Stolz wünscht Nachbesserungsbedarf
Gesundheitsministerin mahnt: Notfallreform braucht realistische Finanzierung
Archivfoto: O|N / Hendrik Urbin
12.06.2026 / WIESBADEN -
Am Freitag befasst sich der Bundesrat mit dem Gesetz zur Reform der Notfallversorgung und dem Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dazu erklärt die Hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz: "Diese beiden Vorhaben dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Sie greifen ineinander, sie beeinflussen die Strukturen vor Ort und sie entscheiden, ob Patientinnen und Patienten am Ende schnell und gut versorgt werden. Das ist in Hessen unsere Richtschnur. Bei beiden Reformen besteht Nachbesserungsbedarf. Der Bund muss diese - inklusive seiner Krankenhausreform - verzahnt denken und planen", forderte die Hessin.
Die Notfallreform begrüßt Hessen im Grundsatz ausdrücklich. Bislang erscheint der Rettungsdienst im Bundesrecht als bloßer Fahrtkostenersatz. "Wer bei einem Herzstillstand reanimiert wird, wird medizinisch behandelt, nicht befördert. Diese Selbstverständlichkeit bekommt jetzt endlich einen rechtlichen Rahmen. Das ist ein Paradigmenwechsel, für den wir lange gekämpft haben", betonte Stolz. Auch die Vernetzung von Rettungsleitstelle und ärztlichem Bereitschaftsdienst sowie die Integrierten Notfallzentren gehen in die richtige Richtung.
Hessen bringt dafür eigene Erfahrungen mit. Mit dem SaN-Projekt in Hessen, der sektorenübergreifenden ambulanten Notfallversorgung, werden bereits Rettungs- und Bereitschaftsdienst so verzahnt, dass der medizinische Bedarf zählt und Patientinnen und Patienten zielsicher in die richtige Versorgungsebene geleitet werden. "Wir sind beim klugen Steuern von Notfällen in Hessen bereits im Machen, während der Bund noch im Wollen ist. Unser Ziel ist, dass es vor Ort gut wird, für die Menschen in der Frankfurter Innenstadt genauso wie in einem Dorf im ländlichen Raum im Odenwald. Es darf nie von der Postleitzahl abhängen, ob man gut versorgt wird", sagte die Ministerin abschließend. (mis/pm) +++
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