Stadt ergreift jedes Jahr Maßnahmen
Riesen-Bärenklau wächst wieder um die Wette: Vorsicht vor gefährlicher Pflanze
Der Riesen-Bärenklau wächst wieder.
Archivfotos: O|N/Maria Franco
26.05.2026 / FULDA -
Hier ist Vorsicht geboten: Ein O|N-Leser wandte sich mit einem wichtigen Hinweis an unsere Redaktion. "Ich habe am Aueweiher in Fulda jede Menge Riesen-Bärenklau gesehen, der sprießt wie verrückt. Ich habe das Gefühl, das wird jedes Jahr früher." Mit seinen prächtigen weißen Dolden ragt diese Pflanze mehrere Meter in die Höhe. Die Finger davon lassen sollte man allemal, da Rötungen, Quaddeln und andere Verbrennungserscheinungen ausgelöst werden können.
Der Stadt Fulda ist das Problem bekannt. Aus der Magistratspressestelle teilt Johannes Heller mit: "Die Herkulesstaude ist in Fulda aufgrund ihrer hohen Reproduktionsfähigkeit inzwischen im gesamten Stadtgebiet sehr präsent. Sie wächst mittlerweile nicht mehr nur entlang der Fulda (dem ursprünglichen Haupt-Verbreitungsweg), sondern wir finden sie inzwischen auch in der Nähe von Spielplätzen, Sportanlagen oder auch entlang der Fuß- und Radwege durch die Aue."
"Reporduktionspotenzial außerordentlich"
Weiter heißt es: "Die Stadt Fulda bekämpft diese Pflanze insbesondere zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit und mit dem Ziel, die weitere Verbreitung der Staude einzuschränken. Sehr wahrscheinlich werden wir sie aber nicht mehr gänzlich ausrotten können." Der Grund: "Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September. Eine einzige Pflanze produziert zwischen 10.000 und 40.000 keimfähige Samen, die zudem eine hohe Keimungsrate besitzen." Damit sei das Reproduktionspotenzial außerordentlich. "Die Staude besitzt zudem relativ geringe Ansprüche an ihren Standort, sodass eine Besiedelung auch trockener Standorte, zum Beispiel an Verkehrswegen und im innerstädtischen Raum erfolgt."
Besonders Kinder schützen
Somit konzentrieren sich die Bekämpfungsmaßnahmen durch die Stadt vor allem auf Bereiche in der Nähe von Schulen, Kindergärten, Spiel- und Sportanlagen etc. "Das heißt dort, wo Menschen und insbesondere Kinder unmittelbar gefährdet sind, in Kontakt mit dem Pflanze zu geraten." Mit der Bekämpfung der Herkulesstaude zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit habe die Stadt Fulda eine Fachfirma beauftragt.
Schon im Frühjahr erste Maßnahmen
Damit ist es aber noch nicht getan. Darüber hinaus führt die Stadt jedes Jahr eine Aktion zur Bekämpfung der Pflanzen an weiteren Standorten durch. "Im Frühjahr arbeiten wir mit der sogenannten Heißwasserdampfmethode. Dabei wird heißer Dampf mittels Hochdruckaggregat über eine Lanze in den Vegetationskegel der Wurzelrübe getrieben. Bereits nach kurzer Behandlungsdauer von circa 10 bis 15 Sekunden pro Pflanze sterben die behandelten Pflanzen ab. Auch die Wurzelrübe wächst nicht mehr weiter." Zusätzlich werde in kleineren Beständen die sogenannte Spatenmethode angewandt. "Dabei wird die Wurzel etwa 10 bis 15 Zentimeter unter der Erdoberfläche vom Vegetationskegel abgetrennt und mit der Schnittfläche nach oben abgelegt, damit er nicht wieder anwächst. Richtig ausgeführt ist das Abstechen bei Einzelpflanzen die sicherste Methode, die sich bei kleineren Pflanzen auch während der gesamten Vegetationsperiode durchführen lässt."
Abschließend heißt es: "Etwa ab Anfang Juli, je nach Witterungsverlauf, werden die reifen Samenstände entfernt. Die zu diesem Zeitpunkt über zwei bis vier Meter hohen Pflanzen, deren Mitteldolde reif ist, werden gekappt und alle anfallenden Samenstände eingesammelt und der Entsorgung durch Verbrennung zugeführt. Da die Herkulesstaude eine zweijährige Pflanze ist, stirbt sie nach der Samenbildung ab." (mkr) +++