370 Aktenordner liegen vor
Erstmals Zeugenaussagen! Corona-Aufarbeitung nimmt neue Dimensionen an
Symbolbild: Pixabay
14.05.2026 / REGION -
Mehr als 370 Aktenordner, tausende Seiten Unterlagen und weitere Dokumente in Aussicht: Der Corona-Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags arbeitet sich immer tiefer in die Aufarbeitung der Pandemiepolitik ein. In seiner inzwischen siebten Sitzung wurden nun weitere Beweisanträge aller fünf Fraktionen beschlossen.
Der parlamentarische Untersuchungsausschuss mit dem offiziellen Titel "Aufklärung und Beurteilung der Landespolitik in Bezug auf den Corona-Virus SARS-CoV-2 und die durch dieses Virus verursachte Erkrankung COVID-19" beschäftigt sich mit der Frage, wie Hessen während der Pandemie gehandelt hat. Im Fokus stehen politische Entscheidungen, gesetzliche Regelungen, öffentliche Stellungnahmen sowie Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus.
Zeugen sollen angehört werden
Wie der Vorsitzende des Ausschusses, Yanki Pürsün (Freie Demokraten), mitteilte, haben die hessischen Ministerien dem Gremium inzwischen neben digitalen Unterlagen mehr als 370 Aktenordner zur Verfügung gestellt. Personenbezogene private Daten wurden dabei durch die Landtagsverwaltung geschwärzt. Nach Angaben des Ausschusses sollen einzelne Ministerien zusätzlich weitere Dokumente angekündigt haben.Aufarbeitung wird noch lange dauern
Für die CDU sitzen unter anderem Patrick Appel, Dr. Ralf Norbert Bartelt, Jennifer Gießler, Stefanie Klee, Jörg Michael Müller und Lucas Schmitz im Ausschuss. Die AfD wird durch Andreas Lichert, Volker Richter und Heiko Scholz vertreten. Für die SPD gehören Stephan Grüger, Tanja Hartdegen und Sebastian Sack dem Gremium an. Die Grünen entsenden Kathrin Anders, Marcus Bocklet und Jürgen Frömmrich. Hinzu kommt eine Vielzahl stellvertretender Mitglieder aus allen Fraktionen.Der Ausschuss soll die politischen Entscheidungen während der Corona-Pandemie umfassend untersuchen und bewerten. Dabei geht es nicht nur um konkrete Maßnahmen und Verordnungen, sondern auch um mögliche Versäumnisse, unterlassene Entscheidungen und den Umgang der Landespolitik mit der Pandemie insgesamt.