Familie schildert dramatische Szenen
Flammen im A66-Tunnel: Menschen flüchten durch Notausgänge!
Fotos (10): Feuerwehr Neuhof
11.05.2026 / NEUHOF -
Familie aus Bad Nauheim: "Als wir losgerannt sind, haben wir Flammen gesehen"
Wie das Polizeipräsidium gegenüber OSTHESSEN|NEWS kurz nach Ausbruch der Situation erklärte, war zunächst unklar, wie viele Personen betroffen sind und wie stark sich der Rauch im Tunnel ausgebreitet hatte. Der Brand war in der Südröhre - also in Fahrtrichtung Süden - ausgebrochen. Nach ersten Erkenntnissen geriet ein Seat mit Kennzeichen aus Aschaffenburg in Brand. Warum das Fahrzeug Feuer fing, ist derzeit noch unklar. CO-Messungen an den Notausgängen - Rettungsdienste untersuchen betroffene Personen
An den Notausgängen richteten Rettungskräfte umgehend Betreuungs- und Untersuchungsstellen ein. Mehrere Personen wurden dort medizinisch untersucht. Besonders im Fokus standen mögliche Rauchgasvergiftungen. "Die Personen werden jetzt untersucht, da wird eine sogenannte CO-Messung durchgeführt", erklärte Christian Erwin, diensthabender Organisatorischer Leiter Rettungsdienst Landkreis Fulda. Sollten die Werte unauffällig bleiben, könnten die Betroffenen ihre Fahrt zeitnah fortsetzen. Mehrere Menschen warten stundenlang auf das Weiterfahren
Während Feuerwehrkräfte den Fahrzeugbrand unter Kontrolle brachten und die Tunnelanlage belüftet wurde, entspannte sich die Lage am Abend langsam. Gegen 18:50 Uhr konnte die Sperrung in Fahrtrichtung Norden - Richtung Fulda - wieder aufgehoben werden. In kleinen Gruppen wurden die Betroffenen zurück zu ihren Fahrzeugen begleitet. In Richtung Süden blieb die Vollsperrung jedoch zunächst bestehen. Zeitweise galten die Insassen zweier Pkw noch als vermisst, weshalb die Einsatzkräfte den Tunnel weiterhin sorgfältig absuchten.
"Ob wir es noch zum Konzert von Kasalla schaffen, bezweifle ich"
Auch Stunden nach dem Ausbruch des Brandes standen Menschen im Stau und hofften auf ein baldiges Durchkommen. Eine weitere Familie erzähle gegenüber O|N, wie lange sie schon warten: "Wir stehen seit zwei Stunden im Stau. Die waren auf einem BHL-Turnier (Bowhunterliga) und wollten von Fulda wieder nach Hinzweiler (im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz). Unsere Kollegen haben es noch durch den Tunnel geschafft, wir sind hier stecken geblieben. Da hat man sich dann durchs Internet informiert, was hier eigentlich los ist. Hoffentlich geht es bald wieder weiter." Auch Reisende aus Hamburg waren in den Stau geraten. "Wir kommen aus Hamburg vom Hafenfest. Uns geht es aber gut. Wir konnten uns schön mit unseren Nachbarn unterhalten, die - ebenso wie wir - auf ein Konzert in Frankfurt wollen. Ob wir es noch zum Konzert von Kasalla schaffen, bezweifle ich aber", erzählen sie uns mit dennoch guter Laune. Tunnel wieder komplett freigegeben
Gegen 19:50 Uhr wurde dann auch endlich der Tunnel in Richtung Süden - also Frankfurt – wieder freigegeben. Ein Abschleppdienst kümmerte sich um den ausgebrannten Seat. Zusätzlich wurde der Asphalt auf Schäden durch die Flammen kontrolliert. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Der Sachschaden wird im Moment auf rund 25.000 Euro geschätzt. (ms/hhb) +++
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