Pflege-Hilfe für Kiew

Muskelkraft trifft auf Nächstenliebe: "Schlag den Huber 2026" bringt Hoffnung

Der Christliche Hilfsdienst Bad Hersfeld e. V. macht sich bereit. Das Ziel der massiven Ladung aus medizinischen Geräten, Pflegebetten, Rollstühlen, Rollatoren und Hilfsgütern: Kiew.
Fotos: Jürgen Böthig

13.06.2026 / BAD HERSFELD - Auf dem Hof der Freien Christengemeinde in Bad Hersfeld herrscht Hochbetrieb. Es wird gewuchtet, geschraubt und sortiert. Wo sonst die Stille dominiert, schallt heute ein motiviertes "Das muss unbedingt mit!" über das Gelände. Doch hier am Werk sind keine bezahlten Logistik-Profis, hier packt das Herz an.



Der Christliche Hilfsdienst Bad Hersfeld e. V. macht sich bereit. Das Ziel der massiven Ladung aus medizinischen Geräten, Pflegebetten, Rollstühlen, Rollatoren und Hilfsgütern: Kiew. Von der ukrainischen Hauptstadt aus wird das Material in die vom Krieg gezeichneten Gebiete des Landes verteilt.

"Wir wollen da helfen, wo die Not am größten ist", sagt Heinrich Becker, Vorsitzender des Vereins, mit einer Selbstverständlichkeit, die von Herzen kommt. Becker, ein Mann, der seit Jahrzehnten weltweit vernetzt ist, lebt sein Credo: Nicht reden, sondern machen.

Vom Chef zum Anpacker

Mitten im Trubel findet sich ein bekanntes Gesicht: Eugen Huber, Chef der Huber Group. Wer den Unternehmer in maßgeschneidertem Anzug erwartet, irrt. Huber wuchtet Paletten, schleppt Kartons und legt dort Hand an, wo es brennt. Doch sein Einsatz beschränkt sich nicht nur auf den Verladehof. Er ist einer der Köpfe hinter einer spektakulären Benefiz-Idee: "Schlag den Huber 2026".

Was 2024, wie Pfarrer Ingo Schäfer und Ingo Bonnard (Barmer) mit einem Augenzwinkern verraten, als "Schnapsidee" begann, hat sich zu einem sportlichen Hilfsprojekt der Superlative entwickelt. Die Mission: Rund 500 aktive Radfahrerinnen und Radfahrer wollen in den kommenden Monaten gemeinsam insgesamt 1.000.000 Kilometer auf dem Fahrrad zurücklegen.

Glauben in Bewegung

Die Devise der Aktion ist simpel und stark: Glaube bewegt – jeder Kilometer zählt. Es geht um das Miteinander, das gemeinsame Ziel und die unbändige Kraft, die entsteht, wenn Menschen ihre Kräfte bündeln. Unterstützt wird dieses ambitionierte Vorhaben von einem starken Netzwerk: Neben der Huber Group sind die Firma Fahrrad Riebold, die Barmer Krankenkasse und das Netzwerk Nordhessen (Julian Issak) mit an Bord.

Hilfe, die ankommt

Hinter der sportlichen Fassade steckt eine tiefgreifende humanitäre Mission. Der Christliche Hilfsdienst Bad Hersfeld agiert weltweit. Von Deutschland über Afrika bis Lateinamerika. Besonders am Herzen liegen dem Verein die Schwächsten der Gesellschaft: Für den Sommer 2026 sind Freizeiten für rund 1.000 bedürftige Kinder in der Ukraine und in Rumänien geplant.

Das Versprechen des Vereins ist radikal transparent: Keine Verwaltungskosten, keine Gehälter. Jeder Euro fließt eins zu eins in die Verpflegung, Unterkunft und Betreuung der Kinder.

Jeder Beitrag zählt

"Glaube zeigt sich in dem, was wir tun", fasst Heinrich Becker das Lebensgefühl des Vereins zusammen. Wer die Arbeit des Hilfsdienstes unterstützen möchte, hat zwei einfache Wege:
In Bad Hersfeld wird derzeit bewiesen: Wenn Menschen gemeinsam in die Pedale treten, gemeinsam Paletten verladen kommt die Hilfe dort an, wo sie am dringendsten gebraucht wird. (Jürgen Böthig) +++

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