Dritte erfolgreiche Implantation

Meilenstein für Hessen: Klinikum Fulda etabliert neue Defibrillator‑Technik

Minimal‑invasive Expertise: Fuldaer Herzchirurgie setzt erneut Maßstäbe.
Foto: Klinikum Fulda

09.05.2026 / FULDA - Das Herz-Thorax-Zentrum des Klinikums Fulda festigt seinen Ruf als Innovationsmotor in der Herzmedizin. Unter der Leitung von Oberarzt Dr. Oliver Rode wurde in der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie des Herz-Thorax-Zentrums bereits zum dritten Mal erfolgreich ein neuartiges Defibrillator-System implantiert. Das Besondere an diesem System ist die Platzierung der Sonde hinter dem Brustbein, was einen direkten Kontakt zum Herzen überflüssig macht.



Das Klinikum Fulda war im vergangenen Dezember die erste Klinik in ganz Hessen, die dieses moderne Verfahren zum Wohle der Patienten anwendete. Ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator, oft als ICD abgekürzt, ist ein Schutzsystem für Menschen mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen. Das Gerät erkennt gefährliches Herzflimmern sofort und bringt das Herz durch einen gezielten elektrischen Impuls wieder in den richtigen Takt.

Schonender Weg zum Herzen

Während bei herkömmlichen Geräten die Kabel – im Fachjargon Sonden genannt – oft durch die Venen direkt in das Herz geführt werden müssen, nutzt die neue Technik eine sogenannte retrosternale Platzierung. Das bedeutet, dass das Kabel geschützt hinter dem Brustbein, aber außerhalb des Herzens und der großen Blutgefäße liegt. Dies minimiert langfristige Risiken wie Entzündungen oder Gefäßschäden erheblich. Diese technische Neuerung fügt sich nahtlos in das Profil der Fuldaer Herzchirurgie ein, die bereits seit Jahren eine Vorreiterrolle in der minimal-invasiven Chirurgie einnimmt.

Minimal‑invasiv auf höchstem Niveau

Besonders bekannt ist die Herzklinik für die sogenannte TCRAT-Methode, eine hochspezialisierte Form der Bypasschirurgie. Dabei erfolgt der Eingriff über einen sehr kleinen Schnitt zwischen den Rippen, ohne dass das Brustbein geöffnet werden muss. Diese Expertise in schonenden Operationsverfahren kommt den Patienten nun auch bei der neuen Defibrillator-Technik zugute.

Prof. Dr. Hilmar Dörge, Direktor der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, sieht in der neuen Methode einen weiteren Meilenstein für die Herzchirurgie: "Unser Anspruch ist es, Spitzenmedizin so sicher und schonend wie möglich zu gestalten. Die erfolgreiche Etablierung der retrosternalen ICD-Implantation ergänzt unsere langjährige Erfahrung in der minimal-invasiven Herzchirurgie perfekt. Es ist für uns ein logischer Schritt, diese technologische Vorreiterrolle in Hessen einzunehmen, um unseren Patienten die modernsten und risikoärmsten Behandlungen anzubieten."

Die Zuverlässigkeit des neuen Verfahrens hat sich in Fulda bereits bewährt. Nachdem der erste Patient im Dezember versorgt wurde, verliefen auch die weiteren Eingriffe ohne Komplikationen Der jüngste Patient konnte die Klinik bereits am zweiten Tag nach der Operation verlassen. Dass die Patienten auch im Rahmen der Nachsorge, dem sogenannten Follow-up, keinerlei Probleme zeigen, bestätigt die Entscheidung der Mediziner, dieses innovative System nun fest in das Behandlungsangebot aufzunehmen. (js/pm)+++

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