Dankbar für natürliche Geburt

Doch kein Kaiserschnitt: Ein kleiner Engel weiß, wie er auf die Welt kommen will

Happy End im Klinikum Fulda! Familie Engel mit ihren Söhnen Marlon und Maximilian und Privatdozent Dr. med. Martin Koch
Fotos: Carina Jirsch

07.06.2026 / FULDA - Friedlich liegt der kleine Maximilian in seinem Kinderwagen und schläft. Dass der junge Mann vor vier Wochen für große Aufregung gesorgt und die Pläne seiner Eltern komplett über den Haufen geworfen hat, sieht man ihm nicht an. Familie Engel aus Neuhof-Giesel hatte für die Geburt ihres zweiten Kindes alles gut vorbereitet. Nachdem ihr erster Sohn Marlon vor viereinhalb Jahren als Beckenendlage einen komplizierten und langwierigen Weg ins Leben gewählt hatte und es bei der Geburt nicht mehr voranging, musste er per Kaiserschnitt geholt werden.


"Diese Erfahrung hat mich sehr geprägt. Unser Kind wurde damals zur weiteren Versorgung ins Klinikum Fulda auf die Intensivstation verlegt", berichtet Michaela Engel bei dem Gespräch im Klinikum. Dort auf der Intensivstation habe sie sich sehr gut aufgehoben gefühlt und war dankbar für die gute Betreuung. Deshalb sollte es beim zweiten Kind gleich zur Sektio in den OP gehen, hatte die werdende Mutter ganz bewusst entschieden, um jedes Risiko bei der bevorstehenden Geburt zu vermeiden.

Auf welchem Weg eine Schwangere ihr Kind auf die Welt bringt, ist in der Regel ganz allein ihre eigene Entscheidung. "Für uns steht generell das Wohl von Mutter und Kind dabei im Fokus", erläutert der Direktor der Frauenklinik und Geburtshilfe, Privatdozent Dr. med. Martin Koch. Im Klinikum liegt der Anteil der Kaiserschnittgeburten seit Jahren unverändert bei 30 bis 40 Prozent.

Michaela Engel hatte sich also ganz bewusst entschlossen, den geplanten Kaiserschnitt im Klinikum Fulda durchführen zu lassen. Am Freitag zuvor hatte sie noch ein ausführliches Gespräch mit der Ärztin, der Termin wurde festgelegt. "Für uns war der Plan ganz klar: Am Donnerstagmorgen um sieben Uhr morgens wollten wir ins Klinikum kommen und anschließend unseren kleinen 'Jonas' mit nach Hause nehmen. Doch unser Sohn hatte offenbar ganz eigene Pläne. In der Nacht vor dem geplanten Termin kam es zu einem spontanen Blasensprung, und plötzlich entwickelte sich alles ganz anders als gedacht."

Weil sich das Kind zu diesem Zeitpunkt schon tief im Geburtskanal befand, empfahl der Geburtshelfer, es doch auf natürlichem Weg zu versuchen. Zunächst sei sie skeptisch gewesen, sagt die junge Mutter, zumal sie in Erwartung des Kaiserschnitts auch keinerlei Geburtsvorbereitungskurs besucht hatte. "Doch der Arzt hat uns nochmals in Ruhe und sehr einfühlsam aufgeklärt und mir ein unglaublich gutes und sicheres Gefühl gegeben, sodass ich mich darauf einlassen konnte, die Geburt auf natürlichem Weg zu versuchen." Und das an einem Tag, an dem es im Kreißsaal offensichtlich viel zu tun gab und mehrere Babys gleichzeitig zur Welt kamen.

Aus geplantem Kaiserschnitt wurde natürliche Geburt

Und so wurde aus dem geplanten Kaiserschnitt eine spontane Geburt. "Ein für uns sehr intensives, überwältigendes und im Nachhinein wunderschönes Erlebnis", sagen die frischgebackenen Eltern. Damit wurde aber auch ein weiterer Plan über den Haufen geworfen, denn eigentlich hatten sich Engels ja den Namen Jonas für ihren kleinen Sohn ausgesucht. "Doch weil die Situation ganz anders verlaufen war als gedacht, waren wir uns mit dem Namen plötzlich nicht mehr sicher, und schließlich sind wir mit unserem Sohn Maximilian nach Hause gegangen. Wir haben uns schließlich ganz bewusst für diesen Namen entschieden, sagt Michaela Engel - auch wegen dessen Bedeutung: Maximilian steht für Stärke, Entschlossenheit und Selbstvertrauen. Genau das passt zu diesem Baby, das offenbar genau weiß, was es will.

Weil alles so wunderbar gelaufen ist, bedankten sich die Engels nachträglich schriftlich beim gesamten Team auf der Geburtsstation: "Von den Hebammen im Kreißsaal über das Team der Anästhesie bis hin zu den Schwestern und der MFA auf der Station haben wir uns zu jeder Zeit bestens betreut und aufgehoben gefühlt. Selbst kleine Begegnungen, wie mit der stets gut gelaunten Dame bei der Frühstücksausgabe, haben dazu beigetragen, dass wir diese Tage in so positiver Erinnerung behalten werden. Sogar die Reinigungskraft hat mir gratuliert. Für uns war die Betreuung rundum menschlich wie fachlich einfach sehr zufriedenstellend." Um diese wunderbare Erfahrung zu teilen, habe sie ans Klinikum geschrieben. Damit wolle sie auch anderen Müttern Mut machen, es auf natürlichem Weg zu versuchen, sagt die junge Mutter und strahlt. (Carla Ihle-Becker)+++

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