Großer Schritt in schwierigen Zeiten

Mega Millionen-Invest: K+S übernimmt Standorte in Sachsen-Anhalt und Polen

K+S übernimmt zwei Standorte in Polen und Sachsen-Anhalt
Archivfotos: O|N

05.06.2026 / STAßFURT/JANIKOWO - Die K+S-Gruppe baut ihr Salzgeschäft weiter aus und übernimmt zwei Siedesalz-Standorte des polnischen Chemiekonzerns Qemetica. Die Werke in Staßfurt (Sachsen-Anhalt) und Janikowo (Polen) sollen künftig das europäische Portfolio des Kasseler Unternehmens stärken und zusätzliche Wachstumschancen in Mittel- und Osteuropa eröffnen.



Der Kaufpreis liegt bei rund 350 Millionen Euro, ergänzt um eine mögliche erfolgsabhängige Prämie von bis zu 30 Millionen Euro. Grundlage der Bewertung ist ein Verhältnis von Kaufpreis zu EBITDA (eine Finanzkennzahl, die den operativen Gewinn eines Unternehmens vor Abzug von Zinsen, Steuern und Abschreibungen darstellt) von rund dem Siebenfachen. Die Sparte erzielte 2025 einen Umsatz von etwa 125 Millionen Euro und ein EBITDA von knapp 50 Millionen Euro. Rund 400 Beschäftigte arbeiten an den beiden Standorten.

Beide Parteien profitieren vom Deal

K+S-Vorstandschef Dr. Christian H. Meyer sieht in der Übernahme einen wichtigen Schritt: "Unser europäisches Salzgeschäft hat sich zuletzt sehr positiv entwickelt. Mit den beiden Standorten erweitern wir unser Portfolio ideal und schaffen neue Perspektiven in Mittel- und Osteuropa." Die Werke produzieren vor allem Salz für die Lebensmittelindustrie, aber auch im Bereich der Wasserenthärtung können die Produkte verwendet werden.

Auch Qemetica zeigt sich zufrieden mit der Lösung. Vorstandsvorsitzender Kamil Majczak betont, man übergebe ein erfolgreich entwickeltes Geschäft "in gute Hände". Die Transaktion ermöglichte es Qemetica zudem, Kapital für neue strategische Projekte freizusetzen – unter anderem für die geplante Einheit Resource Recovery, die sich auf Energierückgewinnung aus Abfällen konzentrieren soll.

Zur Finanzierung des Deals prüft K+S verschiedene Kapitalmarktinstrumente. Sollte bis zum geplanten Closing im ersten Quartal 2027 keine Finanzierung umgesetzt sein, könne das Unternehmen auf bestehende Liquidität und zugesagte Kreditlinien zurückgreifen, so Finanzvorstand Dr. Jens Christian Keuthen. Wichtig sei gewesen, dass Kaufpreis und Börsenbewertung von K+S "nah beieinander liegen" und der Verschuldungsgrad stabil bleibt. (pg/pm) +++

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