Ein echter Pubikumsmagnet

76. Messe Wächtersbach eröffnet: Zwischen Innovation, Genuss und Familienfest

Schon vor dem eigentlichen Eingang der Messe war am Wochenende spürbar: Die Messe Wächtersbach bleibt auch nach 76 Jahren ein echter Publikumsmagnet.
Fotos: Timon Ulm

10.05.2026 / WÄCHTERSBACH - Schon vor dem eigentlichen Eingang der Messe war am Wochenende spürbar: Die Messe Wächtersbach bleibt auch nach 76 Jahren ein echter Publikumsmagnet. Zahlreiche Fahrgeschäfte drehten sich bereits auf dem Außengelände, Kinder liefen mit Zuckerwatte über das Gelände und aus den Hallen drangen Stimmengewirr, Musik und der Duft verschiedenster, regionaler und überregionaler Spezialitäten. Die traditionsreiche Einkaufs- und Erlebnismesse lockte erneut tausende Besucherinnen und Besucher in den Main-Kinzig-Kreis – und bot dabei eine Mischung aus Innovation, regionaler Wirtschaft, Familienprogramm und Genusswelten.


Kaweh Mansoori wirbt für Bürokratieabbau und starke Demokratie

Bereits bei der offiziellen Eröffnung setzte Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoorideutliche Akzente. In seiner Rede sprach er vor allem über die Herausforderungen für Unternehmen und den Wirtschaftsstandort Deutschland. Ein zentrales Thema sei dabei der Bürokratieabbau – insbesondere im Bereich des Bauvergaberechts.

Immer wieder vernehme er im Gespräch mit Unternehmerinnen und Unternehmern dasselbe Stichwort: "Bürokratie". Verfahren müssten vereinfacht und beschleunigt werden. Als Beispiel nannte Mansoori ein Brückenbauprojekt im Odenwald. Dort sei es gelungen, die ursprünglich auf rund zehn Jahre angesetzte Bauzeit durch vereinfachte Abläufe auf nur zwei Jahre zu reduzieren. Zugleich betonte der Minister die Bedeutung regionaler Unternehmen. "Die regionalen Firmen zu unterstützen – dafür steht die Messe sinnbildlich", sagte Mansoori. Die Veranstaltung sei eine zentrale Gelegenheit, bei der Bürgerinnen und Bürger direkt mit regionalen Partnern ins Gespräch kommen könnten.

Auch gesellschaftspolitische Themen griff der Minister auf. Mansoori verwies darauf, dass seine Familie selbst aus einem Land stamme, "in dem Willkürherrschaft grassiert". Gerade deshalb müsse Demokratie geschützt und gestärkt werden. Extremisten dürfe man keinen gesellschaftlichen Nährboden bieten.

Kreativmarkt und Erlebniswelten ziehen Besucher an

Besonders gut besucht zeigte sich erneut der Kreativmarkt, der sich längst zu einem festen Publikumsliebling entwickelt hat. Zwischen handgemachtem Schmuck, kunstvoll gestalteter Keramik, genähten Taschen, dekorativen Holzarbeiten und liebevoll gefertigten Geschenkideen herrschte reger Betrieb. Viele Besucher nahmen sich Zeit, mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen oder direkt vor Ort handgefertigte Einzelstücke zu erwerben. Auch moderne Energiekonzepte standen im Fokus der Messe. An mehreren Ständen informierten Unternehmen über Photovoltaik, Wärmepumpen, nachhaltige Heizlösungen und energieeffizientes Wohnen. Gerade angesichts steigender Energiekosten war das Interesse der Besucher groß.

In der sogenannten "XArena" drehte sich alles um die digitale Zukunft der Region: Einen besonderen Schwerpunkt bildete dabei der Glasfaserausbau im Main-Kinzig-Kreis. Vertreter von M-net und der Breitband Main-Kinzig GmbH erklärten, dass aktuell noch rund 50.000 Haushalte im Kreisgebiet nicht über Glasfaser verfügen. "Durch die Kooperation wird es uns möglich sein, in nächster Zeit alle 50.000 Kunden mit Glasfaser zu versorgen", hieß es vor Ort.

Messe als Treffpunkt für Wirtschaft und Nachwuchs

Neben klassischen Verkaufs- und Präsentationsständen nutzten auch zahlreiche Unternehmen die Messe, um sich jungen Menschen als attraktive Ausbildungsbetriebe zu präsentieren. Besonders im Bereich Handwerk, Technik und Industrie warben Betriebe offensiv um Nachwuchskräfte und informierten über Ausbildungswege, duale Studiengänge und Karrieremöglichkeiten in der Region.

Die Messe wolle damit nicht nur Verkaufsplattform, sondern auch Netzwerk- und Zukunftsstandort sein. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels gewinne dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung.

Kulinarische Vielfalt und ungewöhnliche Entdeckungen

Auch kulinarisch ließ die Messe kaum Wünsche offen. Zwischen herzhaften Spezialitäten, internationalen Gerichten und süßen Leckereien reihten sich unzählige Verkostungsstände aneinander. Besucher konnten Gewürze aus aller Welt entdecken, regionale Spezialitäten probieren oder an einem besonders ungewöhnlichen Stand Käse-Köstlichkeiten aus verschiedensten Ländern verkosten.

Daneben sorgten innovative Massage-Sessel, moderne Wellness-Angebote, Saunen, Kamine und Wohnideen für Aufmerksamkeit. Immer wieder blieben Besucher neugierig stehen, testeten Produkte oder ließen sich beraten.

Ein beliebter Treffpunkt war zudem die Messehalle "Biergarten". Dort konnten Gäste in entspannter Atmosphäre verweilen und neben einem klassischen Hellen zahlreiche weitere Biersorten probieren. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, sich nach einem langen Rundgang kurz auszuruhen und das Messegeschehen entspannt auf sich wirken zu lassen.

Kinderland sorgt für Begeisterung

Während sich Erwachsene durch die Hallen bewegten, herrschte im Kinderland reger Andrang. Besonders die großen Hüpfburgen waren nahezu durchgehend ausgelastet. Viele Familien verbrachten gleich mehrere Stunden auf dem Gelände, während die Kinder zwischen Spielangeboten und Fahrgeschäften pendelten. Die Messe zeigte sich damit erneut als Veranstaltung für die ganze Familie.

Tradition mit Zukunft

Die Messe Wächtersbach zeigte sich auch bei ihrer 76. Ausgabe als Mischung aus Traditionsveranstaltung und moderner Erlebniswelt. Zwischen Familienprogramm, regionaler Wirtschaft, Digitalisierung und Genuss entstand auf dem Gelände erneut jene besondere Atmosphäre, die die Veranstaltung seit Jahrzehnten prägt.

Für viele Besucher dürfte dabei genau diese Mischung den Reiz ausmachen: ein Ort, an dem man neue Ideen entdeckt, alte Bekannte trifft, regionale Unternehmen kennenlernt – und gleichzeitig einfach einen entspannten Tag mit der Familie verbringen kann. (Marvin Hucke) +++

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