Besuch auf dem Minenjagdboot "Fulda"

Mit Dudelsack und Kilt: Drum & Pipe Band "Targe of Gordon" auf hoher See

Drum & Pipe Band Targe of Gordon mit dem Kommandanten des Minenjagdbootes, Herrn Fregattenkapitän Michael Voigt (links), sowie dem Kapitänleutnatn Fabian Zieren (rechts), vor dem Minenjagdboot Fulda.
Fotos: Drum & Pipe Band Targe of Gordon

28.05.2026 / KIEL/FULDA - Die Vereinsfahrt der Drum & Pipe Band "Targe of Gordon 1997" Fulda führte die Musikerinnen und Musiker Mitte April in den hohen Norden: Anlass war der Patenschaftstag des Minenjagdbootes "Fulda" in Kiel am 17. April. Seit vielen Jahren verbindet die Stadt Fulda und das gleichnamige Minenjagdboot der Deutschen Marine eine lebendige Patenschaft – und "Targe of Gordon" war mit ihren schottischen Klängen mitten im Geschehen.



Zum Auftakt der Fahrt stand ein besonderes Highlight auf dem Programm: Die Mitglieder der Band durften an Bord des Minenjagdbootes gehen und bei einer rund dreistündigen Fahrt durch die Kieler Förde mitfahren. Während der Ausfahrt erhielten die Fuldaer Gäste spannende Einblicke in den Alltag der Marinesoldatinnen und -soldaten. Von der Arbeit auf der Brücke über die technischen Einrichtungen an Bord bis hin zum Bordleben im Einsatz erklärten Besatzungsmitglieder geduldig ihre Aufgaben und beantworteten zahlreiche Fragen. Für viele der Musiker war es der erste direkte Kontakt mit einem Schiff der Deutschen Marine – entsprechend groß waren Neugier und Begeisterung.

Dudelsäcke und Trommeln sorgten für besondere Atmosphäre

Im Anschluss an die Bootsfahrt ging es für "Targe of Gordon" direkt musikalisch weiter: Auf der Gorch-Fock-Mole in Kiel gestaltete die Band den Patenschaftstag mit mehreren Auftritten. Vor der eindrucksvollen maritimen Kulisse sorgten die Dudelsäcke und Trommeln für besondere Atmosphäre. Die Besatzung des Minenjagdbootes "Fulda" um den Fregattenkapitän Voigt sowie zahlreiche Gäste zeigten sich sichtlich erfreut über die musikalische Begleitung. Neben der Drum & Pipe Band waren unter anderem Vertreter der Stadt Fulda sowie Mitglieder der Marinekameradschaft Fulda nach Kiel gereist, um die Patenschaft zu pflegen und die Verbundenheit zwischen Stadt, Verein und Marine zum Ausdruck zu bringen.

Kameradschaft und Gastfreundschaft wurden an diesen Tagen großgeschrieben: Die Bandmitglieder erlebten eine offene, herzliche Aufnahme durch die Besatzung. Bei Gesprächen an Deck, auf der Mole und beim gemütlichen Beisammensein wurde deutlich, wie wichtig solche Begegnungen sind, um die Patenschaft mit Leben zu füllen.

Gedenken an die auf der See gebliebenen Marineangehörigen

Auch am folgenden Tag durften die Musiker noch einmal maritimes Flair genießen. Beim Auslaufen des Minenjagdbootes "Fulda" zu einem Familientag spielte "Targe of Gordon" erneut auf der Mole. und begleiteten eindrucksvoll das Ablegen des Schiffes.

Im Anschluss führte die Vereinsfahrt zum Marine-Ehrenmal Laboe. Dort gedachten die Fuldaer den auf See gebliebenen Marineangehörigen und beschäftigten sich mit der Geschichte der deutschen Marine. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des U-Boots U 995, das als technisches Denkmal einen eindrucksvollen Einblick in die beengten Lebens- und Arbeitsbedingungen früherer U-Boot-Besatzungen vermittelt. Die Mischung aus Musik, maritimer Gegenwart und historischer Auseinandersetzung hinterließ bei den Vereinsmitgliedern nachhaltige Eindrücke.

Traditionelle Verabschiedung des Hauptbootsmanns

Am Nachmittag stand dann noch einmal ein musikalischer Einsatz auf dem Programm: Beim Einlaufen des Minenjagdbootes "Fulda" sorgte "Targe of Gordon" erneut für den passenden Klangteppich. Ein besonderes Erlebnis war dabei die Verabschiedung eines Hauptbootsmanns, der auf äußerst traditionelle Weise das Schiff verließ: Statt wie üblich über die Stelling an Land zu gehen, nahm er gewissermaßen den "direkten Weg" über die frische Ostsee. Diese außergewöhnliche Aktion sorgte bei Zuschauern wie Musikern gleichermaßen für Staunen und Heiterkeit und wird sicherlich als Anekdote noch lange in Erinnerung bleiben.

Besuch eines Wikingerdorfes

Nach einem geselligen Abend mit vielen Gesprächen, gemeinsamen Erinnerungen und dem Austausch über die Erlebnisse der vergangenen Tage trat die Gruppe am Sonntag die Rückreise nach Fulda an. Zuvor stand jedoch noch ein weiterer kultureller Höhepunkt an: Ein Besuch des Wikingerdorfes Haithabu bei Schleswig bildete den stimmungsvollen Abschluss der Vereinsfahrt. Zwischen rekonstruierten Wikingerhäusern, Museumsexponaten und anschaulichen Informationen zur Geschichte der Region konnten die Mitglieder von "Targe of Gordon" noch einmal in eine andere Welt eintauchen. Die vielfältigen Eindrücke – vom Marineschiff über das Ehrenmal bis zum Wikingerdorf – machten die Fahrt zu einem rundum gelungenen Gemeinschaftserlebnis.

Wer Targe of Gordon live erleben möchte, hat dazu in den kommenden Monaten mehrfach Gelegenheit: Auftritte stehen unter anderem beim Gartenfest im Kloster Eberbach (13. Juni), beim Hessentagsumzug in Fulda (21. Juni), bei einer Musikshow in Ufhausen/Eiterfeld (27. Juni) sowie bei den Rhöner Highland Games in Birx (25. Juli) auf dem Programm. Weitere Konzerte folgen am 13. September auf Schloss Fasanerie und am 24. November in Rückers/Flieden.

Der Verein freut sich auch immer über neue Mitglieder – egal ob mit oder ohne Vorkenntnisse an Dudelsack oder Trommel. Interessierte sind herzlich eingeladen, eine der Proben zu besuchen. Die Vereinsfahrt nach Kiel hat einmal mehr gezeigt, wie Musik Menschen verbindet – auf der heimischen Bühne ebenso wie an der Kieler Förde. (pg/pm) +++

X