Karsten Koudela jetzt in Kassel
"Wie nach Hause kommen": Carsten Faust übernimmt die Leitung der JVA-Fulda
Fotos: Rene Kunze
29.05.2026 / FULDA - Im feierlichen Rahmen im Stadtschloss hat die Justizvollzugsanstalt (JVA) Fulda am Freitag einen besonderen Moment erlebt: den offiziellen Wechsel an der Spitze der Anstalt. Während Karsten Koudela nach sieben prägenden Jahren verabschiedet wurde, trat Carsten Faust - ein bekanntes Gesicht im hessischen Justizvollzug - in sein neues Amt ein.
Zwischen musikalischer Begleitung würdigten Politik, Justiz und Verwaltung beide Männer und betonten die Bedeutung der JVA für die Stadt - auch für den bevorstehenden Hessentag im Juni. Claus Peter Mihm, stellvertretender Leiter der Justizvollzugsanstalt Fulda, dankte in seiner Begrüßung Koudela für seinen Einsatz und sagte an Faust gerichtet: "Wir werden Herausforderungen und Aufgaben gut meistern." Auch Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Christian Heinz, Hessischer Minister der Justiz und für den Rechtsstaat, waren als Gäste im Marmorsaal des Fuldaer Stadtschlosses.
Bekanntes Gesicht kehrt zurück nach Fulda
Der neue JVA-Leiter Carsten Faust zeigte sich gegenüber OSTHESSEN|NEWS dankbar für das Vertrauen: "Die Stelle in Fulda wurde frei - und so konnte ich die Leitung übernehmen. Ich empfinde große Freude, Demut und Verantwortung." Faust war bereits von 2008 bis 2012 in Fulda tätig. "Das ist wie nach Hause kommen", macht er in seiner Ansprache deutlich. "Die Anstalt hat sich weiterentwickelt, die Sicherheitsvorkehrungen wurden ausgebaut", sagte er. Um sich erneut einzuarbeiten, hat er viel Zeit im Hafthaus verbracht, um Bedienstete und Abläufe kennenzulernen. Der aus dem Hersfelder Raum stammende neue Leiter kommt aus der JVA Hünfeld, in der er acht Jahre Vollzugsabteilungsleiter war. Fuldas Anstalt ist mit etwa 80 Gefangenen zwar kleiner, aber mit einer Besonderheit: "Wir haben sowohl offenen Vollzug als auch Untersuchungshaft." Mit Blick auf das größte Landesfest - den Hessentag - erklärte gegenüber O|N: "Wir liegen mitten im Geschehen. Die offenen Wege zu Gerichten, Lieferanten und Notarzt werden gewährleistet."
Koudela: "Ich übergebe das Amt mit Dankbarkeit"
Karsten Koudela, der sieben Jahre die JVA Fulda leitete, wechselt nach Kassel - näher an seine Heimat. "Ich wäre eigentlich immer in Fulda geblieben. Die Arbeit war sehr schön - und die Stadt natürlich auch", sagte er im Gespräch mit O|N. Seit dem 1. August 2025 arbeitete er bereits drei Tage in Kassel und zwei in Fulda. Er wollte nicht gehen, bis ein Nachfolger gefunden war. Zu seiner Arbeit in Kassel sagte er: "Seit 2021 werden dort bis etwa 2037 verschiedene Bereiche saniert, die Tage sind also so und durch die Arbeit gut gefüllt." Die Arbeit selbst ist für ihn menschlich sehr angenehm - auch, weil er viele davon schon kennt. "Jetzt als stellvertretender Leiter der JVA Kassen I ist es nicht die gleiche Arbeit wie in Fulda, aber das ist in Ordnung und beabsichtigt so." Würdigung aus Politik und Justiz
In seiner Ansprache ging Heinz auch auf die Entwicklung der Justiz ein und hob hervor: "Anders als die körperliche Züchtigung damals setzen wir heutzutage auf Resozialisierung." Das zeigen auch viele Angebote in der JVA Fulda, darunter der Papa-Treff. Auch das umstrittene Thema, Kinder unter 14 Jahren inhaftieren zu dürfen, sprach er an. Für ihn sei das nicht die richtige Lösung, denn "es sind Kinder und für die ist ein Gefängnis nicht der geeignete Ort." Mit dem Wechsel an der Spitze beginnt für die JVA Fulda ein neues Kapitel. Während Karsten Koudela dankbar auf sieben prägende Jahre zurückblickt, übernimmt Carsten Faust die Verantwortung mit viel Erfahrung und spürbarer Verbundenheit zur Anstalt. Politik und Stadt betonten am Freitag die enge Zusammenarbeit - ein Signal, das gerade mit Blick auf den Hessentag an Bedeutung gewinnt. (mis) +++