"Teilen statt vernichten"

20 Jahre Hilfe und Menschlichkeit: Tafel feiert bewegendes Jubiläum

20 Jahre Bad Hersfelder Tafel: Zahlreiche Gäste feiern das besondere Jubiläum.
Fotos: O|N / Constantin von Butler

09.05.2026 / BAD HERSFELD - Seit zwei Jahrzehnten unterstützt die Bad Hersfelder Tafel Menschen in schwierigen Lebenslagen - jetzt wurde dieses besondere Jubiläum mit einem Gottesdienst in der Stadtkirche gefeiert. Zahlreiche Gäste, Ehrenamtliche und Wegbegleiter kamen zusammen, um auf 20 bewegte Jahre zurückzublicken. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur Lebensmittelspenden, sondern vor allem die Menschen hinter der Tafel-Arbeit.



Heute versorgt die Einrichtung rund 250 Haushalte mit Lebensmitteln. Insgesamt engagieren sich 84 Mitarbeitende für die Tafel, darunter zahlreiche Ehrenamtliche und Fahrer, die Woche für Woche Waren aus Supermärkten und Lagern abholen. Für Tafel-Koordinatorin Caroline Friebe ist die Arbeit längst mehr als reine Versorgung: "Es geht auch um die Begegnung von Mensch zu Mensch." Gerade an den Ausgabetagen entstünden Gespräche, Nähe und ein Gefühl von Gemeinschaft.

Im Gottesdienst wurde deutlich, wie wichtig die Einrichtung für die Region geworden ist. Dekan Michael Zehender würdigte das langjährige Engagement der Helfer und erinnerte daran, dass die Tafel weit mehr sei als eine Lebensmittelausgabe. "Seit 20 Jahren wird hier Hoffnung geschenkt", sagte er. Die Verbindung aus "Gemeinschaft und Hoffnung" sei ein starkes Zeichen für die gesamte Stadtgesellschaft.

Nächstenliebe seit zwei Jahrzehnten

Die Tafel entstand vor zwei Jahrzehnten aus dem Gedanken heraus, überschüssige Lebensmittel sinnvoll weiterzugeben. Noch immer werde jedoch viel zu viel vernichtet, betonte Caroline Friebe. "Es gibt genug Lebensmittel. Doch die Verteilung ist ungerecht", sagte sie. Deshalb gelte weiterhin das Prinzip: "Teilen statt vernichten." Besonders erschreckend sei, dass "ein Drittel der produzierten Lebensmittel immer noch weggeschmissen" werde.

Das Goldene Kronenkreuz verliehen

Neben dem Rückblick auf die Entwicklung der Tafel ging es auch um die Herausforderungen der vergangenen Jahre - von der Corona-Pandemie bis hin zu den Auswirkungen internationaler Krisen. Friebe sprach von "20 bewegten Jahren mit vielen Herausforderungen". Gleichzeitig machte sie deutlich, dass die Arbeit ohne das große Netzwerk aus Ehrenamtlichen und Unterstützern nicht möglich wäre: "Das alles geht nur dank unserer Helfer."

Tobias Hoffmann von der Geschäftsführung des Diakonischen Werks Hersfeld-Rotenburg hob die Bedeutung dieses Einsatzes hervor. "Die Tafel wird gebraucht", betonte er. Dabei gehe es längst nicht nur um Lebensmittel: "Zum Sattwerden gehört mehr als das Essen." Besonders wichtig seien Begegnung, Unterstützung und menschliche Nähe. "Es braucht die Nähe – den Zusammenhalt", sagte Hoffmann. Die Ehrungen wurden von den vielen Gästen in der Stadtkirche mit großem Applaus begleitet.

Auch Silvia Hemel, Gründungsmitglied und langjährige Koordinatorin der Tafel, wurde während des Gottesdienstes besonders geehrt. Für ihren Einsatz erhielt sie das Goldene Kronenkreuz - ein Dankzeichen der Diakonie Deutschland für langjährige haupt- oder ehrenamtliche Mitarbeit. Sie selbst richtete den Blick nach vorne: "Dieses Jubiläum muss man feiern. Wir haben noch viele Jahre große Aufgaben vor uns."

Standing Ovations in der Stadtkirche

Viele langjährige Helferinnen und Helfer der Tafel standen während des Gottesdienstes besonders im Mittelpunkt. Für ihren teils jahrzehntelangen Einsatz erhielten sie ein Dankzeichen der Diakonie Deutschland. Die Auszeichnungen machten deutlich, wie sehr die Tafel auf Menschen angewiesen ist, die ihre Zeit, Kraft und ihr Engagement über viele Jahre hinweg einbringen. Ob bei der Lebensmittelausgabe, als Fahrer oder bei der Organisation im Hintergrund - zahlreiche Ehrenamtliche begleiten die Arbeit der Tafel bereits seit langer Zeit und prägen das Angebot entscheidend mit. Die Ehrungen wurden von vielen Gästen mit großem Applaus begleitet. Zu Recht. (Constantin von Butler) +++

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