Ein Tag mit Geschichte

Warum wir am 1. Mai frei haben - und was eigentlich dahintersteckt

Was steckt eigentlich wirklich hinter dem Tag der Arbeit am 1. Mai?
Archivbilder: O|N

01.05.2026 / REGION - Wir alle kennen es: eine Wanderung bei wunderschönem Wetter mit Freunden, ein Halt im Biergarten. Aber was steckt eigentlich wirklich hinter dem 1. Mai und woher kommt der Feiertag? Wir haben die Historie des "Tages der Arbeit" für Sie zusammengefasst.



Der 1. Mai wird in Deutschland und einigen anderen Ländern als Tag der Arbeit gefeiert und gilt als gesetzlicher Feiertag. Er erinnert an den Kampf um familienfreundliche Arbeitszeiten sowie angemessene Löhne und Gehälter.

Wieso der 1. Mai?

In den USA galt der 1. Mai als Stichtag für Vertragsabschlüsse und damit verbunden als Arbeitswechsel. Die Menschen wollten, dass der Achtstundentag mit in die neuen Arbeitsverträge aufgenommen wird. Dies führte zu einem Massenstreik am 1. Mai 1886 in Chicago. Hunderttausende protestierten friedlich für familienfreundliche Arbeitstage, jedoch kam es nur wenige Tage später zu gewaltvollen Auseinandersetzungen mit Todesopfern. Dies löste einen neuen Protest auf dem "Haymarket" von Chicago aus. Kurz vor Ende der Demonstration wurde eine Bombe gezündet, was zu Eskalation und vielen Toten führte. Daraufhin wurde Kriegsrecht ausgesprochen und viele Arbeitgeber wurden verhaftet. Dieses Ereignis führte weltweit zu Aufruhr.

Gedenken der Opfer

Im Juli 1889 wurde der erste Mai erstmals als Gedenktag der Opfer, der sogenannte "Kampftag der Arbeiterbewegung" ausgerufen. Seitdem finden jährlich Massendemonstrationen statt. In Deutschland gilt der Tag erst seit 1919 als gesetzlicher Feiertag, jedoch vorerst nur für ein Jahr. 1933 wurde er zum "Tag der nationalen Arbeit" erklärt, kurz danach wurden die Gewerkschaften verboten. 1934 wurde er dann zum nationalen Feiertag des deutschen Volkes gemacht und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder bestätigt. Seitdem gilt er als nationaler Feiertag in Deutschland.

Verschiedene Bezeichnungen

Der Name des Feiertags wird von den Bundesländern selbst bestimmt. Beispielsweise ist er in Nordrhein-Westfalen der "Tag des Bekenntnisses zur Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde", in Hessen heißt er "Feiertag aller arbeitenden Menschen". Mittlerweile nutzen viele den freien Tag, um Wanderungen zu unternehmen oder Maifeste zu feiern - zahlreiche Traditionen haben sich daraus entwickelt.

Was machen Sie am 1. Mai? Eine Demo besuchen oder doch lieber eine Wanderung mit Freunden? Vielleicht finden Sie ein paar Ideen in unserem Beitrag über die schönsten Veranstaltungen im Umkreis. (Emma Noll) +++

In Deutschland gilt der Tag seit 1919 als gesetzlicher Feiertag.
Foto: Wikimedia / Deutsche Fotothek
Heute nutzen viele den Tag für Wanderungen oder Maifeste.
Archivbild: O|N

↓↓ alle 8 Artikel anzeigen ↓↓

X