Endlich grünes Licht!

Geplante Filialen in der Übersicht: Tante Enso darf 36 tegut‑Märkte übernehmen

Kartellamt genehmigt Übernahme von 36 tegut‑Filialen durch Tante Enso.
Archivfoto: O|N/ Rene Kunze

11.06.2026 / REGION - Erfreuliche Nachricht für den Lebensmitteleinzelhandel: Das Kartellamt hat die Übernahme von 36 tegut‑Standorten durch Tante Enso freigegeben.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, sagt dazu: "Tante Enso verfügt bislang über eine vergleichsweise geringe Marktstellung im Lebensmitteleinzelhandel und ist vor allem in ländlichen Regionen tätig. Weder die Größe des Vorhabens noch die Marktstellung der Erwerberin gaben Anlass zu wettbewerblichen Bedenken. Die Übernahme stärkt einen kleineren Wettbewerber in einem Markt, der von wenigen großen Unternehmensgruppen geprägt wird. Zugleich kann sie die Nahversorgung in den betroffenen Regionen sichern."

Tante Enso wächst im ländlichen Raum

Die Erwerberin gehört zur Tante Enso-Gruppe mit Sitz in Bremen. Das Unternehmen betreibt derzeit knapp 90 überwiegend kleinflächige Lebensmittelmärkte im ländlichen Raum. Die Standorte werden in einem hybriden Konzept geführt: Während eines Teils der Öffnungszeiten sind Mitarbeitende vor Ort, außerhalb dieser Zeiten können Kundinnen und Kunden die Märkte autonom als Smart Stores nutzen. Der Zugang erfolgt dabei über eine Kundenkarte, der Einkauf über Selbstbedienungskassen. Die Umsatzerlöse der Tante Enso-Gruppe beliefen sich im Jahr 2025 auf rund 40 Mio. Euro.

Die nun erworbenen 36 tegut-Standorte erzielten im Jahr 2025 Umsätze von insgesamt rund 60 Mio. Euro. Dies entspricht etwa fünf Prozent des Gesamtumsatzes von tegut. Die Standorte befinden sich überwiegend in ländlichen Regionen in Hessen, Thüringen und Nordbayern. Die wettbewerbliche Prüfung hat ergeben, dass das Vorhaben unter den gegebenen Umständen nicht zu einer erheblichen Behinderung wirksamen Wettbewerbs führt. Hierfür waren insbesondere die nur geringfügigen Überschneidungen zwischen dem bisherigen Filialnetz der Tante Enso-Gruppe und den Zielstandorten maßgeblich.

Die tegut… gute Lebensmittel GmbH & Co. KG gehört seit 2013 zur Genossenschaft Migros Zürich (GMZ). GMZ hatte im März 2026 angekündigt, sich aus dem deutschen Markt zurückzuziehen und die tegut-Gruppe vollständig zu veräußern.

Bereits zuvor waren beim Bundeskartellamt weitere Erwerbsvorhaben im Zusammenhang mit dem Verkauf von Teilen der tegut-Gruppe angemeldet worden. Die Übernahme eines umfangreichen Filialpakets sowie weiterer Unternehmensteile durch Unternehmen des EDEKA-Verbunds und der Erwerb eines weiteren Filialpakets durch die REWE-Gruppe werden derzeit in laufenden Hauptprüfverfahren untersucht. Dabei prüft das Bundeskartellamt die Auswirkungen der Vorhaben auf die Absatzmärkte des Lebensmitteleinzelhandels sowie auf die Beschaffungsmärkte und befragt hierzu auch Lieferanten verschiedener Produktgruppen.

Diese Enso-Filialen sollen in die Region kommen!

Besonders spannend für die Verbraucher und bisherigen Tegut-Kunden ist natürlich: Wird mein Lieblingsmarkt zu einem "Tante Enso"? OSTHESSEN|NEWS hat für sie die geplanten regionalen Übernahmen zusammengefasst!

Landkreis Fulda


Vogelsbergkreis

Main-Kinzig-Kreis

Bislang liegen unserer Redaktion keine Reaktionen zu der Entscheidung vor. Allerdings hat sich jüngst Poppenhausens Bürgermeisterin Alexandra Ballweg gegenüber OSTHESSEN|NEWS zu Wort gemeldet: "Wir sind der Auffassung, dass das Konzept von Tante-Enso interessant ist und auch gut zu Poppenhausen passt. Es ist natürlich unser oberstes Ziel, die Nahversorgung hier im Ort zu erhalten." Zum Zeitpunkt ihres Statements war die Entscheidung des Kartellamts noch nicht gefallen.

Übrigens: Nahe der Grenze zum Kreis Hersfeld-Rotenburg eröffnet im thüringischen Unterbreizbach auch ein Tante-Enso-Markt in der ehemaligen Tegut-Filiale.
(mmb/js/pg/pm) +++

Das Unternehmen betreibt derzeit knapp 90 überwiegend kleinflächige Lebensmittelmärkte im ländlichen Raum.
Archivfotos: O|N
Die tegut… gute Lebensmittel GmbH & Co. KG gehört seit 2013 zur Genossenschaft Migros Zürich (GMZ). GMZ hatte im März 2026 angekündigt, sich aus dem deutschen Markt zurückzuziehen

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