Die Feuerwehr hilft. Punkt.

Sinntalfeuerwehrtag und Jubiläen in Mottgers

Den 44. Sinntalfeuerwehrtag begingen die Wehren aus Sinntal (Main-Kinzig-Kreis) als Auftakt des Jubiläumsfestes "75 Jahre Feuerwehr Mottgers", 20 Jahre Kinderfeuerwehr Mottgers und 20 Jahre Voraushelfer der Feuerwehren Sinntal.
Fotos: Walter Dörr

14.06.2026 / SINNTAL - Den 44. Sinntalfeuerwehrtag begingen die Wehren aus Sinntal (Main-Kinzig-Kreis) als Auftakt des Jubiläumsfestes "75 Jahre Feuerwehr Mottgers", 20 Jahre Kinderfeuerwehr Mottgers und 20 Jahre Voraushelfer der Feuerwehren Sinntal. Vier Anlässe also zum Feiern. Sinntals Bürgermeister Thomas Henfling – zugleich auch Schirmherr und "Mudjescher Bürger" – hieß Abordnungen aller Wehren und die Gäste allgemein willkommen und dankte den Helferinnen und Helfern für die Vorbereitung und Durchführung des Festes.



75 Jahre Feuerwehr Mottgers seien 75 Jahre gelebtes Ehrenamt mit ungezählten Stunden, Tagen und Nächten für Ausbildung, Übungen, Einsätze, Lehrgänge, Gerätepflege, Jugendarbeit und Vereinsleben. "Ehrenamt ist nicht kostenlos, Ehrenamt ist unbezahlbar," so der Bürgermeister. "Es ist die stille Infrastruktur unserer Gesellschaft: Was nicht in Haushaltsplänen auftaucht, aber unser Gemeinwesen trägt. Ohne euch wäre unser Dorf ein anderes: weniger sicher, weniger verbunden, weniger Heimat." Henfling sagte, dass es 2025

75 Einsätze in 2025

im Gemeindegebiet 71 Einsätze gab mit über 1.000 Personalstunden an den Einsatzstellen. Zusätzlich hätten die Einsatzabteilungen noch 8.500 Stunden in den Dienstbüchern erfasst und weitere 2.755 Stunden verbrachten die Einsatzkräfte auf Lehrgängen und Seminaren. "Hinter jeder Zahl stehen Menschen, die sich melden, wenn der Melder piept, und Familien, die den warmen Platz am Tisch freigeben, weil Hilfe gebraucht wird," betonte der Bürgermeister. Beispielsweise erinnerte Henfling an den 16. August 2023, als ein Starkregen über Sinntal niederging und Straßen und Keller überflutet wurden. An diesem Tag seien die Wehren im ganzen Gemeindegebiet unterwegs gewesen – auch bei ihm zuhause.

"Was ich, was viele erlebt haben, ist der Kern unseres Selbstverständnisses: Ihr seid da, wenn´s darauf ankommt. Ihr bleibt, bis es getan ist. Ihr macht keinen Unterschied zwischen "mein" und "dein" Schaden. Ihr helft, Punkt." Der Rathauschef dankte für Zuverlässigkeit, Fachlichkeit und Kameradschaft. Henfling stellte fest, dass viele Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindevertretung und des Gemeindevorstandes Sinntal anwesend seien und damit ihre Wertschätzung den Wehren zuteilwerden lassen. "Über Parteigrenzen hinweg sind wir uns einig: wir unterstützen unsere Feuerwehren nach Kräften." Der Technische Prüfdienst der Unfallkasse Hessen habe die Gebäude und Fahrzeuge kürzlich begutachtet und fast ausnahmslos einen guten Zustand bescheinigt. Ein Lob galt der Verwaltung, der Gemeindebrandinspektion, den Wehrführungen, Gerätewarten und den Teams, die nicht nur fahren, sondern auch pflegen, prüfen und instandhalten.

Fünf Botschaften stellte Henfling heraus: Erstens Dank an das Ehrenamt - Rückgrat der Sicherheit, zweitens Rückhalt der Familien und Arbeitgeber – unsichtbare Einsatzkräfte, drittens Nachwuchsgewinnung – Zukunft beginnt heute, viertens Miteinander der Ortsteile – Stärke durch Netzwerk und 5. Professionalität im Ehrenamt. Bei Jubiläen werde Vergangenheit geehrt und Zukunft gestaltet, so Bürgermeister Henfling. Die Gemeinde setze die Rahmenbedingungen – verlässlich, planbar und mit Augenmaß. Es werde dort investiert, wo es Einsatzwert bringt.

