Zwischen Wollbergen und Kinderlachen
Die Wolle fällt: Biolandhof bei der Schafschur in Rönshausen voller Leben
Fotos: Tizia Wegfahrt
09.05.2026 / EICHENZELL -
Wenn die Schafe auf dem Biolandhof Rönshausen ihre jährliche Schur bekommen, dann ist das längst mehr als ein Arbeitseinsatz - es ist ein kleines Fest, das Besucherinnen und Besucher nah an ein altes Handwerk heranführt. Seit rund 20 Jahren schert Uwe Rothe hier die Rhönschafe, und auch in diesem Jahr dürfen Interessierte wieder miterleben, wie aus dem dichten Fell der Tiere ein wertvoller Rohstoff wird.
Rothe erklärt im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS, warum die Schur unverzichtbar ist. "Wir entfernen die Wolle aus Tierschutzgründen. Im Frühjahr wächst die neue Wolle nach, die alte wird abgestoßen. Das ist wichtig für die Hygiene und das Wohlbefinden der Tiere." Rund 20 Schafe kommen am Freitag unter die Schermaschine - ein Vorgang, der für viele Besucher überraschend ruhig und routiniert wirkt. "Jeder kennt einen Wollpullover, aber kaum jemand weiß, wo die Wolle eigentlich herkommt", sagte Rothe.
Rhönschafwolle ist nichts für Pullover, aber perfekt für anderes
Auch Helmut Schönberger vom Biolandhof betonte, wie wertvoll dieser Tag für die Besucher ist. "Uwe nimmt sich Zeit und zeigt, was für Arbeit und Pflege dahintersteckt. Viele bekommen im Alltag gar nicht mit, was es bedeutet, Schafe zu halten." Auf dem Hof wird an diesem Tag nicht nur geschoren - es wird auch gefilzt, gesponnen und erklärt, wofür Schafwolle genutzt werden kann. Gegen eine Spende dürfen Gäste sogar etwas Wolle mitnehmen. "Man kann sie zum Mulchen im Garten verwenden oder zum Dämmen. Die Rhönschafwolle ist eher grob, aber perfekt zum Filzen oder als Wertstoff", sagte Schönberger. Die Stimmung sei jedes Jahr großartig, die Rückmeldungen durchweg positiv.