Achtung Betrugsmasche!

Kreis warnt vor falschen Ankäufern: Lockangebote führen zu Gold-Abzocke

In den vergangenen Wochen sind im Vogelsbergkreis wieder vermehrt Ankaufaktionen beworben worden. Landrat Dr. Jens Mischak und die Gewerbeabteilung der Kreisverwaltung warnen deshalb eindringlich: "Diese angeblichen Pelzkäufer sind in Wahrheit auf Gold aus."
Symbolfoto: pixabay

08.05.2026 / REGION VB - In den vergangenen Wochen sind im Vogelsbergkreis wieder vermehrt Ankaufaktionen beworben worden. Landrat Dr. Jens Mischak und die Gewerbeabteilung der Kreisverwaltung warnen deshalb eindringlich: "Diese angeblichen Pelzkäufer sind in Wahrheit auf Gold aus."



Laut Kreisverwaltung mieten Personen - die nicht aus der Region stammen - kurzfristig Ladenflächen an und melden dort den "Ankauf von Pelzen, Lederjacken, Antiquitäten und vielem mehr" an. Auffällig ist: Schmuck und Edelmetalle werden in den Anzeigen bewusst nicht erwähnt.

Achtung vor verschiedenen Maschen

Erst im persönlichen Gespräch würden die Händler dann gezielt nach Gold, Schmuck oder anderen Wertgegenständen fragen - oft sogar als Bedingung, um Pelze, Teppiche oder alte Gegenstände überhaupt anzukaufen. Die Gewerbeabteilung warnt zudem, dass diese Händler versuchen, auf diesem Weg eine behördliche Zuverlässigkeitsprüfung zu umgehen. Die Kreisverwaltung rät daher dringend, solche Angebote kritisch zu prüfen und im Zweifel keine Wertgegenstände herauszugeben.

Im nächsten Schritt würden dann große Annoncen geschaltet oder entsprechende Flyer verteilt. So seien auch aktuell wieder Flyer mit einer sechs-tägigen Ankaufaktion in den Zeitungen erschienen, "die Spitzenpreise suggerieren, die es in der Realität dann nicht gibt", so das Fachamt.

Eine andere gängige Masche seien sogenannte Informationsstände einzelner Gewerbetreibender, die tageweise in den Eingangsbereichen von Supermärkten stehen, um hier angebliche Werbung für ihre Geschäftsbetriebe, die sich woanders befinden, zu machen. Dort könne der Kunde angeblich dann ebenfalls zu Spitzenpreisen seine gebrauchten Pelze, Antiquitäten und Teppiche in Zahlung geben. "Aber Vorsicht, auch mit dieser Masche sollen die Kunden lediglich gelockt werden, um eventuell vorhandenen Schmuck und Edelmetalle zum Verkauf mitzubringen", heißt es in der Pressemitteilung des Landkreises.

Die dritte Masche: Gewerbetreibende boten nach dem Muster der ZDF-Sendung "Bares für Rares" an Ständen bei Supermärkten an, wertvolle Gegenstände zu bewerten, um diese für ihre "Ausstellungen" anzukaufen. Auch hier werde die Bewertung bevorzugt bei den Kunden zu Hause vorgenommen, um keine Wahl für eine andere Bewertung zuzulassen und um behördliche oder polizeiliche Kontrollen zu vermeiden.

Landrat Dr. Mischak warnt die Bevölkerung

Landrat Dr. Mischak warnt die Bevölkerung, denn die Ankäufer seien nicht wirklich an Pelzen oder anderen gebrauchten Gegenständen interessiert, sondern bevorzugt an Gold und Silber. Sie besuchten Leute, die einen Pelz abzugeben haben, zu Hause und ließen sich dort Schmuck und Gold oder andere Edelmetalle zeigen. "Hier bestehen erhebliche Überrumpelungsgefahren, insbesondere für ältere Menschen. Es kann nämlich nicht davon ausgegangen werden, dass eine ordnungsgemäße Bewertung der Gegenstände durch die dubiosen Ankäufer erfolgt, sondern viel zu niedrige Preise gezahlt werden. Die Kunden haben keine Chance, eine zweite Bewertung bei einem seriöseren Ankäufer vornehmen zu lassen", so Dr. Mischak. Solche Besuche sollte man nicht zulassen, zudem sollte man kein Gold oder Schmuck zur Ansicht mitgeben.

Sollte doch Kontakt zu den zweifelhaften Aufkäufern bestehen, sollte man sofort auf Zahlung des Kaupreises in bar bestehen und sich auch den Ausweis der Person zeigen lassen, damit sich das Geschäft auch hinterher noch nachvollziehen lässt. Auf jeden Fall sollte man sich eine Ankaufquittung mit dem Namen und Adresse des Käufers ausstellen lassen.

Die Kreisverwaltung empfiehlt, immer mehrere Angebote einzuholen, wenn man alten Schmuck, Silber, Bruch- oder Münzgold verkaufen will. Wer Zweifel an der Seriosität der Ankäufer hat, kann sich an die Gewerbeabteilung des Vogelsbergkreises unter der E-Mail-Adresse gewerbeamt@vogelsbergkreis.de sowie telefonisch unter 06641/9770 oder in dringenden Fällen an das Polizeipräsidium Osthessen unter Telefon 0661/105-0, jede andere Polizeidienststelle oder über die Onlinewache unter www.polizei.hessen.de wenden. (mis/pm) +++

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