Auftausalzgeschäft boomt

Starker Jahresauftakt: K+S steigert Umsatz und hebt Prognose deutlich an

K+S ist mit deutlich gesteigertem Umsatz und operativem Ergebnis in das Geschäftsjahr 2026 gestartet.
Archivfoto: O|N

12.05.2026 / REGION - Mit einem starken ersten Quartal ist K+S in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Der Kasseler Konzern konnte Umsatz, operatives Ergebnis und freien Cashflow deutlich steigern. Besonders das starke Auftausalzgeschäft sowie höhere Kalipreise sorgten für Rückenwind. Nach den positiven Entwicklungen hebt K+S nun auch die Prognose für das Gesamtjahr an.



Der Umsatz lag im ersten Quartal bei 1.061 Mio. Euro und damit über dem Vorjahreswert von 965 Mio. Euro. Bereits Ende April hatte das Unternehmen per Ad-hoc-Mitteilung bekanntgegeben, dass das operative Ergebnis EBITDA auf 279 Mio. Euro gestiegen ist. Im Vorjahresquartal waren es noch 201 Mio. Euro gewesen. Auch der bereinigte Freie Cashflow entwickelte sich deutlich positiv und erreichte in den ersten drei Monaten des Jahres +87 Mio. Euro nach +32 Mio. Euro im gleichen Zeitraum 2025.

Hohe Kostendisziplin zahlt sich aus

"Wie bereits kommuniziert, sind wir sehr positiv ins Geschäftsjahr 2026 gestartet. Unser EBITDA und der bereinigte Freie Cashflow lagen im ersten Quartal deutlich über den Vorjahreswerten und der Markterwartung. Ausschlaggebend dafür waren vor allem unser starkes Auftausalzgeschäft sowie höhere Preise bei Kali. Auch die EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr 2026 haben wir, wie berichtet, leicht angehoben", sagt der K+S-Vorstandsvorsitzende Dr. Christian H. Meyer.

Er ergänzt: "Neben den externen Faktoren hat sich auch unsere hohe Kostendisziplin positiv bemerkbar gemacht. Dass sich unsere Bemühungen auszahlen, ist für uns Ansporn, weiterhin mit voller Kraft an der bestmöglichen Aufstellung hinsichtlich Mittelallokation, Strukturen, Prozesse und Kosten zu arbeiten, um K+S robuster für die Zukunft zu machen."

Landwirtschaftsgeschäft entwickelt sich stabil

Im Kundensegment Landwirtschaft stieg der Umsatz leicht auf 678 Mio. Euro nach 665 Mio. Euro im ersten Quartal 2025. Positiv wirkten sich dabei die Preisentwicklung sowie ein verbesserter Produkt- und Regionalmix aus. Der Durchschnittspreis ohne Handelswaren erhöhte sich von 326 Euro pro Tonne im ersten Quartal 2025 auf nun 336 Euro pro Tonne.

In Europa lag der Umsatz bei 351 Mio. Euro nach 357 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. In Übersee stieg der Umsatz dagegen von 307 Mio. Euro auf 327 Mio. Euro an. Das Absatzvolumen ohne Handelswaren blieb mit 1,97 Mio. Tonnen auf dem Niveau des Vorjahres.

Auftausalzgeschäft sorgt für kräftigen Schub

Noch deutlicher fiel das Wachstum im Kundensegment Industrie+ aus. Dort verbesserte sich der Umsatz im ersten Quartal auf 383 Mio. Euro. Im Vorjahresquartal hatte der Wert noch bei 300 Mio. Euro gelegen.

Hauptgrund war laut Unternehmen die witterungsbedingt sehr hohe Absatzmenge von Auftausalz. Unterstützt wurde die Entwicklung zusätzlich durch ein weiterhin gutes Preisniveau in weiten Teilen der Produktpalette. Die Absatzmenge stieg insgesamt auf 2,62 Mio. Tonnen und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von 1,81 Mio. Tonnen. Allein auf Auftausalz entfielen dabei 1,49 Mio. Tonnen nach 0,69 Mio. Tonnen im ersten Quartal 2025.

EBITDA-Prognose für 2026 angehoben

Nach dem starken Jahresauftakt hebt K+S die Prognose für das operative Ergebnis EBITDA im Gesamtjahr 2026 an. Statt bislang 600 bis 700 Mio. Euro erwartet das Unternehmen nun einen Wert zwischen 630 und 730 Mio. Euro. Im Jahr 2025 hatte das EBITDA bei 613 Mio. Euro gelegen.

Positiv auf die neue Prognose wirken sich laut Unternehmen die gute Entwicklung im ersten Quartal, steigende Preise im Kundensegment Landwirtschaft sowie eine veränderte Wechselkursannahme aus. Künftig rechnet K+S mit einem Wechselkurs von 1,17 EUR/USD statt bislang 1,20 EUR/USD.

Gleichzeitig verweist das Unternehmen aber auch auf Belastungen durch gestiegene Preise für Material, Energie und Frachten infolge des Konflikts im Mittleren Osten. Diese Entwicklungen hätten sich seit März negativ bemerkbar gemacht.

Cashflow soll ausgeglichen bleiben

Für die Berechnung der Prognose geht K+S unter anderem von europäischen Gaspreisen in Höhe von 45 Euro/MWh für den restlichen Jahresverlauf aus. Zudem werden ein Ölpreis von rund 100 USD/Barrel sowie aktuelle Spotfrachtraten aus Vancouver angenommen. Darüber hinaus setzt die Prognose voraus, dass das bisher erreichte Preisniveau im wichtigen Überseemarkt Brasilien stabil bleibt und weiterhin positive Effekte auf andere Absatzmärkte und Produktgruppen ausstrahlt.

Auch der Anstieg der Schwefelpreise soll die Preise für Spezialitätenprodukte von K+S weiter begünstigen. Insgesamt bleiben die Auswirkungen des Konflikts im Mittleren Osten laut Unternehmen jedoch weiterhin nur begrenzt prognostizierbar.

Der bereinigte Freie Cashflow soll trotz hoher Investitionen weiterhin mindestens ausgeglichen bleiben. Hintergrund seien unter anderem höhere Mittelbindungen im Working Capital sowie hohe Investitionen für das Projekt Werra 2060 und das Hochfahren der Produktion am Standort Bethune in Kanada. Das Investitionsvolumen der K+S Gruppe wird für 2026 nun bei rund 600 Mio. Euro erwartet. Bislang war eine Spanne zwischen 550 Mio. Euro und 600 Mio. Euro prognostiziert worden. (pm/cb) +++

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