Sicherheit ist ein Gemeinschaftswerk

Man bleibe im Gespräch mit den Wehren, den Gremien und mit den Bürgerinnen und Bürgern. "Sicherheit ist ein Gemeinschaftswerk," konstatierte Henfling. Besonders hob Henfling den Stellenwert des Übungsdienstes hervor. Eine Übung sei nicht nur ein Termin im Kalender, sondern eine Versicherung im Einsatz, bei der Wissen in Können verwandelt werde, Team in Mannschaft, Kameradschaft in Handlungsfähigkeit. 75 Jahre Feuerwehr Mottgers sei Tradition und Zukunft zugleich. Geschichte von Menschen, die nicht fragen, wer schuld ist, sondern wer helfen kann. Für diesen Geist dankte der Bürgermeister und persönlich als "Mudjescher" Bürger. Allen Sinntaler Wehren wünschte Henfling allzeit eine gute Rückkehr von den Einsätzen, stabile Nerven und sichere Entscheidungen. Auch die Vorsitzende der Gemeindevertretung Sinntal, Brigitte Hartmann, gratulierte und sah in den Feuerwehren einen gelebten Gemeinsinn, Einsatzbereitschaft

Engagement zum Wohle der Allgemeinheit

und ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Allgemeinheit. Über Generationen hinweg hätten Frauen und Männer Verantwortung übernommen. Sie hätten Menschen in Not geholfen und damit einen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit in der Gemeinde geleistet. Der Gemeindefeuerwehrtages biete eine würdige Gelegenheit, die Verbundenheit aller Sinntaler Feuerwehren sichtbar zu machen. Es würden Erfahrungen ausgetauscht und die Gemeinschaft gestärkt. Ein besonderer Dank galt allen aktiven Einsatzkräften, den Mitgliedern der Jugend- und Kinderfeuerwehren sowie den Alters- und Ehrenabteilungen. Hartmann dankte allen Unterstützern des Feuerwehrwesens. Der Vorsitzende des Unterverbandes Schlüchtern und stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes der Feuerwehren im Main-Kinzig-Kreis, Bernd Schauberger, grüßte im Namen aller Wehren und vom Kreisvorsitzenden Werner Beier. 75 Jahre Feuerwehr Mottgers seien 75 Jahre Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit. Die Aufgaben der Wehren hätten sich stark verändert, so Schauberger, neue Gefahren gebe es. Dieser Entwicklung müssten sich die Wehren stellen, um helfen zu können. Ein Dank galt allen, die Verantwortung übernehmen und die Arbeit leisten. Die neue Ortsvorsteherin Britta Baier hieß alle Gäste im schönen Mottgers willkommen.

Undenkbar: Mottgers ohne Senf und Feuerwehr

Bei ihrem ersten öffentlichen Termin sagte sie zu der Feuerwehr: "Wir sind froh, dass wir euch haben. Mottgers ohne euch wäre wie Mottgers ohne Senf." (Mottgers ist bekannt für einen übergroßen Genuss der Gewürzpaste, d. Red.). Grußworte sprachen noch der Vorsitzende der ARGE Mottgers, Max Heidl, die Vorsitzende der Patenwehr Sterbfritz, Corinna Gärtner-Elm, Frank Kohlhepp von der Wehr Schwarzenfels und Hendrik Müller für den Gerätehausnachbarn FC Hermania Mottgers. Zahlreiche Ehrungen, Beförderungen und Anerkennungsprämien wurden dann verliehen. Am heutigen Samstag geht das Feuerwehrfest ab 14 Uhr weiter mit der Abnahme der Tatze (Abzeichen der Kinderfeuerwehren) und um 15 Uhr treten Feuerwehren und Vereine in einem Gaudi-Wettbewerb gegeneinander an.

Ab 20 Uhr ist Party-Time mit der Band "Rio live" angesagt. Am Sonntagmorgen ist um 10 Uhr ein zünftiger Frühschoppen. Um 11 Uhr schließt sich der Festgottesdienst im Zelt an. Das WM-Fußballspiel Deutschland – Curacao wird um 19 Uhr auf einer Großbildleinwand übertragen. Das Jubiläum endet um 22 Uhr mit dem Großen Zapfenstreich, vorgetragen vom Musikverein 1924 Weiperz und Ehrenabordnungen der Sinntaler Feuerwehren. (Walter Dörr) +++

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