Nach einer enttäuschenden Saison
Eintracht Frankfurt trifft Entscheidung: Albert Riera muss gehen
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18.05.2026 / FRANKFURT AM MAIN -
Eintracht Frankfurt hat sich von Cheftrainer Albert Riera sowie seinen Co-Trainern Pablo Remon Arteta und Lorenzo Dolcetti getrennt - und das, obwohl das Trainerteam erst im Februar übernommen hatte. Gerade einmal drei Monate später ist das Experiment beendet.
Die Bilanz spricht für sich: vier Siege, fünf Unentschieden, fünf Niederlagen - und am Ende ein enttäuschender achter Tabellenplatz in der Bundesliga. Für einen Klub mit den Ambitionen der Eintracht schlicht zu wenig.
Markus Krösche über die Entlassung
Sportvorstand Markus Krösche bemühte zwar die üblichen Floskeln, ließ aber auch eine ungewohnt klare Aussage fallen: "Nach intensiven Gesprächen sind wir gemeinsam zu der Entscheidung gekommen, die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung zu beenden. Albert Riera hat die Mannschaft in einer schwierigen Phase übernommen und sich mit großem Fleiß und hohem Engagement in den Dienst von Eintracht Frankfurt gestellt. Albert und sein Team haben uns durch ihre akribische Arbeit zudem wertvolle Impulse gegeben, wofür wir uns ausdrücklich bedanken möchten."Etwas kritischer kommt diese Aussage vom Eintracht-Boss Krösche: "Gleichzeitig sind wir nach einer offenen und ehrlichen Analyse der sportlichen Entwicklung zu dem Schluss gekommen, dass wir zur kommenden Saison einen anderen Weg einschlagen möchten. Wir wünschen Albert Riera sowie Pablo Remon Arteta und Lorenzo Dolcetti für ihre private und berufliche Zukunft alles Gute."
Riera selbst klingt in seinem Abschiedsstatement merkwürdig defensiv: "Der Klub und ich haben einvernehmlich entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden. Ich übernehme als Trainer die Verantwortung für die sportlichen Ergebnisse, und mein einziger Fokus lag in dieser Zeit darauf, die Mannschaft zu verbessern und erfolgreich zu machen. Ich hatte das Gefühl, den Klub und die Spieler schützen zu müssen, und ich würde jederzeit wieder genauso handeln. Denn ich war überzeugt, dass dies notwendig war, um den Fokus ganz auf den sportlichen Erfolg zu richten. Persönliche Interessen spielten für mich dabei keine Rolle. Mein Ziel war, ist und wird immer dasselbe bleiben: die Spieler weiterzuentwickeln und erfolgreich zu sein. Ich bin dankbar, Teil der Geschichte von Eintracht Frankfurt gewesen zu sein, und wünsche dem Klub für die Zukunft nur das Beste."
Was genau Riera damit meint, den Klub "schützen" zu müssen, bleibt offen. Ob hinter der glatten Pressemitteilung mehr Spannungen stecken, als beide Seiten zugeben wollen, darf zumindest hinterfragt werden. Eines ist jedoch klar: Sportlich muss sich bei den Adlern in der kommenden Saison einiges ändern - der Trainerwechsel ist dabei erst der Anfang. (Nicolas Kraus/pm)+++
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