Kein Nachfolger, wenig Perspektive
Ein Kapitel endet: Die Leder‑Börse verabschiedet sich nach 38 Jahren
Mit der Leder-Börse Handelsgesellschaft muss ein weiteres Geschäft in der Innenstadt schließen.
Fotos: Nils Otterbein
08.05.2026 / FULDA -
Die Fuldaer Innenstadt ist schon bald um ein langjähriges Geschäft ärmer. Nach einem Räumungsverkauf wird die Leder-Börse zum 30. Juni diesen Jahres schließen. Ladenbesitzerin Eva Stern kann das Geschäft trotz aller Bemühungen um eine Nachfolge nicht weiterführen.
Seit 38 Jahren ist das Geschäft im Zitronenmannsgäßchen aufgrund der zentralen Lage eine beliebte Station zum Einkaufsbummel. Leider wird es ab Juli diese Möglichkeit nicht mehr geben.
"Es war ein schleichender Prozess, aber leider muss ich trotz deutschlandweiter Suchen in meiner Branche das Geschäft schließen", so die Besitzerin Eva Stern gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Sie betont zwar, dass der Standort Fulda durchaus noch attraktiv für Geschäfte ist, sieht aber die Schwierigkeiten der aktuellen Zeit. "Heutzutage geht für eine solche Unternehmung niemand mehr ins Risiko. Das Geld sitzt auf beiden Seiten - Ladenbesitzern und Endkunden - nicht mehr so locker. Hört man sich um, werden wir nicht die Letzten sein, die bereits dieses Jahr schließen müssen."
Auch der Blick auf die modernen Kaufgewohnheiten lässt die Schwierigkeit der Lage erahnen. "Häufig kommen Kunden zu mir, die eine persönliche Beratung schätzen. Jedoch wird dann mit Blick auf den Onlinehandel gerne um den Preis gehandelt oder aus Prinzip online gekauft", so die langjährige Besitzerin im Gespräch mit O|N. Sie stellt fest: "Manche Geschäftsgebäude aus meiner Branche werden durch Betreiber von Restaurants weitergeführt, wenn es überhaupt einen Nachmieter gibt." Die Artikel der Leder-Börse sind für die restliche Zeit um einige Prozent heruntergesetzt.
Die Leder-Börse, bei der eine Teilzeitkraft und eine Aushilfe beschäftigt sind, wird den Ausverkauf bis zum 30. Juni anbieten. (Nils Otterbein) +++