Entwarnung nach gut zehn Wochen

Trinkwasser in Wüstensachsen und Melperts wieder einwandfrei

Gut zehn Wochen nach Bekanntwerden der Trinkwasserverunreinigung in den Ehrenberger Ortsteilen Wüstensachsen und Melperts (Kreis Fulda) ist die Lage nun vollständig bereinigt
Symbolbild: Pixabay

27.04.2026 / EHRENBERG (RHÖN) - Gut zehn Wochen nach Bekanntwerden der Trinkwasserverunreinigung in den Ehrenberger Ortsteilen Wüstensachsen und Melperts (Kreis Fulda) ist die Lage nun vollständig bereinigt. Die Gemeindeverwaltung Ehrenberg (Rhön) teilte am Montag mit, dass die Chlorung des Trinkwassers in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Fulda offiziell beendet wurde. Das Wasser sei wieder uneingeschränkt nutzbar und von einwandfreier Qualität.


Coliforme Bakterien lösten Alarm aus

Mitte Februar hatte die Gemeinde mitgeteilt, dass bei Routinekontrollen der Trinkwasseranlagen Grenzwertüberschreitungen festgestellt worden waren – konkret wurden Coliforme Bakterien sowie intestinale Enterokokken nachgewiesen. Sofort wurde ein Abkochgebot für die betroffenen Haushalte verhängt und in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Fulda eine Chlorung des Trinkwassers eingeleitet.

Wochenlang musste das Abkochgebot aufrechterhalten werden, weil die Chlorintensität zunächst alle Bereiche des Leitungsnetzes vollständig erreichen musste. Erst Mitte März konnte die Gemeinde mitteilen, dass das Abkochen nicht mehr nötig sei – die Chlorung war wirksam und die Keimfreiheit bestätigt worden. Die Chlorung selbst lief jedoch weiter, bis auch weitere Folgeuntersuchungen ohne Beanstandungen blieben.

Trockene Jahre schwächten natürlichen Schutz

Als Ursache geht die Gemeinde von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus: Die Trockenheit der vergangenen Jahre habe die natürliche Filterwirkung des Bodens geschwächt, sodass bei starken Regenfällen vermehrt Trübstoffe – und damit Keime – in die Quellbereiche gelangen konnten. Normalerweise werden solche Keime durch UV-Entkeimungsanlagen in den Hochbehältern zuverlässig abgetötet – doch diesmal war die Trübung so hoch, dass die Anlage an ihre Leistungsgrenze stieß.

20.000-Euro-Investition für mehr Sicherheit

Um künftig schneller reagieren zu können, hat die Gemeinde bereits nachgerüstet: Ein modernes Online-Trübungsmessgerät für rund 20.000 Euro überwacht die Wasserqualität nun rund um die Uhr. Bei erhöhten Trübungswerten wird der Zufluss automatisch gestoppt, bevor belastetes Wasser überhaupt ins Versorgungsnetz gelangt. Die Gemeindeverwaltung dankte den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis und ihre Geduld in den vergangenen Wochen. (pm/mmb) +++

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