Drei Jahre nach der LGS

Stadtbaurat Daniel Schreiner: "Bürger profitieren noch heute"

Drei Jahre nach der Landesgartenschau in Fulda ist vieles geblieben. Hier im Außenbereich des Umweltzentrums (v.l.n.r.): Rieke Trittin (Geschäftsleitung Umweltzentrum), Stadtbaurat Daniel Schreiner und Marion Gottschalk (Geschäftsleitung Umweltzentrum)
Fotos: Tizia Wegfahrt

26.05.2026 / FULDA - Dauerhafte Effekte: Drei Jahre ist es her, dass Fulda mit der siebten Landesgartenschau ein blühendes Großereignis erlebte. Vom 27. April bis zum 8. Oktober verwandelte sich die Stadt in ein wahres Sommermärchen, das mehr als 580.000 Besucherinnen und Besucher anzog (O|N berichtete). Doch was ist geblieben, nachdem der große Trubel vorbei war und die Rückbauarbeiten beendet wurden? Für Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) ist die Antwort klar: "Mit den Investitionen wollten wir Orte schaffen, wo sich die Bürgerinnen und Bürger gerne aufhalten."



Viele der damals angestoßenen Projekte prägen das Stadtbild bis heute - mal mehr oder weniger sichtbar. Schreiner spricht von einem "ganzen Konglomerat" an Verbesserungen. So konnte in Fulda-Neuenberg infrastrukturell einiges bewegt werden. Neben neuen Rad- und Fußwegen wäre da die neue Brücke überm Engelshaus zu erwähnen, eine wichtige Verbindungsstrecke Richtung Fulda-Galerie/Sickels.

"Auch das Hochwasserproblem haben wir inzwischen in den Griff bekommen", erklärt Schreiner gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Denn: Im Bereich des Landwehrwegs kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Überschwemmungen. "Der Wasserlauf wurde so umgeleitet, dass er nun kontrolliert am Tiergarten vorbeifließt." Barrieren und Rückhaltesysteme verlangsamen den Wasserstrom zusätzlich. Damit habe die Stadt einen entscheidenden Schritt in Sachen Bevölkerungsschutz geleistet - angesichts von zunehmenden Starkregenereignissen und Klimawandel eine notwendige Maßnahme. "Wir hoffen, dass künftig kein Schaden mehr entsteht."

"Wirgarten" als beliebte Anlaufstelle für Familien

Ein besonderer Erfolg stellt der "Wirgarten" dar. Durch die LGS habe man einen "sehr guten Start" gehabt. "Die spannende Frage war, wie es danach angenommen wird", so Schreiner. Nach dem erwartbaren Rückgang im Jahr nach dem Großevent hätten sich die Zahlen nun erfreulich stabilisiert - gerade Familien mit Kindern nutzen das Angebot gerne. Ebenso tragen die Gastronomie mit Außenfläche und dem angrenzenden Spielplatzbereich zu einer hohen Aufenthaltsqualität bei. "Das führt Menschen zusammen. Genau das wollten wir schaffen - niedrigschwellige Orte, die zum Verweilen einladen."

Mehr Aufenthaltsqualität in Naherholungsgebieten

Auch das Umweltzentrum hat sich in den vergangenen Jahren spürbar weiterentwickelt. Früher etwas versteckt und wenig einladend, erhielt es durch die Landesgartenschau neue Impulse. Bepflanzte Rondelle, ein kleiner Wasserspielplatz, ein neu gestalteter Apothekergarten - ein Gesamtpaket, das überzeugt. Der "Genussgarten Firlefranz" ergänzt das Ganze kulinarisch mit regionalen Spezialitäten. Projekte wie MiniNaturGold sind ebenfalls direkt aus den Ideen der Gartenschau entstanden. Die moderne Freizeitanlage in der Fuldaaue wurde kürzlich eröffnet.

Das Areal rund um den Aueweiher zeigt ebenfalls eine deutliche Aufwertung. Hier wurde genauso am Hochwasserschutz gearbeitet. In Parkabschnitten sind beispielsweise Mulden integriert - "sie sind nicht nur optische Elemente, sondern sollen auch Wasser zurückhalten". Die große Stegfläche inklusive Sitzmöglichkeiten bietet reichlich Platz, um dort ein paar gemütliche Stunden zu verbringen. Zu LGS-Zeiten nutzte das DRK die alte Segelfliegerhalle als Gastronomiestandort. "Das Konzept wurde so gut angenommen, dass die Politik nach etwas Dauerhaftem gesucht hat", so Schreiner. Inzwischen erfreut sich "Pier36" großer Beliebtheit und ist auch in diesem Jahr in die Sommersaison gestartet (O|N berichtete).

"Die Menschen beschäftigen sich mit diesen Orten"

Nach Einschätzung von Stadtbaurat Schreiner werden die ehemaligen LGS-Areale rege genutzt - begleitet von vielen Rückmeldungen aus der Bevölkerung. "Es gibt Wünsche, Anregungen, manchmal Kritik. Das ist normal. Wichtig ist: Die Menschen beschäftigen sich damit." Besonders freue ihn, dass sich zunehmend auch jüngere Stimmen melden. Sein Fazit fällt klar aus: "Unser Eindruck ist, dass die angestoßenen Konzepte funktionieren. Natürlich gibt es hier und da Anpassungsbedarf - aber das gehört dazu." (Maria Franco) +++

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