noch abzuwarten. (pg) +++

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