Kriminelle Plattform abgeschaltet
Deutscher Betreiber von "Crimenetwork" in Spanien festgenommen
Foto: Generalstaatsanwaltschaft Ffm
09.05.2026 / FRANKFURT AM MAIN -
Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und das Bundeskriminalamt (BKA) haben am Mittwoch in einer international koordinierten Aktion die Neuauflage der kriminellen Online-Handelsplattform "Crimenetwork" abgeschaltet. Der mutmaßliche Betreiber, ein 35-jähriger deutscher Staatsbürger, wurde auf der Grundlage eines Europäischen Haftbefehls an seinem Wohnsitz auf Mallorca durch eine Spezialeinheit der spanischen Nationalpolizei festgenommen.
Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, bereits wenige Tage nach der Abschaltung der Vorgängerversion von "Crimenetwork" und der Festnahme des damaligen Administrators im Dezember 20241 eine vollständig neue technische Infrastruktur aufgebaut und administriert zu haben, die er ebenfalls "Crimenetwork" nannte. Gegen den Beschuldigten besteht daher der Verdacht des Betreibens krimineller Handelsplattformen im Internet gemäß § 127 des
Strafgesetzbuches. Daneben werden ihm weitere Straftaten vorgeworfen, wie etwa der Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge gemäß §§ 29a, 30a des Betäubungsmittelgesetzes.
Über 22.000 Nutzer und mehr als 100 Verkäufer
"Crimenetwork" war vor der Abschaltung durch die Strafverfolgungsbehörden Ende 2024 über viele Jahre hinweg einer der zentralen Handelsplätze der deutschsprachigen Underground Economy. Die Neuauflage der Plattform bot ein ähnlich breites Spektrum an illegalen Waren und Dienstleistungen an, darunter gestohlene Daten, Drogen und gefälschte Dokumente. Die Neuauflage zählte zuletzt über 22.000 Nutzer und mehr als 100 Verkäufer.
und Verkaufslizenzen.
Bei den jüngsten Maßnahmen wurden mutmaßlich inkriminierte Vermögenswerte mit unmittelbarem Bezug zu "Crimenetwork" in Höhe von rund 194.000 Euro vorläufig sichergestellt. Zudem konnten sowohl umfangreiche Nutzer- als auch Transaktionsdaten erlangt werden, die wertvolle Ermittlungsansätze zur weiteren Aufklärung der kriminellen Strukturen hinter der Plattform bieten. Die Kunden der Plattform dürften sich überwiegend im deutschsprachigen
Raum aufhalten. Dieser erneute Erfolg ist auch das Ergebnis einer engen und erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem BKA, der ZIT und internationalen Strafverfolgungsbehörden, insbesondere den spanischen (Policía Nacional) und moldauischen (Inspectoratul Național de Investigații Centrul pentru Combaterea Crimelor Cibernetice) Behörden mit Unterstützung durch Eurojust.
Ebenfalls erfolgte eine enge Zusammenarbeit mit der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe – Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg, dem Polizeipräsidium Offenburg und dem Polizeipräsidium Reutlingen, die zeitgleich Maßnahmen gegen den Beschuldigten in einem Ermittlungsverfahren wegen gewerbsmäßigen Betrugs umsetzten. Carsten Meywirth, Direktor beim Bundeskriminalamt und Abteilungsleiter Cybercrime: "Die Neuauflage von Crimenetwork ist gescheitert und ein weiterer Administrator wird sich vor einem deutschen Gericht verantworten müssen. Auch im Darknet setzen wir gemeinsam mit unseren nationalen und internationalen Partnern geltendes Recht konsequent durch. Cybercrime lohnt sich nicht."
Foto: O|N-Archiv