Politik-Pitch an der Wigbertschule
Schüler entwickeln Demokratie-App: Bundestagsabgeordneter Brand hört zu
Fotos: Privat
12.06.2026 / FULDA -
Politik zum Anfassen an der Wigbertschule: Auf Einladung des PoWi-Leistungskurses der Q2 war der Fuldaer CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand am 1. Juni 2026 zu Gast an der Schule. Im Mittelpunkt seines Besuchs stand die Präsentation eines Politik-Pitches, den die Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Projektarbeit zum Thema Parteienverdrossenheit in der repräsentativen Demokratie entwickelt hatten
Der Kurs war von dem Konzept einer neuen App-Idee von Victoria Hohmann, Atinka Ries und Leon Kolbe so überzeugt, dass die Kursleitungen Josephine Koch und Selina Babel in Absprache mit Herrn Brand ein Treffen verabredeten, um die Idee weiterzutragen. Anwesend waren neben dem Kurs und Herrn Brand die Schulleiterin Sandra Möllers sowie die Fachbereichsleiterin Dr. Katja Müller.
Eindrucksvoller Einsatz aller Beteiligten
Nach einer Begrüßung durch die Schulleiterin stellte sich Michael Brand vor und zeigte sich beeindruckt vom Einsatz der Schülerinnen und Schüler. Daran schloss Dr. Katja Müller an und erklärte die Aufgabenstellung der Lernaufgabe: eine Gruppenarbeit, in der die Schülerinnen und Schüler Lösungsansätze zur Behebung der Parteienverdrossenheit in Deutschland entwerfen sollten. Dieses Phänomen beschreibt die Entfremdung insbesondere der jungen Generation von den aktuell etablierten Parteien, was eine potenzielle Gefahr für die Stabilität der deutschen Demokratie darstellt.Im Zentrum des Pitches stand die App "Impact". Zur Stärkung des Dialogs zwischen Politikern und Bürgern soll das Konzept die politische Teilhabe jedes Einzelnen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene erleichtern. Geplant sind dafür Umfrage-, Voting-, Diskussions- und Abstimmungsfeatures, die einen Ansatz der politischen "Gamification" verfolgen. Zudem sollen differenzierte und geprüfte Informationskanäle integriert werden sowie Funktionen, über die Politiker livestreamen können und parteiliche Online-Meetings Einblicke ermöglichen.
Das "Richtige" muss getan werden
Michael Brand zeigte sich grundsätzlich offen und sprach sich für einige Elemente der App aus. Trotzdem steht er insbesondere dem Parteienvorstellungs-Feature kritisch gegenüber. Anhand des Beispiels der Wehrpflichtdebatte und der Bedrohung durch Russland positionierte er sich skeptisch und sprach sich gegen eine starke Ausrichtung an Abstimmungen und Umfragen aus. Seiner Meinung nach müsse das "Richtige" getan und notwendige Entscheidungen getroffen werden, wie es bei der Einführung des Euro der Fall gewesen sei.Im Hinblick auf mögliche finanzielle Förderungen sprach der Wahlkreisabgeordnete das Bundesprogramm "Demokratie leben!" an, ein Präventions- und Gestaltungsprogramm des Bundes zur zivilgesellschaftlichen Demokratieförderung, Vielfaltsgestaltung und Extremismusprävention. Trotzdem sehe er die Strategie, über neue soziale Medien eine Lösung zu realisieren, kritisch, da das Internet eine "Radikalisierungsgefahr" biete. Vielmehr brauche es politisches Engagement der Betroffenen: Nicht primär die Politik müsse sich um Jugendpolitik kümmern, vielmehr solle die junge Generation Jugendpolitik selbst gestalten, und dazu sei allein die Teilnahme an Wahlen als politische Aktivität noch zu wenig.
Der Einfluss einer besonderen App
Ergänzend kam aus den Reihen des Kurses der Vorschlag, die App zu nutzen, um auf aktuelle politische Ereignisse in der Umgebung aufmerksam zu machen und Menschen aus verschiedensten gesellschaftlichen Schichten zur aktiven Teilhabe zu motivieren. Dieser Ansatz stieß beim Abgeordneten auf Zustimmung.Auch wenn nicht alle Aspekte des Konzepts als praktisch umsetzbar eingeschätzt wurden, konnten einige Ideen überzeugen. Die Präsentation wird im Folgenden an das Ministerium für Digitales und Staatsmodernisierung weitergeleitet. Dieses Treffen bot nicht nur eine offene Debatte zwischen Schule und Politik, sondern weckte auch die Hoffnung, dass das Konzept in der Politik Beachtung findet. (pm/cb) +++