Präventionsmaßnahmen gegen Wildunfälle
"Jeder zweite Unfall im Vogelsberg hängt mit Wild zusammen"
O|N / Nils Otterbein
08.05.2026 / ALSFELD -
Viele Landstraßen im Vogelsbergkreis sind von unübersichtlichen Wald- und Feldrändern umgeben. Die Folge: Gerade nachts und zur Dämmerung sind Unfälle in Verbindung mit Wildtieren an der Tagesordnung - mit Gefahren für Tier und Mensch gleichermaßen. Das Polizeipräsidium Osthessen hat deswegen erstmals eine präventive Maßnahme ergriffen.
Bereits am frühen Mittwochmorgen wurde eine gängige Geschwindigkeitsüberprüfung auf der B254, Höhe Klingelhof aus Fahrtrichtung Alsfeld durchgeführt. Laut Steffen Heil, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Osthessen, wurde bei 520 überprüften Fahrzeugen nur ein kleiner Geschwindigkeitsverstoß registriert. Die Aktion "Wildtierunfälle verhindern" begann ab 9 Uhr am Parkplatz auf Höhe der alten Fursche-Fabrik am Ortsausgang Alsfeld-Altenburg. "Jeder zweite Unfall im Vogelsbergkreis ist ein Wildtierunfall und auf der B254 finden gar 75 Prozent der Unfälle in Verbindung mit Wildwechsel statt", so Pressesprecher Steffen Heil im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS.
Einige Straßen im Vogelsbergkreis gefährdet
Neben der B254 sind im Kreis vor allem die Straßen L3140 zwischen Eichelhain und Lanzenhain, die B275 zwischen Nösberts-Weidmoos und Altenschlirf, die B49 zwischen Ermenrod und Ruppertenrod oder die B62 von Kirtorf nach Lehrbach betroffen. Die Polizei möchte in den kommenden Jahren auch auf diesen oder ähnlich gefährdeten Strecken die Präventionsmaßnahme durchführen. Ausgewählte Fahrzeughalter wurden auf den Parkplatz am Altenburger Ortsausgang rausgewunken, nicht um sie auf ein Fehlverhalten hinzuweisen, sondern sie im direkten Gespräch über die Gefahren des Wildwechsels aufzuklären. Auch der Schwerlastverkehr war Teil der Kontrollen. Hier stellten die Beamten neben Geschwindigkeitsüberschreitungen auch Verstöße gegen die Sozialvorschriften – wie Lenk- und Ruhezeiten - fest. Ein Sattelzug wies zudem Mängel bei der Ladungssicherung auf. Was tun, um Wildunfälle zu verhindern?
- Ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug
- Beobachtung des Fahrbahnrands
- 80 statt 100 km/h verringert den Bremsweg um 25 Meter
- bei Tieren am Straßenrand: Kontrolliert abbremsen (soweit möglich), Fernlicht ausschalten und mehrfach hupen