Neues Leben in alten Gebäuden
Eindrucksvolle Beispiele im Vogelsbergkreis: Fachleute informieren sich vor Ort
Foto: Akademie für den ländlichen Raum Hessen
14.05.2026 / REGION VB -
NWas entstehen kann, wenn alte, typisch regionale Gebäude saniert und neu genutzt werden, hat ein Fachpublikum im Vogelsbergkreis eindrucksvoll erlebt. Jana Brittner und ihr Team aus dem Sachgebiet Dorf- und Regionalentwicklung zeigten rund 35 Expertinnen und Experten aus ganz Hessen, wie aus sanierungsbedürftigen Häusern lebendige Treffpunkte für Gemeinschaft, Versorgung und Begegnung werden können.
Die Exkursion, organisiert von der Akademie für den ländlichen Raum Hessen, war Teil eines landesweiten Austauschs zur Dorf- und Regionalentwicklung. Dabei ging es vor allem um Fragen wie: Wie entstehen solche Projekte? Welche Förderwege gibt es? Und wie werden die Gebäude heute genutzt? Ziel war es, Wissen und Erfahrungen zwischen den Landkreisen zu teilen – und zu zeigen, wie viel Potenzial in alten Gebäuden steckt.
Große Leidenschaft - vom Weg bis zur Verwirklichung
Los ging es bei der Kulturscheune in Schotten-Michelbach, wo der Förderverein des Ortes aus einem baufälligen Zweiseithof im Ortskern in tausenden Stunden Eigenleistung einen neuen Dorfplatz mit Versammlungshaus, Herbergsmöglichkeiten und einem Backhaus erschuf. Die Mitglieder des Fördervereins und die Bauamtsleiterin Elke Högy berichteten mit großer Leidenschaft über den Weg von der Idee bis zur erfolgreichen Eröffnung des Ensembles, das einen ganz besonderen Charme versprüht.Weiter ging es zur "Alten Schule" in Grebenhain-Crainfeld, die durch jahrelangen ehrenamtlichen Einsatz grundlegend saniert und zu einem lebendigen Multifunktionshaus umgebaut wurde. Die Mitglieder der Dorfgemeinschaft konnten dem Fachpublikum eindrücklich vermitteln, wie ehrenamtliches Engagement sozialen Zusammenhalt schafft und die Gemeinschaft stärkt. Landrat Dr. Jens Mischak und Bürgermeister Simon Seibert bekräftigten, wie es durch den herausragenden Einsatz der Dorfgemeinschaft und des Sachgebiets gelang, das bedeutende Denkmal nicht nur zu bewahren, sondern als modernes, lebendiges Multifunktionshaus erfolgreich in die heutige Zeit zu überführen.
Regionale Baukultur erhalten und zukunftsfähige Lösungen schaffen
Nur wenige Meter weiter besuchte die Gruppe den Dorfladen Crainfeld, wo durch starkes ehrenamtliches Engagement das Nahversorgungsangebot erhalten bleibt. Auch hier renovierten und modernisierten die ehrenamtlichen Mitglieder der gegründeten Genossenschaft die Ladenflächen vollständig und kümmern sich um den laufenden Betrieb mit Lieferservice. Diese freiwillige Arbeit trägt maßgeblich dazu bei, den Dorfladen als Treffpunkt und sozialen Anker für die Gemeinschaft zu erhalten.Über den Tag wurde noch einmal besonders deutlich, dass erfolgreiche Dorf- und Regionalentwicklung von der Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt und Hauptamt, dem Engagement vor Ort und den passenden Förderinstrumenten lebt. Denn die gezeigten Beispiele verdeutlichten den Teilnehmern ganz konkret, wie mit verschiedenen Akteuren und ihrer Arbeit regionale Baukultur erhalten und gleichzeitig zukunftsfähige Lösungen für die Menschen im ländlichen Hessen geschaffen werden können. (mis/pm) +++