"SaN"-Projekt startet

Digitale Vernetzung: Entlastung für Rettungsdienst und Notaufnahme

Das "SaN"-Projekt soll Rettungsdienste und Notaufnahmen entlasten
Archivfotos: O|N

27.04.2026 / REGION - Um im Notfall bestmöglich versorgt zu werden, braucht es ein stabiles Netzwerk aus Ersthelfern, Ärzten, Rettungsdienst und auch den Notaufnahmen. Dass der Bereich der Notfallversorgung mit viel Arbeit und Strapazen verbunden ist, dürfte somit jedem bekannt sein. In Hessen startet nun ein Pilotprojekt unter dem Namen "SaN", welches insbesondere Rettungskräfte und die Notaufnahmen mithilfe von Digitalisierung entlasten soll.



"SaN" steht in diesem Fall für "Sektorenübergreifende ambulante Notfallversorgung" – das neue Projekt soll mit einer effizienteren Patientensteuerung in der Akut- und Notfallversorgung einen durchgehend digitalen Prozess schaffen, der eine Fallübernahme und -übergabe zwischen Leitstellen des Rettungsdienstes und der Organisation des ärztlichen Bereitschaftsdienstes ermöglicht.

Überlastung eindämmen und Patienten richtig lotsen

Bisher wird bei auch Nicht-Notfällen vielerorts der Rettungsdienst gerufen oder kranke Personen fahren direkt in die Notaufnahme, obwohl der Fall bei einem Hausarzt besser aufgehoben wäre. Viele Menschen erwarten sich hierdurch eine schnellere Hilfe bei ihren Problemen. Dies führt allerdings zu steigenden Einsatzzahlen im Rettungsdienst, überfüllten Notaufnahmen und einer erhöhten Belastung für das Personal, die sich völlig kontraproduktiv auf das eigentliche Anliegen auswirkt.

"Rettungsdienst und Notaufnahmen dürfen nicht mit Fällen überlastet werden, die dort nicht hingehören – wenn zum Beispiel der Hausarzt die richtige Anlaufstelle wäre", betonte Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) in diesem Zusammenhang. Das SaN-Projekt soll mit der Vernetzung von Rettungsdienst, Bereitschaftsdienst und Krankenhäusern hierbei Abhilfe schaffen und Patienten an die richtige Anlaufstelle lotsen, um somit unnötige Überlastungen zu minimieren.


Drei Pilotregionen – der Main-Kinzig-Kreis ist mit dabei

Konkret bedeutet das also, dass, wenn ein Patient die Notrufnummer 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116-117 wählt, der Fall konkret vom medizinischen Personal eingeschätzt und an die passende Versorgungsstelle weitergeleitet wird. Die Entscheidung wird durch das digitale SmED-System getroffen und bietet somit eine Entscheidung nach allgemeingültigen, einheitlichen Regelungen.

Unter anderem wird neben dem Landkreis Gießen und dem Main-Taunus-Kreis auch der Main-Kinzig-Kreis Pilotregion des Projektes. "Bereitschafts- und Rettungsdienst werden im SaN-Projekt bei der Akut- und Notfallversorgung endlich so verzahnt, dass der medizinische Bedarf im Vordergrund steht und der Patient in die richtige Versorgungsebene gesteuert werden kann", erklärt Armin Beck, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen.

Wie das Projekt im Echtbetrieb läuft, bleibt also zunächst noch abzuwarten – aktuell ist es bereits in allen drei genannten Landkreisen im Einsatz. SaN könnte aber einen wichtigen Grundstein für die Weiterentwicklung der Notfallversorgung legen und weitere Kreise in Hessen oder Deutschland dazu bewegen, die einzelnen Versorgungsstellen besser zu vernetzen. (pg) +++

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