100 Jahre Feuerwehr Asbach
Ein Jahrhundert Mut, Verantwortung und gelebte Gemeinschaft
Martin Rößler (Staatssekretär im Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz) übergab der Freiwilligen Feuerwehr Bad Hersfeld-Fuldatal eine Gedenkplakette anlässlich ihres 100 jährigen Jubiläums
Fotos: Carina Jirsch
07.06.2026 / BAD HERSFELD -
Es war ein Festtag, wie ihn ein Ort nur selten erlebt. Die Freiwillige Feuerwehr Asbach feierte ihr 100-jähriges Bestehen und die Menschen kamen in Scharen. Bürgerinnen und Bürger, Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, Wegbegleiter, Freunde der Wehr und zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Feuerwehrwesen füllten die Festhalle und machten deutlich: Die Feuerwehr Asbach ist seit einem Jahrhundert weit mehr als eine Hilfsorganisation. Sie ist eine tragende Säule des gesellschaftlichen Lebens.
Die Liste der Gratulanten war lang. Unter ihnen Staatssekretär Martin Rößler vom Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz, Bad Hersfelds Bürgermeisterin Anke Hofmann, Bundestagsabgeordneter Wilhelm Gebhard, Landrat Torsten Warnecke, die Landtagsabgeordneten Stefanie Klee und Tanja Hartdegen, Mitglieder des Magistrats der Stadt Bad Hersfeld, Kreisbrandinspektor Marco Kauffunger, Kreisbrandmeister Benjamin Deist sowie Abordnungen der Feuerwehren aus den Partnerstädten Bad Salzungen und Šumperk in Tschechien.
Durch den Festakt führte Wehrführer Marco Wenderoth, der die vergangenen 100 Jahre in einer kurzweiligen und zugleich beeindruckenden Chronik Revue passieren ließ. Sein Leitgedanke zog sich dabei wie ein roter Faden durch die Geschichte der Wehr: "Wie die Väter in Ehren wollen wir uns bewähren." Ein Satz, der bis heute nichts von seiner Bedeutung verloren hat. Einsatzbereitschaft, Kameradschaft und die selbstverständliche Bereitschaft, Menschen in Not zu helfen, prägen die Feuerwehr Asbach seit ihrer Gründung.
Vom 6. April 1926 bis heute spannt sich ein weiter Bogen. Damals wurde die Feuerwehr gegründet und das erste Feuerwehrgerätehaus 1929 eingeweiht. Es folgten die schwierigen Jahre des Zweiten Weltkriegs, die Herausforderungen der Nachkriegszeit, die Gebietsreform 1972 sowie die Gründung der Jugendfeuerwehr im Jahr 1978. Die Feuerwehr entwickelte sich stetig weiter, leistete Amtshilfe beim Hochwasser in der Partnerstadt Bad Salzungen und bezog schließlich 2020, mitten in der Corona-Pandemie, ihr modernes Feuerwehrhaus an der Alsfelder Straße. Eine bewegte Geschichte voller Veränderungen, aber auch voller Beständigkeit. Denn über all die Jahrzehnte blieb eines unverändert: Menschen, die bereit sind, Verantwortung für ihre Mitmenschen zu übernehmen.
Das Ehrenamt als Rückgrat der Gesellschaft
In ihren Grußworten waren sich die Redner einig: Das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Gesellschaft. Bürgermeisterin Anke Hofmann sprach von gelebter Verantwortung und bezeichnete die Feuerwehr als "verlässlichen Anker in der Not". Als Chefin aller Feuerwehren der Kreisstadt dankte sie den Frauen und Männern für ihren unermüdlichen Einsatz und ihr außergewöhnliches Engagement für die Allgemeinheit. Auch Bundestagsabgeordneter Wilhelm Gebhard würdigte die Leistungen der Feuerwehr. Die Anforderungen an die Einsatzkräfte würden stetig wachsen. Umso bemerkenswerter sei die Bereitschaft, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Das Ehrenamt, so Gebhard, sei ein Vorbild für Zusammenhalt und Gemeinsinn. Man könnte sich an vielen Stellen des politischen Lebens eine ähnliche Haltung wünschen.
"Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner machen unsere Welt jeden Tag ein Stück sicherer", sagte Stefanie Klee und Tanja Hartdegen betonte die unverzichtbare Rolle des Ehrenamtes: "Ohne Ehrenamt würde unsere Gesellschaft in vielen Bereichen nicht funktionieren." Besonders herzlich und humorvoll präsentierte sich einmal mehr Landrat Torsten Warnecke. Zwischen ernsten Worten und gewohnt lockeren Bemerkungen fand er die passenden Töne: "Die Zeiten haben sich verändert. Wenn ich heute diesen modernen Feuerwehrstützpunkt, den leistungsfähigen Fuhrpark und vor allem die vielen Menschen sehe, die sich hier in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren, dann macht mich das zuversichtlich. Dafür gilt Ihnen allen mein herzlicher Dank."
Natürlich ließ es sich der Landrat nicht nehmen, seine mittlerweile legendäre Stracke aus der Jackentasche zu ziehen. Und auch ein gefüllter Umschlag gehörte zu seinem Geschenk. Mit einem Augenzwinkern bemerkte Warnecke: "Ein gefüllter Umschlag ist schließlich besser als ein Zinnteller an der Wand."
Auszeichnungen und Ausblick
Einer der Höhepunkte des Festaktes war die Überreichung der Ehrenplakette des Landes Hessen. Staatssekretär Martin Rößler zeichnete die Feuerwehr Asbach im Namen der Hessischen Landesregierung aus und würdigte in seiner Laudatio die besondere Bedeutung der Feuerwehr für das Gemeinwesen: "Hundert Jahre Feuerwehr Asbach stehen für hundert Jahre Verantwortung, Verlässlichkeit und gelebten Zusammenhalt. Feuerwehr bedeutet weit mehr als Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung. Feuerwehr bedeutet Solidarität, Vertrauen und die Bereitschaft, für andere einzustehen, wenn Hilfe gebraucht wird. Die Frauen und Männer der Feuerwehr leisten Tag für Tag einen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit unserer Heimat. Gleichzeitig stärken sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt und leben vor, was Ehrenamt im besten Sinne bedeutet. Dafür gebührt ihnen Respekt, Anerkennung und unser aufrichtiger Dank."
Der langanhaltende Applaus zeigte, wie sehr diese Worte die Stimmung des Tages trafen.
So wurde das Jubiläum nicht nur zu einer Feier der Vergangenheit, sondern auch zu einem Blick in die Zukunft. Die Feuerwehr Asbach präsentiert sich heute moderner und leistungsfähiger denn je. Vor allem aber verfügt sie über das, was keine Technik ersetzen kann: Menschen mit Herz, Mut, Verantwortungsbewusstsein und der Bereitschaft, für andere da zu sein. 100 Jahre Feuerwehr Asbach. Das sind 100 Jahre Verlässlichkeit, 100 Jahre Hilfe für andere und 100 Jahre gelebtes Ehrenamt. Oder, wie es Wehrführer Marco Wenderoth treffend formulierte: "Mut, Einsatzbereitschaft und Kameradschaft haben unsere Feuerwehr über ein ganzes Jahrhundert getragen. Darauf können wir stolz sein." Ein Jubiläum, das eindrucksvoll zeigte: Die Feuerwehr Asbach blickt nicht nur auf eine große Geschichte zurück, sie ist auch bestens gerüstet für die nächsten 100 Jahre. (Jürgen Böthig) +++