So reagieren die Stadt und Hessen Mobil

Gefährliche Ampelschaltung? Bürger warnt vor Risiken an Petersberger Straße

Die geänderte Ampelschaltung an der stark befahrenen Petersberger Straße in Fulda sorgt für Unmut.
Fotos: Rene Kunze

05.06.2026 / FULDA - "Als besorgter Bürger und Verkehrsteilnehmer wende ich mich bezüglich einer akuten Gefährdungssituation an Sie" - diese Nachricht erreichte unsere Redaktion Ende Mai. Das Anliegen: Die geänderte Ampelschaltung an der stark befahrenen Petersberger Straße in Fulda sorgt für Unmut. Seit Kurzem schaltet die Fußgängerampel an der Kreuzung B 458 / Am Ziegelberg / Schillerstraße nicht mehr automatisch auf Grün - Fußgänger müssen nun zwingend den Taster drücken. Für den Leser ist das sowohl ein Rückschritt als auch deutlich gefährlicher - vor allem für Schüler.



"Nach der jüngsten Umstellung der Lichtzeichenanlage im Zuge der Optimierung der "Grünen Welle" wurde die Signalphasenlogik für Fußgänger massiv verschlechtert. Die Fußgängerfreigabe über die viel befahrene Petersberger Straße erfolgt nun nicht mehr automatisch im regulären Umlauf, sondern ist zwingend an eine manuelle Taster-Anforderung gekoppelt", erklärte der Leser gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Die neue Schaltung führt dazu, dass Autos und Fußgänger gleichzeitig Rot haben, wenn niemand oder zu spät gedrückt wird. Das senke die Signalakzeptanz und verleite Menschen - vor allem Kinder - zu gefährlichen Rotlichtüberquerungen.

Hessen Mobil gegen Leserantrag

Die Forderungen des Lesers sind klar formuliert: "Um die Sicherheit der Fußgänger nicht zu beeinträchtigen, beantrage ich die Anordnung einer automatisierten Fußgängergrünphase ohne Tasteranforderung, wenn beide Hauptrichtungen Rot signalisiert bekommen. Dabei muss die Fußgängerphase zwingend und automatisch ohne Tasterdruck in den Signalumlauf integriert werden. Da in diesem spezifischen Signalzustand ohnehin kein fließender Verkehr in den Hauptrichtungen freigegeben ist, entsteht durch das automatische Fußgängergrün keinerlei Verlust an Kapazität oder Koordinierungsfähigkeit für den Kfz-Verkehr. Jede künstliche Verzögerung durch einen Zwang zur Tasterbetätigung in diesem Zeitfenster ist verkehrstechnisch unnötig und stellt ein vermeidbares Sicherheitsrisiko dar."

Bei Hessen Mobil hatte der O|N-Leser bereits angefragt. Der Antrag wurde allerdings mit folgender Aussage abgelehnt: "Die eine neue Phase ist die, die Sie beschrieben haben, dass die Fußgänger ihr 'Grün' anfordern müssen. Das ist bei Ampeln weltweit Stand der Technik und wird so auch allgemein akzeptiert. Es gilt die Regel: 'Bei ROT bleibe stehn, bei GRÜN kannst Du gehen!' Das gilt auch für Schüler. Der Vorteil der neuen Phase besteht darin, dass dem Kfz-Verkehr wesentlich schneller wieder in den Hauptrichtungen die Freigabe erteilt werden kann. Nachteilig kann es vorkommen, dass Fußgänger längere Wartezeiten hinnehmen müssen. Das Verhalten der Personen an der Ampel wurde von Mitarbeitern von Hessen Mobil vor Ort beobachtet. Bei korrektem Verhalten aller Verkehrsteilnehmer entstanden keine Gefahrensituationen. Dementsprechend sind keine Veränderungen in der Signalschaltung vorgesehen. Wobei auch für Hessen Mobil als oberstes Ziel immer die Sicherheit zählt."

Gegenüber O|N ergänzte Hessen Mobil zum Thema Ampelschaltung: "Entgegen der Annahme würden sich die Wartezeiten des Verkehrs sehr wohl verlängern, wenn die Grünphasen für Fußgänger wieder automatisch angezeigt werden würden. Dies würde der Absicht daher deutlich entgegenwirken, die Wartezeiten zu verkürzen. Aus der Sicht von Hessen Mobil gibt es daher keinen Handlungsbedarf die neuen Ampelschaltungen zu ändern, die in Zusammenarbeit mit der Straßenverkehrsbehörde umgesetzt werden."

Die Stadt Fulda wurde ebenfalls um eine Statement gebeten. Auf unsere Redaktion antwortete Johannes Heller, Pressesprecher der Stadt: "Der Leser hat sich mit seinem Anliegen bereits auch an die Straßenverkehrsbehörde der Stadt Fulda gewendet. Die Behörde hat angeboten, zusammen mit allen Beteiligten (Straßenverkehrsbehörde, Hessen Mobil, Polizei) nach den Sommerferien gemeinsam mit dem Leser einen Ortstermin durchzuführen. Die Rückmeldung des Lesers zu diesem Angebot steht noch aus."

Ob und wie die Ampelschaltung an der Petersberger Straße noch einmal angepasst wird, bleibt damit vorerst offen. Während Hessen Mobil keinen Handlungsbedarf sieht, signalisiert die Stadt Fulda Gesprächsbereitschaft und möchte das Anliegen gemeinsam mit allen Beteiligten vor Ort prüfen. Bis zu einem möglichen Ortstermin nach den Sommerferien bleibt die Situation jedoch unverändert - und die Diskussion über Sicherheit, Wartezeiten und Verkehrsfluss geht weiter. (mis) +++

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