Das Dauerthema bleibt

Zweite Zufahrt zum Wehneberg: Stadt will auf schnelle Entlastung setzen

Die Verkehrssituation rund um den Wehneberg bleibt eines der großen Streitthemen in der Bad Hersfelder Stadtpolitik.
Archivfoto: O|N / Christopher Göbel

29.05.2026 / BAD HERSFELD - Die Verkehrssituation rund um den Wehneberg und das Klinikum beschäftigt die Bad Hersfelder Politik weiter intensiv. Seit Jahren klagen Anwohner über hohe Verkehrsbelastung, Baustellenverkehr und schwierige Rettungswege. Nun hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die langfristige Planung für eine zweite Zufahrt zwar fortzuführen, kurzfristig aber zunächst kleinere und schneller umsetzbare Maßnahmen zu priorisieren.



Grundlage der Diskussion war eine umfangreiche Machbarkeitsuntersuchung, in der mehrere Varianten für eine zusätzliche Erschließung des Wehnebergs geprüft wurden. Dabei standen sowohl Verkehrsführung als auch Naturschutz und Baukosten im Fokus. Die Untersuchungen zeigten jedoch auch, dass eine neue Zufahrt ein komplexes und langwieriges Verfahren mit hohen Kosten und schwierigen Genehmigungen bedeuten würde.

"Eine tägliche Zumutung"

CDU-Stadtverordneter Jan-Ulrich Saal machte in der Sitzung deutlich, wie groß der Handlungsdruck aus Sicht seiner Fraktion inzwischen ist. "Das Verkehrschaos am Seilerweg ist eine tägliche Zumutung", sagte Saal. Bereits im ursprünglichen Bebauungsplan von 1994 sei eine zweite Zufahrt vorgesehen gewesen. "Passiert ist seitdem allerdings nichts", kritisierte er.

Als kurzfristige Lösung brachte die CDU eine Einbahnstraßenregelung ins Spiel. Nach den Vorstellungen der Fraktion könnte der Verkehr künftig über den Wehneberg hinauf und über den Seilerweg hinuntergeführt werden. Zudem sei die Idee einer zusätzlichen Rettungsspur entstanden, um insbesondere die Situation für Einsatzfahrzeuge zu verbessern.

Bürgermeisterin: Seit 1994 ist nichts passiert

Bürgermeisterin Anke Hofmann betonte, dass die Entlastung der Anwohner parteiübergreifend das gemeinsame Ziel sei. "Wir brauchen kurz- und mittelfristige Entlastung und eine zweite Zufahrt", erklärte Hofmann. Seit rund zweieinhalb Jahren arbeite die Verwaltung intensiv an dem Thema und habe bereits wichtige Grundlagen geschaffen.

Gleichzeitig machte die Bürgermeisterin deutlich, dass eine zusätzliche Zufahrt nicht kurzfristig realisiert werden könne. "Wenn wir eine zweite Zufahrt umsetzen, dann geht das nicht innerhalb weniger Jahre", sagte Hofmann. Mit Blick auf die Vergangenheit ergänzte sie: "Seit 1994 ist nichts passiert – in all den Jahren hätte etwas geschehen können, wenn man das gewollt hätte."

Wann wird eine Lösung gefunden?

Die Stadt will deshalb nun zunächst kurzfristige Maßnahmen genauer prüfen. Dazu gehören unter anderem Veränderungen im bestehenden Straßennetz, Anpassungen bei Parkflächen sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer. Nach der Sommerpause sollen die Vorschläge erneut im Ausschuss beraten werden.

Am Ende beschloss die Stadtverordnetenversammlung, die langfristige Planung einer zweiten Zufahrt weiterzuführen und gleichzeitig zunächst kurzfristige Entlastungsmaßnahmen in den Mittelpunkt zu stellen. (Constantin von Butler) +++

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