800 Beschäftigte beteiligt

Streiks bei Rewe, Ikea und weiteren Handelsriesen: Verdi erhöht den Druck

Verdi hat Beschäftigte im hessischen Groß- und Einzelhandel für Freitag und Samstag zu Warnstreiks aufgerufen.
Archivfoto: O|N

05.06.2026 / REGION - Kunden in Hessen müssen sich am Freitag und Samstag auf mögliche Einschränkungen im Handel einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte im Groß- und Einzelhandel erneut zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen und will damit den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen erhöhen.



Betroffen sein könnten unter anderem Filialen und Logistikstandorte von Rewe, Penny, Metro, Kaufland, Hit, Ikea, Douglas, H&M, Zara und Primark. Nach Einschätzung der Gewerkschaft werden sich hessenweit rund 800 Beschäftigte an den Aktionen beteiligen. Welche konkreten Auswirkungen die Streiks auf den Geschäftsbetrieb haben werden, ist derzeit noch offen.

Auslöser: Festgefahrene Tarifverhandlungen

Hintergrund sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern. Verdi kritisiert die bisherigen Angebote der Arbeitgeberseite als unzureichend. Nach Ansicht der Gewerkschaft profitieren die Beschäftigten nicht ausreichend von den wirtschaftlichen Erfolgen vieler Handelsunternehmen.

Die Arbeitnehmervertreter verweisen darauf, dass die Lebenshaltungskosten für viele Beschäftigte weiterhin stark gestiegen seien. Gerade Ausgaben für Miete, Energie und Lebensmittel würden einen immer größeren Teil des Einkommens verschlingen. Trotz steigender Umsätze in vielen Unternehmen bleibe für zahlreiche Beschäftigte finanziell kaum Spielraum.

Verdi fordert: 250 Euro mehr Lohn

Im Einzelhandel arbeiten nach Angaben von Verdi rund 240.000 Menschen in Hessen, im Großhandel weitere 120.000. Für sie fordert die Gewerkschaft eine spürbare Verbesserung der Einkommen. Konkret verlangt Verdi ein monatliches Plus von 250 Euro in allen Entgeltgruppen. Auszubildende sollen nach den Vorstellungen der Gewerkschaft pro Ausbildungsjahr 150 Euro mehr erhalten. Zudem soll der neue Tarifvertrag lediglich eine Laufzeit von einem Jahr haben.

Die Arbeitgeberseite hatte in den bisherigen Verhandlungen unter anderem Lohnerhöhungen von 1,8 Prozent im Großhandel beziehungsweise zwei Prozent im Einzelhandel angeboten. Aus Sicht von Verdi reichen diese Vorschläge nicht aus, da sie nach Einschätzung der Gewerkschaft unterhalb der erwarteten Preissteigerungen liegen. (Constantin von Butler) +++

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