Was müssen Hobbygärtner beachten?

Eisheilige treiben ihr Unwesen: Diese Pflanzen sind jetzt besonders gefährdet

Nach dem warmen April wurden einige Hobbygärtner kalt erwischt.
Archivfoto: O|N / Carina Jirsch

16.05.2026 / REGION - Gerade wenn die Eisheiligen namens Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie wie dieses Jahr mal wieder ihr Unwesen treiben, müssen Hobbygärtner besonders aufpassen. Wer einen Garten hat, sollte schon mal von Regeln wie "Pflanze nie vor der kalten Sophie" oder "Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein" gehört haben.


Seit Jahrhunderten sorgen sich Gärtner und Landwirte um die Zeit zwischen dem 11. und 15. Mai um ihre Pflanzen, wenn gerne mal die letzten Nachtfröste Einzug halten. Auch wenn in Zeiten der Klimaveränderungen der Effekt nicht jedes Jahr eintritt, wurden einige Regionen in den letzten Tagen buchstäblich kalt erwischt, OSTHESSEN|NEWS berichtete. Die Bezeichnung "Eisheilige" rührt daher, dass um die entsprechenden Namenstage der Heiligen häufig eine Wetterperiode mit arktischer Meeresluft nach Mitteleuropa strömt. Dann droht meist der letzte Nachtfrost, bevor die Sommermonate anstehen. So wie derzeit das Tief "Doreen", das aktuell einen Schwall polarer Kaltluft nach Deutschland schiebt.

Verschiebungen durch unterschiedliche Klimaepochen

Laut Wetterforschern ist das Phänomen in den letzten zwei Jahrzehnten jedoch deutlich seltener geworden. Immer häufiger kommen die letzten Kaltlufteinbrüche früher, bevor der Mai häufiger einem Sommermonat gleicht, so auch 2024 und 2025. Fest steht, dass die Frostschäden um den Monatswechsel April/Mai nach wie vor ein großes Problem bleiben, weil sich die Blühphasen von Obst und Pflanzen im Kalender immer weiter nach vorne schieben. Sehr markant ist dieser Effekt bei der Apfelblüte, die in manchen Jahren bis zu zwei Wochen früher beginnt im Vergleich zum alten Klimamittel der Jahre 1961 bis 1990.

Manche Pflanzenarten besonders empfindlich

"Gemüsepflanzen wie Tomaten, Zucchini oder Paprika müssen auf jeden Fall mit einem Vlies abgedeckt werden oder ins Warme gestellt werden", empfiehlt Wilhelm Hartmann, bekannter Inhaber der Gärtnerei Hartmann in Fulda. Während die Zitruspflanzen bzw. Mittelmeerpflanzen wie Zitronen oder Orangen auch leichte Nachtfröste vertragen, sollte man auch bei einigen Blumenpflanzen aufpassen. "Petunien, Geranien oder Begonien sind ebenfalls sehr empfindlich sowie pflegebedürftig und sollten nicht zu früh rausgestellt werden", empfiehlt Hartmann. (Nils Otterbein) +++


Archivfoto: O|N / Carina Jirsch
Gerade Besitzer von Petunien sollten nicht zu vorteilig sein.
Archivfoto: Henrik Schmitt

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