Geiselnahme in Volksbank

Täter auf der Flucht: Banküberfall sorgt für bundesweite Schlagzeilen

Alarm in der Innenstadt von Sinzig: Schwer bewaffnete Polizeikräfte, kreisende Hubschrauber und abgesperrte Straßen – in einer Volksbank läuft seit Freitagmorgen eine Geiselnahme.
Fotos: 5VISION.NEWS

09.05.2026 / SINZIG - Stundenlang herrschte Ausnahmezustand in der Innenstadt von Sinzig (Rheinland-Pfalz): Schwer bewaffnete Spezialkräfte, kreisende Hubschrauber, abgesperrte Straßen und die Angst vor einer eskalierenden Geisellage hielten die Menschen in der Kleinstadt im Landkreis Ahrweiler in Atem. Am Ende konnten zwei eingeschlossene Personen unverletzt aus der Volksbank befreit werden - von den Tätern fehlte jedoch jede Spur.



Der Großeinsatz begann am Freitagmorgen kurz nach 9:00 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt war ein Geldtransporter vor der Volksbank-Filiale vorgefahren. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde ein Mitarbeiter des Transportunternehmens unmittelbar vor der Bank von mindestens einem Täter abgefangen und bedroht. Anschließend wurde der Mann offenbar in das Gebäude gezwungen.

Geiselnahme im Tresorraum

Schnell gingen die Ermittler davon aus, dass sich Täter und Geisel im Tresorbereich der Bank befinden könnten. Die Polizei sprach zunächst von einer Geiselnahme und ging zeitweise sogar von mehreren Tätern aus. Die gesamte Innenstadt wurde weiträumig abgesperrt. Spezialkräfte aus Rheinland-Pfalz sowie aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg rückten an. Über Stunden kreiste ein Polizeihubschrauber über der Stadt. Im Pfarrheim wurde vorsorglich eine Rettungsstation eingerichtet, Schulen im abgesperrten Bereich wurden geräumt und Kinder betreut, bis sie abgeholt werden konnten. Für Anwohner richtete die Stadt eine Betreuungsstelle ein.

Täter nicht mehr im Gebäude

Im Laufe des Tages verdichteten sich dann Hinweise darauf, dass die Täter möglicherweise längst verschwunden waren. Dennoch blieb die Lage angespannt. Die Polizei konnte zunächst keinen Kontakt zu möglichen Geiselnehmern oder den eingeschlossenen Personen herstellen. Die Einsatzkräfte gingen deshalb weiter vom schlimmsten Fall aus.

Gegen 14:25 Uhr erfolgte schließlich der Zugriff: Beamte eines SEK stürmten die Volksbank. Dabei stellte sich heraus, dass sich die mutmaßlichen Täter nicht mehr im Gebäude befanden. Stattdessen fanden die Einsatzkräfte zwei eingeschlossene Personen unverletzt in einem separaten Raum der Bank vor. Dabei handelte es sich um den Mitarbeiter des Geldtransporters sowie eine weitere Person.

Innenstadt wird zum Schauplatz eines Großeinsatzes

Die Täter waren zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Flucht. Wann genau sie die Bank verlassen hatten, blieb zunächst unklar. Nach Angaben der Polizei könnte dies sogar unmittelbar nach der Tat geschehen sein. Während des gesamten Einsatzes habe es keinerlei Kontakt zwischen Polizei und Tätern gegeben. Der Alarm sei automatisch ausgelöst worden.

Inzwischen laufen umfangreiche Fahndungsmaßnahmen. Die Polizei veröffentlichte am Nachmittag erste Hinweise zu einem Verdächtigen. Demnach soll mindestens ein Täter etwa 1,80 Meter groß gewesen sein und einen weißen Overall getragen haben, der von Ermittlern mit einem "Imkeranzug" verglichen wurde.

Für die Menschen in Sinzig bleibt nach Stunden voller Anspannung vor allem Erleichterung zurück. Die sonst ruhige Innenstadt war über Stunden Schauplatz eines massiven Polizeieinsatzes geworden. Der stellvertretende Bürgermeister Hans-Werner Adams sprach nach dem Ende des Einsatzes von einem "Alptraum", der zum Glück nicht eskaliert sei. Dennoch bleibt die Hoffnung, dass die Täter schnell gefasst werden. (Constantin von Butler) +++

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