Starke Signale

Kreismitgliederversammlung der Grünen: Entscheidungen, Ehrungen, Ausblick

Die beiden Sprecher des Kreisverbands der Grünen, Marie-Louise Puls und Knut Heiland, leiteten die Kreismitgliederversammlung
Fotos: Bündnis 90/DIE GRÜNEN

07.06.2026 / NEUHOF - Am 3. Juni fand die Kreismitgliederversammlung (KMV) von Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Neuhofer Gasthof Schmitt statt. Ungefähr 30 Mitglieder waren gekommen, alle Ortsverbände waren vertreten, zudem fast alle Fraktionsvorsitzenden und das Sprecherteam des Kreisverbands.



Zwei grüne Mitglieder, die in Fulda grüne Pionierarbeit geleistet haben, sollen die Ehrenmitgliedschaft erhalten: Alja Epp-Naliwaiko und Bernd Eckart. Alja Epp-Naliwaiko war als langjährige Kreisgeschäftsführerin und Stadträtin von Fulda aktiv, Bernd Eckart gründete den Künzeller Ortsverband. "Ohne Bernd wäre der OV Künzell nie gegründet worden", so ein Mitglied aus Künzell. Und Josef Benkner befand: "Alja hat in ihrer Zeit im Kreistag, als wir mit grüner Politik noch ganz am Anfang standen, einiges an Polemik aushalten müssen." Der Termin für die Ehrung steht noch nicht fest.

Neues Delegiertenmodell stärkt ländliche Kreisverbände

Ein wichtiges Thema war der Landesparteitag für den gerade ein neues Delegiertenmodell erarbeitet wurde. Ziel ist es, im Delegiertenpool auch wirklich die Vielfalt der einzelnen Kreisverbände abzubilden. Für den Kreisverband Fulda – eine ländlich geprägten Region mit etwa 300 Mitgliedern – bedeutet das neue Modell mehr Gerechtigkeit, weil unsere Stimme mehr Gewicht erhält. Aktuell ist es so, dass Kreise mit vielen Mitgliedern – z.B. in Großstädten – bei Wahlen und Abstimmungen im Vorteil sind.

Waltraud Seeberger befürwortet das neue Modell: "Das neue Delegiertenmodell gleicht das Ungleichgewicht zwischen Stadt und Land aus. In anderen Landesverbänden wird es schon lange angewandt." Die Sprecherin des Kreisverbands Marie-Louise Puls rief dazu auf, digital an der ersten hessischen Urabstimmung im Oktober teilzunehmen.

Grüne Erfolge in Kommunen und Kooperationen

Wie immer auf einer KMV folgten dann die Berichte aus den Ortsverbänden und Fraktionen. Erfreulich ist, dass mit Karlheinz Fenske erstmals ein grünes Ratsmitglied im Hünfelder Magistrat sitzt, und es in Petersberg mit Nils Thormann erstmals einen grünen Ortsvorsteher und mit Katrin Wczasek eine grüne Ausschussvorsitzende (Umwelt, Klimaschutz und Landwirtschaft) gibt. Sehr schön auch, dass die Losfee den Grünen in Flieden zugetan war: durch Losentscheid fielen zwei Ausschuss-Sitze an grüne Fraktionsmitglieder.

Die Fuldaer Grünen sind eine Kooperation mit den Fraktionen von CDU und 3FFF (FDP, FW, FGG) eingegangen. Dadurch wurde es möglich, dass mit Ernst Sporer erstmals ein grüner Abgeordneter Stellvertreter der Stadtverordnetenvorsteherin wurde und Jutta Hamberger den Ausschuss-Vorsitz im Ausschuss KTA (Kultur, Tourismus und Partnerschaften) übernahm. Knut Heiland wurde mit Spitzenergebnis als grüner Ortsvorsteher im Stadtteil Sickels bestätigt.

Thiemo Schmitt, seit 2015 Besitzer des Gehringhofs, berichtete von der Entwicklung des Anwesens. Inzwischen ist die Genehmigung des Regierungspräsidiums Kassel da, so dass im Gehringshof nun eine Lern- und Erinnerungsstätte entstehen und ein Studentenaustausch initiiert werden kann. Der Gehringshof war einst eine Hachschara-Stätte, in der sich von 1929-1941 jüdische Frauen und Männer für die Emigration nach Palästina vorbereiteten und landwirtschaftlich, gärtnerisch und hauswirtschaftlich ausgebildet wurden.

Die Stimmung war optimistisch und zukunftsorientiert. "Wir wollen mit den Bürger:innen ins Gespräch kommen", so Co-Sprecher Knut Heiland. "Mit Information, Experten und Austausch – so z.B. demnächst in Eiterfeld zum Thema Wärmepumpen und in Hünfeld zum Thema Erneuerbare Energien." (js/pm)+++

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