Gute Nachrichten aus der Medizin

Frühe Impfung gegen HPV besiegt Gebärmutterhalskrebs

Eine frühzeitige Impfung gegen HPV verhindert Gebärmutterhalskrebs
Symbolbilder: pixabay

22.06.2026 / REGION - Besonders erfreuliche Nachrichten sorgen derzeit in der medizinischen Fachwelt für Aufmerksamkeit: Junge Frauen, die im Alter von 12 bis 13 Jahren gegen das Humane Papillomavirus (HPV) geimpft wurden, erkranken nahezu nicht mehr an Gebärmutterhalskrebs.



Wie eine kürzlich im renommierten Fachjournal The Lancet veröffentlichte Studie von Professor Peter Sasieni, Milena Falcaro und Kollegen von der Queen Mary University of London zeigt, hat die HPV-Impfung im Vereinigten Königreich einen bemerkenswerten Einfluss auf die Sterblichkeit durch Gebärmutterhalskrebs. Die Forschenden analysierten Todesfälle infolge HPV-assoziierter Krebserkrankungen und konnten nachweisen, dass in der Gruppe der jungen Frauen, die bereits im frühen Jugendalter geimpft worden waren, keine Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs mehr auftraten.

Während im Zeitraum von 2000 bis 2004 noch 25 Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren an Gebärmutterhalskrebs starben und zwischen 2010 und 2014 27 Todesfälle verzeichnet werden mussten, wurde im Zeitraum von 2020 bis 2024 kein einziger Todesfall in dieser Altersgruppe registriert. Nach Einschätzung der Forschenden stützen diese Ergebnisse die Bemühungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Gebärmutterhalskrebs durch umfassende HPV-Impfprogramme langfristig zu besiegen.

"Es ist unglaublich zu sehen, dass eine einzige Impfung eine bestimmte Krebsart nahezu zum Verschwinden bringen kann", wird Studienleiter Peter Sasieni von der BBC zitiert.

Das Humane Papillomavirus ist für rund 99 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. HPV wird vor allem durch engen körperlichen Kontakt und sexuelle Kontakte übertragen. Die Infektion verläuft häufig ohne erkennbare Symptome. In einigen Fällen kann das Virus jedoch langfristig Veränderungen im Zellwachstum verursachen, die zur Entstehung von Krebs führen. Neben Gebärmutterhalskrebs können HPV-Infektionen auch Krebserkrankungen im Mund- und Rachenraum sowie im Anal- und Genitalbereich begünstigen.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die HPV-Impfung für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Versäumte Impfungen können später nachgeholt werden, die größte Wirksamkeit wird jedoch erzielt, wenn die Immunisierung vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgt. Die Empfehlung gilt ausdrücklich sowohl für Mädchen als auch für Jungen. Trotz der nachgewiesenen Wirksamkeit liegt die HPV-Impfquote in Deutschland im internationalen Vergleich weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

Die aktuellen Daten aus dem Vereinigten Königreich verdeutlichen eindrucksvoll das Potenzial der HPV-Impfung: Sie schützt nicht nur vor einer Infektion, sondern kann langfristig dazu beitragen, eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen nahezu vollständig zu verhindern. (Adrian Böhm) +++



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