Streit um Kult-Trinkpäckchen

Verbraucher unzufrieden: Bringt Capri Sun den Plastikstrohhalm zurück?

So sieht der Strohhalm des Kult-Trinkpäckens aktuell aus.
Symbolbilder: Emely Schrön

27.04.2026 / REGION - Viele kennen ihn sicher noch: den kleinen, spitzen Plastikstrohhalm, mit dem sich die damals noch als Capri-Sonne bekannte Capri Sun in den silbernen Trinkbeutel stechen ließ. Für viele gehört er zur Kindheit einfach dazu. Doch genau dieser Halm ist seit einigen Jahren verschwunden. Könnte es nun ein Comeback geben?



Seit 2021 setzt Capri Sun auf Papierstrohhalme, ausgelöst durch das EU-weite Verbot von Einwegplastik. Doch die Umstellung kommt bei vielen Kunden nicht gut an: Immer wieder wird bemängelt, dass sich der Halm schwer in den Beutel stechen lässt, schnell aufweicht und geschmackliche Nachteile mit sich bringt. Das Unternehmen hat den Papierhalm nach eigenen Angaben mehrfach überarbeitet, die Kritik hält jedoch an - es ist einfach nicht das Gleiche.

Petition für Comeback gestartet

Um die Rückkehr zum Plastikstrohhalm zu erreichen, startete Capri Sun bereits 2024 eine Online-Petition. Ziel waren eine Million Unterschriften, erreicht wurde dieses Ziel jedoch (noch) nicht. Weniger als 169.000 Unterstützer kamen bislang zusammen. Die Petition wird inzwischen nicht mehr aktiv beworben. Dennoch hält das Unternehmen an seinem Vorhaben fest und spricht aktuell von einem "konstruktiven Austausch" mit der EU-Kommission.

Capri Sun plant nach eigenen Angaben, künftig auf Trinkhalme aus Polypropylen zu setzen - also aus demselben Material wie der Beutel. Dadurch soll das gesamte Produkt besser recycelbar werden. Einen Rückgang der Verkaufszahlen durch den Papierstrohhalm konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben bislang nicht feststellen.

Kritik von Umweltschützern

Scharfe Kritik kommt unter anderem von der Deutsche Umwelthilfe. Der Vorstoß zurück zum Plastikstrohhalm sei "aus Umweltsicht nicht nachvollziehbar und ein Armutszeugnis". Gerade die kleinen Trinkbeutel würden häufig unterwegs konsumiert und landeten entsprechend oft in der Umwelt. Jedes zusätzliche Plastikelement verschärfe das Problem von Mikroplastik.

Eigener Markt für alte Plastikhalme

Während die Debatte anhält, hat sich in den letzten Jahren im Internet ein bemerkenswerter Trend entwickelt: Auf Reseller-Plattformen wie Kleinanzeigen werden ältere Capri-Sun-Packungen mit Plastikstrohhalm gezielt angeboten, teils zu erhöhten Preisen. Die Nostalgie scheint also doch viele zu packen.

Die Diskussion um den richtigen Trinkhalm ist damit längst nicht beendet. Während Capri Sun an seinen Plänen festhält, bleibt abzuwarten, wie die EU entscheidet - und ob sich Verbraucherwünsche oder Umweltbedenken am Ende durchsetzen. (ems) +++

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