Point Alpha "Last Border Patrol" Festakt
Erinnerungswürdiges Symbol für Freiheit und Versöhnung
Fotos: Bernd Vogt
09.05.2026 / RASDORF (RHÖN) -
Die Point Alpha Stiftung erinnerte am Freitag mit dem 36. Festakt Last Border Patrol an den Einsatz der US Army und blickt dankbar auf den Dienst der Soldaten für ein demokratisches und schließlich geeintes Deutschland. In diesem Rahmen fand zudem ein Schülerbegegnungstag statt.
Einst ein Ort der Konfrontation zwischen zwei Welten, symbolisiert Point Alpha heute den Willen zur Versöhnung und den Mut für Werte und Freiheit einzustehen. 36 Jahre nachdem US-amerikanische Soldaten das letzte Mal vom Observation Post Alpha aus zu einer Patrouille entlang der innerdeutschen Grenze zwischen Rasdorf und Geisa aufbrachen, erinnerte die Point Alpha Stiftung am Freitag mit dem Festakt an den Dienst der Soldaten. Nach über vier Jahrzehnten an der "Grenze der Freiheit" war im Frühjahr 1990 die Mission der US-Army am Eisernen Vorhang endgültig beendet.
"Mission accomplished – der Auftrag war erfüllt - Ende März 1990 absolvierte die US Army am ehemaligen Eisernen Vorhang ihren letzten Kontrollgang", rekapitulierte Benedikt Stock, Geschäftsführender Vorstand der Point Alpha Stiftung, in seiner Begrüßung. "Der Kalte Krieg wurde nach und nach für beendet erklärt. Wie sich herausstellte, ein Irrtum."
Point Alpha steht für die gemeinsame Überwindung von Diktatur und Grenzen
Point Alpha halte die Erinnerung an die Wachsamkeit, die Kampfbereitschaft und die Leidenschaft der US-Army wach und unterstreiche die Bedeutung des authentischen Zeitzeugnisses für die militärischen und politischen Entwicklungen, aber auch für die Notwendigkeit eines funktionierenden Bündnisses. Ein besonderes Kapitel für Hessen, das in diesem Jahr sein 80-jähriges Bestehen feiert. "Es war schließlich keine Selbstverständlichkeit, uns Deutschen nach unseren unzähligen Verbrechen des Zweiten Weltkriegs die Hand zu reichen, wirtschaftliche und politische Aufbauhilfe zu leisten und die junge Bundesrepublik in die Gemeinschaft der freien Völker zurückzuführen", fuhr Stock fort. Point Alpha stehe für die gemeinsame Überwindung von Diktatur und Grenzen. Ein Ort der Erinnerung
"Point Alpha ist eine Geschichte des vermiedenen Krieges. Ein Kontinent und Deutschland wurden friedlicher und freier", sagte Brian Heath. Heute nun stünde man erneut vor unsicheren Zeiten, ergänzte der Generalkonsul vom US-Konsulat in Frankfurt. In vielen Gesellschaften beobachte man eine zunehmende Polarisierung, demokratische Institutionen würden durch Misstrauen und Extremismus auf die Probe gestellt. Antisemitismus nehme zu, offen und aggressiv, in einer Weise, von der viele glaubten, die Welt hätte sie nach 1945 hinter sich gelassen. "Rassismus, Intoleranz und Verschwörungstheorien schreiten schleichend voran – durch Gleichgültigkeit, Zynismus und die Aushöhlung der Wahrheit. Orte wie Point Alpha sind von daher wichtig, da sie uns daran erinnern, diesen Tendenzen mit Mut entgegenzutreten", unterstrich der Generalkonsul Heath. Aus der Vergangenheit lernen
"Es geht darum, aus der Vergangenheit nicht nur zu lernen, sondern Entscheidungen in die Zukunft zu leiten", sagte Courtney Mazzone. Die Konsulin für Politik und Wirtschaft am US-Generalkonsulat Leipzig dankte der Point Alpha Stiftung aus diesem Militärstützpunkt einen wunderbaren Platz des Austausches zu schaffen. An die anwesenden Jugendlichen appellierte sie: "Fragt nach. Hört zu. Tragt diese Geschichten weiter. Tauscht euch untereinander aus. Damit klarer wird, was uns verbindet und wie die Werte bewahrt werden, die uns wichtig sind.""Orte wie Point Alpha sind keine Relikte, sondern Klassenzimmer für kommende Generationen", stellte Lieutenant Colonel John M. Thruelsen treffend fest. Und die Notwendigkeit, entschlossen gegen Aggression aufzutreten, sei aktuell wie nie, betonte der Verbindungsoffizier im Namen der US Army Europe and Africa. "Konflikte treiben immer Innovation voran. Unbemannte Systeme bestimmten seit dem russischen Angriff Gegenwart und Schlachtfeld. Wie damals seien die Verbündeten gefordert. Derzeit arbeiten Soldaten der Bundeswehr sowie aus rund 30 weiteren Nationen im US-Hauptquartier in Wiesbaden im Rahmen der Unterstützung für die Ukraine. Die Sicherheitslage sei derzeit anspruchsvoll, biete aber die Chance, eine neue Abschreckungsarchitektur aufzubauen.