Eine Million Liter Heizöl gespart

Nachhaltige Wärme fürs Freibad: Kooperation mit Möbelfabrik Fr. Rudolf

Erfolgreiche Vertragsunterzeichnung: Karl-Friedrich Rudolf (Mitte) liefert über sein Unternehmen auch künftig die Energie für das Freibad der Stadt – hier vertreten mit Bürgermeister Matthias Möller (rechts) und Erstem Stadtrat Reinhold Baier.
Fotos: Ulrich Schwind

10.05.2026 / SCHLÜCHTERN - Im Freibad Schlüchtern ist die Wärmeversorgung der Becken schon gesichert: Auch nach der Wiedereröffnung in diesem Sommer setzt die Stadtverwaltung wieder auf ihr bewährtes Wärmekonzept.



Ohne Öl und ohne Gas und ohne lange Transportwege wird die Freizeitanlage optimal versorgt. Lieferant der benötigten Energie ist die Möbelfabrik Fr. Rudolf & Sohn, die nur wenige Meter entfernt in der Dreispitzenhohle 5 ansässig ist. Ein traditionsreiches Familienunternehmen, das dort schon seit vielen Jahrzehnten moderne und hochwertige Möbel herstellt.

Und bei den Produktionsprozessen fallen verständlicherweise auch Verschnitte und Holzspäne an, die nicht achtlos weggeworfen werden, sondern als wertvoller Rohstoff in zwei modernen Heizkesseln verbrannt werden. Die daraus entstehende Energie wird nicht nur in dem Traditionsunternehmen selbst eingesetzt, sondern eben auch im Schlüchterner Freibad. Diese Kooperation gibt es schon seit dem Jahr 2010. Geschäftsführer Karl-Friedrich Rudolf hat ausgerechnet, dass in diesem Zeitraum bis zur Schließung der Schwimmanlage vor der großen Umbaumaßnahme die Stadt Schlüchtern fast eine Million Liter Heizöl eingespart hat.

Eine echte "Win-Win-Situation"

"Eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Lösung", betont Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) bei der Unterzeichnung eines neuen Rahmenvertrages für die kommenden Jahre. "Damit haben wir ausreichend Energie für eines der wärmsten Freibäder im gesamten Umkreis", freut sich das Stadtoberhaupt.

Und auch finanziell rechnet sich das Projekt für die Kommune. Über eine Leitung werde die Rudolf´sche Fernwärme wesentlich billiger als zu sonst marktüblichen Preisen angeboten, betont Karl-Friedrich Rudolf: "Das ist eine preiswerte Beheizung ohne fossile Brennstoffe." Der Bürgermeister pflichtet ihm bei und spricht von einer "Traumkonstellation". Dabei verweist er auf die räumliche Nähe von Firma und Freibad am Schlüchterner Stadtrand. Auf diese Weise könne die Stadt erfolgreich zusammen mit einem heimischen Unternehmen etwas bewirken. Dieses nutzt somit deren Kesselanlage wirtschaftlich aus. Eine echte "Win-Win-Situation", schwärmt Möller.

Und Karl-Friedrich Rudolf sieht auch einen persönlichen Vorteil: Als Schlüchterner Bürger wolle er schließlich hin und wieder auch im warmen Wasser des neuen Freibades seine Bahnen ziehen. (mis/pm) +++

Um das Schlüchterner Freibad betreiben zu können, ist viel Technik notwendig, wie hier in diesem Raum im Keller der Anlage zu sehen ist.

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