Bildungsunternehmen Dr. Jordan

Direktor Franco Gargano (49): Sein Weg zeigt, was im Leben möglich ist

Franco Gargano ist seit Anfang Februar Direktor des Bildungsunternehmens Dr. Jordan.
Fotos: Charlie Rolff

21.05.2026 / FULDA - Mit frischen Ideen und viel Motivation steht seit Anfang Februar Franco Gargano an der Spitze des Bildungsunternehmens Dr. Jordan in der Rabanusstraße in Fulda. Die Anfrage kam für den 49‑Jährigen überraschend. "Ich wurde angerufen und einfach gefragt, ob ich mir diese neue Herausforderung vorstellen kann. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet", erklärt der Direktor im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Nach kurzer Überlegung war für ihn jedoch klar: Diese Aufgabe reizt ihn.



Gargano hat Betriebswirtschaftslehre studiert und ist über Umwege in den Lehrerberuf gekommen. Sein Referendariat absolvierte er als Quereinsteiger in Baden-Württemberg. Nach seiner Versetzung nach Hessen unterrichtete er 14 Jahre an der Richard-Müller-Schule, wurde mehrfach befördert und stieg schließlich zum stellvertretenden Schulleiter auf. 2023 wechselte er in gleicher Funktion an die Eduard‑Stieler‑Schule. Insgesamt blickt Gargano auf 22 Jahre als Beamter des Landes Hessen zurück - fünf davon im Land Baden-Württemberg, 17 davon in Hessen. Ein Erfahrungsschatz, der ihm heute zugutekommt. "Ich kenne beide Welten: staatlich und privat - und jede hat ihre Berechtigung."

"Ein Potpourri an Möglichkeiten"

Rund 720 Schülerinnen und Schüler besuchen die verschiedenen Schulformen - von der Grundschule über Mittel- und Oberstufe. "Wir wachsen sehr stark - nächstes Jahr wird es zusätzliche Klassen geben." Ergänzt wird das Bildungsangebot durch die die Private Berufsakademie und die inlingua-Sprachschule. Insgesamt arbeiten 80 bis 85 Lehrkräfte im Unternehmen, dazu kommen rund 25 Honorarkräfte in der Berufsakademie. "Ein wahnsinniges Potpourri an Möglichkeiten - allein schon personell."

Bildung freier gestalten - und immer wieder neue Akzente setzen

Die Privatschule ermöglicht es ihm, Bildung noch freier zu gestalten. "Hier kann ich Dinge umsetzen, die im staatlichen System so nie möglich gewesen wären", sagt er. Ein wichtiges Anliegen konnte er bereits in den ersten Monaten seiner Tätigkeit auf den Weg bringen: das Schulfach Financial Education. "Das ist ein Thema, das oft viel zu kurz kommt." Auch das Schulfach Glück liegt ihm am Herzen. "Bildung soll dort ankommen, wo sie hingehört - beim Schüler. Und dazu gehört es eben, junge Menschen stark zu machen."

Chancen nutzen - Ziele vehement verfolgen

Bereut hat Gargano den Wechsel in die private Bildungswelt keine Sekunde. "Ich bin wahnsinnig glücklich darüber, dass ich diese Chance bekommen habe." Sein eigener Bildungsweg ist ein Beispiel dafür, wie durchlässig das deutsche Schulsystem sein kann.

Geboren in Fulda und als Sohn zweier Gastarbeiter, die in den Gummiwerken arbeiteten, besuchte er zunächst die Sturmiusschule und wechselte später auf die Hauptschule. "Ich habe den Sinn damals nicht wirklich erkannt", sagt er rückblickend. Doch irgendwann kam ein Umdenken: Gargano wollte mehr im Leben erreichen. Über die Berufsfachschule an der RIMS machte er die Mittlere Reife, anschließend das Berufliche Gymnasium, wo er das Abitur ablegte. Danach studierte er BWL in Passau und Mainz und schloss als Diplom‑Kaufmann ab. "Ich war der Erste in meiner Familie, der studiert hat. Mein Werdegang zeigt: In Deutschland kann jeder viel erreichen - wenn man es wirklich will und bereit ist, dafür etwas zu tun. Bildung kann dabei eine große Chance sein." (Maria Franco) +++

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