Schwimmbad als Kulturraum

BäderKultur 2026 mit 27 Veranstaltungen im leergepumpten Hallenbad

Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule und Künstlerische Leitung des Erlenbads Anja Kierblewski
Fotos: Förderverein des Erlenbad Alsfeld

29.05.2026 / ALSFELD - Wo sonst Wasser schimmert, Schwimmer ihre Bahnen ziehen und Kinderstimmen durch die Halle hallen, entsteht im Sommer 2026 erneut ein besonderer Ort: Das leergepumpte Hallenbad des Alsfelder Erlenbades wird für neun Wochen zur Bühne, zum Konzertsaal, zur Galerie und zum Treffpunkt für Menschen. Mit der Veranstaltungsreihe "BäderKultur" verwandelt der Förderverein "Badefreu(n)de" das trockengelegte Becken nach 2019 zum zweiten Mal in einen kulturellen Erlebnisraum mit außergewöhnlicher Atmosphäre.



Bei der Programmvorstellung am Freitagmorgen im vorbereiteten Hallenbad sorgte das Saxophon-Trio "SAXproTon" für einen ersten akustischen Eindruck. Zwischen Fliesen, Kletterwand und leerem Becken wurde spürbar, was die BäderKultur ausmacht: eindrucksvolle Akustik, ungewöhnliche Nähe zwischen Publikum und Künstlern und die besondere Stimmung des Ortes.

Ein Hallenbad darf im Sommer nicht ungenutzt bleiben

Initiatorin und künstlerische Leiterin ist die Vereinsvorsitzende Anja Kierblewski, unterstützt von Ehrenamtlichen, Künstlerinnen und Künstlern, dem Erlenbad-Team sowie regionalen Sponsoren. Die Idee entstand aus der Frage, warum ein Hallenbad im Sommer ungenutzt bleiben sollte. Aus der Leere entwickelte sich die Vision eines offenen Kulturraums – vier Meter unter dem Alltag. Dort entstehen Konzerte, Lesungen, Vorträge, Tanz, Workshops, Ausstellungen und Mitmachangebote für alle Generationen.

"Es geht nicht um Hochkultur im klassischen Sinne, sondern um Offenheit, Vielfalt und gemeinsame Erlebnisse", so Kierblewski. Die Atmosphäre des leeren Beckens schaffe einen Raum, in dem Berührungsängste verschwinden und Begegnungen möglich werden.

Vielfalt von Chorkonzert bis Grunge-Rock

Das Programm der BäderKultur 2026 spiegelt diese Vielfalt wider: Zur Eröffnung am 14. Juni gestalten drei Chöre ein gemeinsames "Ch(l)orkonzert". Es folgen Vorträge mit Mathematiker Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher, Yoga- und Bewegungsangebote, Kreativworkshops, Vernissagen, Rudelsingen, Lesungen, Tanzworkshops sowie zahlreiche Konzerte – von Singer/Songwriter über Grunge-Rock bis zum Saxophon-Finale "Last Splash".

Der Großteil der Veranstaltungen ist kostenfrei. Viele Künstler treten "für den Hut" auf oder verzichten auf Gagen. Einnahmen aus Hutspenden gehen direkt an die Akteure. Der Förderverein verfolgt keine wirtschaftlichen Interessen. Ermöglicht wird die Reihe durch ehrenamtliches Engagement und regionale Unterstützer wie OVAG, Sparkasse Oberhessen, Vogelsbergkreis, Bauunternehmen Ochs, Industriebedarf Klohk und Studio AW Architekten. Rund 4.600 Euro an Fördermitteln und Spenden wurden bereits eingeworben; weitere Unterstützung über das Programm "Landeskulturperlen" ist beantragt.

"Ein Ort, der neu gedacht wird"

Schirmherr Stephan Paule, Bürgermeister von Alsfeld, sieht in der BäderKultur mehr als ein Kulturprogramm: "Das Erlenbad wird neu gedacht. Das Projekt zeigt, wie Räume belebt und für alle zugänglich gemacht werden können. Gerade jetzt entstehen hier Begegnungen, die im Alltag oft zu kurz kommen."

Auch Ralf Kaufmann, Geschäftsführer der Alsfelder Bäder GmbH, begrüßt die besondere Nutzung: "Das Erlenbad ist ein Ort der Begegnung – normalerweise im Wasser. Die BäderKultur zeigt, dass dieser Ort auch ohne Wasser eine besondere Kraft entfalten kann." Der Förderverein möchte mit der Reihe nicht nur Kultur schaffen, sondern das Erlenbad als sozialen Ort stärken. Die BäderKultur versteht sich als Einladung an alle Menschen, unabhängig von Alter, Herkunft oder Vorerfahrung.

Das vollständige Programm liegt im Erlenbad und an vielen Auslagestellen aus oder ist online unter www.erlenbad-alsfeld.de/baederkultur einsehbar. Tickets für die Lesung mit Tim Frühling und den musikalischen Abend mit Sören Flimm gibt es an der Erlenbad-Kasse oder im Alsfelder Buchladen Lesenswert. (pg/pm) +++

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