Tarifrunde Deutsche Telekom

Ausweitung der bundesweiten Warnstreiks in dieser Woche

Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Telekom hat die Gewerkschaft ver.di weiter zum Warnstreik aufgerufen.
Archivfoto: ON / Rene Kunze

19.05.2026 / REGION - Im Tarifkonflikt bei der Deutsche Telekom erhöht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) vor der vierten Verhandlungsrunde am 26. und 27. Mai 2026 den Druck auf die Arbeitgeberseite. Von Dienstag bis Donnerstag (19. bis 21. Mai) ruft die Gewerkschaft bundesweit zu ausgeweiteten ganztägigen Warnstreiks auf.


Begleitet werden die Arbeitsniederlegungen von Kundgebungen und Protestaktionen in Hannover, Frankfurt am Main, Stuttgart, Schwerin, Köln, Nürnberg, München und Berlin. Bereits in den vergangenen Wochen hatten sich nach Angaben der Gewerkschaft bundesweit mehr als 32.000 Beschäftigte an vollschichtigen Warnstreiks beteiligt.

Auch Fulda beteiligt

Die vierte Verhandlungsrunde ist für den 26./27. Mai 2026 angesetzt. In Hessen sind alle Telekom-Beschäftigten zum Streik aufgerufen, darunter die großen Betriebsstandorte in Kassel, Lohfelden, Fulda, Wetzlar, Glauburg, Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt. ver.di geht davon aus, dass Kundentermine abgesagt werden müssen und es zu erheblichen Verzögerungen bei den Telekom-Hotlines kommen wird.

"Unsere Kolleginnen und Kollegen sind entschlossen, ihre berechtigten Forderungen durchzusetzen. Das haben die Warnstreiks, Kundgebungen und Aktionen der letzten Tage gezeigt. Die Beschäftigten erwarten, dass das von den Arbeitgebern eingebrachte Angebot deutlich nachgebessert wird", sagte ver.di-Verhandlungsführer Frank Sauerland.

Forderungen durch ver.di

ver.di fordert in der diesjährigen Tarifrunde Deutsche Telekom eine Entgeltsteigerung in Höhe von 6,6 Prozent, bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Zusätzlich fordert ver.di die Einführung eines ver.di-Mitgliederbonus in Höhe von 660 Euro im Jahr. Die Ausbildungsvergütungen sowie die Entgelte der dual Studierenden sollen um monatlich 120 Euro erhöht werden. Für diese fordert ver.di einen zusätzlichen Mitgliederbonus in Höhe von 240 Euro im Jahr.

Der Telekom-Konzern in Deutschland besteht aus insgesamt 20 verschiedenen tarifgebundenen Konzernunternehmen, in denen jeweils eigenständige Tarifverträge gelten. Ein Großteil der Entgelttarifverträge hat eine Laufzeit bis zum 31. März 2026. ver.di und Deutsche Telekom AG haben im Vorfeld der Tarifrunde eine Vereinbarung über gemeinsame Verhandlungen für diese Gesellschaften geschlossen.

Streikende aus Hessen treffen sich in Frankfurt

Die Streikenden aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland treffen sich in Frankfurt am Main. Zentraler Treffpunkt ist das Frankfurter Gewerkschaftshaus. Von dort aus startet um 11:00 Uhr ein Demonstrationszug zum Frankfurter Römer, wo ab 12:30 Uhr die gemeinsame Kundgebung stattfindet. Es sind Redebeiträge von Mitgliedern der ehrenamtlichen Verhandlungskommission, der ver.di-Jugend und des ver.di-Arbeitskampfleiters Pascal Röckert geplant. (lu/pm) +++

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