Gaskraftwerk sorgt für Kritik

Milliardenprojekt gestoppt: Pläne für Rechenzentrum auf Eis gelegt

Das Milliardenprojekt liegt vorerst auf Eis: der US-Konzern Edgeconnex stoppt seine Pläne für ein riesiges Rechenzentrum im Maintaler Stadtteil Dörnigheim
Symbolbilder: Pixabay

12.05.2026 / MAINTAL - Das Milliardenprojekt liegt vorerst auf Eis: Nach massiven Protesten aus der Bevölkerung und wachsendem politischen Widerstand stoppt der US-Konzern Edgeconnex seine Pläne für ein riesiges Rechenzentrum im Maintaler Stadtteil Dörnigheim (Main-Kinzig-Kreis). Besonders das geplante Gaskraftwerk sorgte zuletzt für heftige Diskussionen.



Eigentlich wollte das Unternehmen rund eine Milliarde Euro in den Standort investieren. Das Rechenzentrum sollte auf dem ehemaligen Sirius-Gelände entstehen und sich zunächst über ein eigenes Gaskraftwerk selbst mit Energie versorgen. Genau dies brachte jedoch viele Anwohner auf die Barrikaden.

Energieversorgung sorgt für massive Kritik

Die Kritik richtete sich dabei weniger gegen das Rechenzentrum selbst, sondern vor allem gegen die geplante Energieversorgung. Das Kraftwerk mit einer Leistung von 170 Megawatt sollte nur wenige hundert Meter von Wohnhäusern entfernt gebaut werden. Bürger befürchteten mehr Lärm, zusätzliche Belastungen durch CO2-Ausstoß und mögliche Sicherheitsrisiken.

Besonders während der vergangenen Stadtverordnetenversammlungen hatte sich der Protest deutlich bemerkbar gemacht. Auch mehrere Fraktionen forderten mehr Transparenz sowie zusätzliche Gutachten.

Maintals Bürgermeisterin Monika Böttcher erklärte gegenüber dem "Spiegel", Edgeconnex wolle das Projekt "nicht gegen den Widerstand der Bevölkerung und der Stadtverordnetenversammlung durchsetzen". Gleichzeitig betonte sie, dass sich der Konzern nicht endgültig gegen ein Rechenzentrum in Maintal entschieden habe.

Unternehmen prüft alternative Stromversorgung

Nach Angaben der Bürgermeisterin sucht das Unternehmen nun offenbar nach alternativen Möglichkeiten für die Stromversorgung. Ob es solche Lösungen tatsächlich gibt und wie diese aussehen könnten, ist derzeit allerdings völlig offen. Auch ein möglicher neuer Zeitplan existiert bislang nicht.

Für viele Anwohner ist die Entwicklung dennoch zunächst ein Erfolg. Auch aus der Kommunalpolitik kamen zuletzt deutliche Bedenken. Kritiker verwiesen unter anderem darauf, dass die Umweltbelastungen nahezu vollständig in Maintal verbleiben würden, während mögliche Vorteile für die Stadt bisher unklar seien. Zudem standen Fragen zu möglichen Kosten für Infrastruktur und Fernwärmeversorgung im Raum.

Umstrittenes Gaskraftwerk stoppt Milliardenprojekt vorerst

Das geplante Rechenzentrum galt als eines der größten Vorhaben dieser Art in der Region. Rechenzentren werden wegen des steigenden Bedarfs durch künstliche Intelligenz und digitale Anwendungen immer wichtiger – gleichzeitig wächst aber auch die Diskussion über ihren enormen Energieverbrauch und die Auswirkungen auf Umwelt und Anwohner.

Wie es mit dem Projekt in Maintal nun weitergeht, bleibt offen. Klar ist derzeit nur: Das umstrittene Gaskraftwerk hat das Milliardenprojekt vorerst gestoppt. (Constantin von Butler) +++

X