"Über Parteigrenzen geschätzter Politiker"

Zum 7. Todestag: Kanzler Friedrich Merz (CDU) besucht Grab von Walter Lübcke

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) legt gemeinsam mit Irmgard Braun-Lübcke (2.v.l.) und Angehörigen auf dem Friedhof in Istha am Grab des 2019 ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke einen Kranz nieder. Anlass ist der 7. Todestag.
Foto: picture alliance/dpa | Florian Wiegand

03.06.2026 / WOLFHAGEN - Sieben Jahre nach dem Mord an dem ehemaligen Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dessen Grabstätte in Wolfhagen-Istha bei Kassel besucht. Einen Tag vor dem Jahrestag der Tat traf er Lübckes Witwe Irmgard Braun-Lübcke und weitere Familienmitglieder zu einem längeren, persönlichen Gespräch.



Am Grab verweilte der Kanzler gemeinsam mit den Angehörigen in stiller Erinnerung. Merz würdigte seinen getöteten Parteifreund mit deutlichen Worten: "Walter Lübcke war ein liebevoller Ehemann und Familienvater, ein überzeugter Christdemokrat und ein über Parteigrenzen geschätzter Politiker."

In der Nacht zum 2. Juni 2019 wurde der CDU-Politiker, Dr. Walter Lübcke, in den frühen Morgenstunden leblos auf seiner Terrasse aufgefunden, erschossen durch einen gezielten Kopfschuss. Trotz sofortiger Einlieferung ins Krankenhaus erlag er wenig später seinen schweren Verletzungen. Der Mord an Walter Lübcke gilt als erster politisch motivierter Anschlag auf einen deutschen Amtsträger durch einen Neonazi in der Bundesrepublik. Der Täter wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Im Prozess nannte der Täter Lübckes engagiertes Eintreten für Geflüchtete als Motiv für die Tat.

Das Verhältnis zwischen Merz und der Familie Lübcke war zuletzt nicht unbelastet. Umstrittene Äußerungen des Kanzlers zum Gedenken hatten die Witwe im vergangenen Jahr zu einer öffentlichen Reaktion bewogen – sie zeigte sich "sehr befremdet". Lübckes Familie und der Kanzler führten am Montag auch persönliche Gespräche - die Inhalte blieben privat.

Nun appellierte Merz in einem Statement am Montag: "Diese Mordtat muss uns auch weiterhin als Mahnung dienen." Kommunalpolitiker würden seit Jahren immer häufiger bedroht. "Diese Bedrohung beginnt mit der Verrohung der Sprache. Diese unselige Tendenz ist nicht hinnehmbar", so der Kanzler. (Moritz Pappert) +++

Der ermordete Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke
Foto: Archiv ON

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