Vom Zimmereibetrieb zum Fertighaushersteller

150 Jahre Rensch-Haus: Festakt mit Landrat, Bürgermeister und Handwerk

Mit einem Festakt für zahlreiche geladene Gäste hat Rensch-Haus am Samstagvormittag sein 150-jähriges Firmenjubiläum begangen.
Fotos: Moritz Bindewald

31.05.2026 / KALBACH - Mit einem Festakt für zahlreiche geladene Gäste hat Rensch-Haus am Samstagvormittag sein 150-jähriges Firmenjubiläum begangen. Politiker, Handwerksvertreter und Wegbegleiter würdigten das Traditionsunternehmen aus Kalbach-Uttrichshausen in Grußworten - bevor im Anschluss das Gelände für Besucher aus nah und fern öffnete.



Was 1876 als kleiner Zimmereibetrieb in der Rhön begann, ist heute ein bundesweit bekannter Fertighaushersteller mit rund 250 Mitarbeitern und Musterhäusern in ganz Deutschland. Sechs Generationen der Familie Rensch haben das Unternehmen durch Kriege, Wirtschaftskrisen und technologische Umbrüche geführt. Heute leiten Martin Rensch (5. Generation), sein Sohn Daniel Rensch (6. Generation) und Dirk Wolschke gemeinsam die Geschäfte.

"150 Jahre ist natürlich eine enorme Tradition, die Verantwortung bedeutet - für uns, aber auch für die Zukunft", sagte Martin Rensch im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. "Wir haben bisher vieles richtig gemacht, und mit dieser Erfahrung, dieser Kompetenz und auch mit Innovation gehen wir neu in die Zukunft."

Lob von Landrat und Bürgermeister

Grußworte sprachen unter anderem Landrat Bernd Woide, Kalbachs Bürgermeister Mark Bagus, Dietmar Dettelwig als Obermeister der Zimmererinnung, Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer für die Kreishandwerkerschaft Fulda und die Handwerkskammer Kassel sowie Achim Hannott vom Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF). Rensch-Haus hatte die Auswahl der Redner bewusst begrenzt, wie Geschäftsführer Martin Rensch erläuterte: "Man kann ja nicht alle einladen, ein Grußwort zu sagen - das zieht sich sonst sehr stark in die Länge. Aber es ist uns immer wichtig, dass die Menschen, mit denen wir teilweise schon seit vielen Jahren zusammenarbeiten, auch zu Wort kommen."

Landrat Bernd Woide hob die wirtschaftliche Bedeutung des Unternehmens für den Landkreis hervor: "Über die 150 Jahre werden das Tausende von Menschen gewesen sein, die hier für Rensch-Haus gearbeitet haben und damit einen wichtigen wirtschaftlichen Beitrag für die Region geleistet haben." Besonders lobte er die Verbindung von Handwerk und Moderne: "Das zusammenzuführen, das macht, glaube ich, den Erfolg aus."

Kalbachs Bürgermeister Mark Bagus betonte die Bodenständigkeit des Unternehmens: "Die Familie Rensch hat nie vergessen, wo ihre Wurzeln liegen. Der Standort Kalbach-Uttrichshausen ist nicht nur Produktionsstätte, sondern auch Herzstück des Unternehmens." In Zeiten, in denen viele Betriebe verlagert oder anonym geführt würden, sei das ein starkes Zeichen. Dass ein Unternehmen aus der Gemeinde deutschlandweit für Qualität im Holz- und Fertigbau stehe, mache ihn "sehr stolz".

Das Handwerk gratuliert

Dietmar Dettelwig, Obermeister der Zimmererinnung, fand einen treffenden Satz für das Jubiläum: "Tradition entsteht nicht durch das Alter allein, sondern durch die Qualität der Arbeit über Generationen hinweg." Er hob hervor, dass Rensch-Haus trotz Wachstum den Charakter eines Familienunternehmens bewahrt habe - und lobte den Baustoff Holz: "Holz ist nicht nur ein Baustoff - Holz ist ein Werkstoff mit Seele."

Thorsten Krämer, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Fulda, zog einen ungewöhnlichen Vergleich: "Es wird sicherlich keinen Otto-Motor aus dem Jahr 1876 mehr geben, der noch funktionsfähig ist - aber es wird garantiert irgendwo in der Rhön ein Fachwerk geben, das die Firma Rensch damals gesetzt hat. Das unterscheidet nachhaltiges Handwerk von manch anderer Innovation." Krämer, der auch im Namen der Handwerkskammer Kassel sprach, überbrachte Grüße von Präsident Frank Dittmar, Vizepräsident Rolph Limbacher und Hauptgeschäftsführer Jürgen Müller - und überreichte eine Jubiläumsurkunde, die den Eintrag der Firma Rensch in die Handwerksrolle auf den 28. August 1876 datiert.

Größter Zimmermannsklatsch der Fertighausbranche

Nach dem Festakt öffnete das Werksgelände für die Öffentlichkeit. Ein besonderes Highlight war der Zimmermannsklatsch um 14 Uhr – ein bei Rensch-Haus fest verankertes Ritual, das den Angaben des Unternehmens zufolge als größter Zimmermannsklatsch der Fertighausbranche aufgeführt wurde. Die Zimmerleute traten dabei auf einem sich drehenden Dachstuhl auf.

Ebenfalls am Samstag wurde das neue Modulhaus Future Cube R C-50.2 eröffnet – ein weiteres Zeichen dafür, dass das Unternehmen den Spagat zwischen Handwerkstradition und modernen Wohnkonzepten sucht. Am Sonntag erwartet die Besucher ab 13:30 Uhr zusätzlich eine Flugshow.

Neben Werksführungen, Musterhausbesichtigungen und Fachvorträgen zu Themen wie Energieeffizienz, Wärmepumpe und Smart-Home-Technologie sorgt eine Genussmeile für das leibliche Wohl. Für Familien stehen Hüpfburgen, ein Karussell und Mitmachaktionen bereit.

Das Jubiläumswochenende geht am Sonntag, 31. Mai, von 11 bis 17 Uhr weiter - mit Gottesdienst um 10 Uhr, Live-Musik und dem traditionellen Zimmermannsklatsch um 14 Uhr. (Moritz Bindewald) +++

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