Botanische Rarität im Mittelpunkt

25. Schachblumenfest in Altengronau

An einem Sonntag steht im Sinntaler Ortsteil Altengronau (Main-Kinzig-Kreis) die Schachblume besonders im Mittelpunkt. Der örtliche Landfrauenverein veranstaltet nämlich für das Liliengewächs (auch Schachbrettblume oder Kiebitzei genannt) ein großes Fest.
Fotos: Walter Dörr

27.04.2026 / SINNTAL - An einem Sonntag steht im Sinntaler Ortsteil Altengronau (Main-Kinzig-Kreis) die Schachblume besonders im Mittelpunkt. Der örtliche Landfrauenverein veranstaltet nämlich für das Liliengewächs (auch Schachbrettblume oder Kiebitzei genannt) ein großes Fest. Zum 25. Mal fand das Schachblumenfest dieses Jahr statt. Bei strahlendem Sonnenschein konnte auf dem ARGE-Festplatz im Aspenweg ausgiebig gefeiert werden. Um die "Fritillaria meleagris", so lautet der botanische Name der Pflanze, und die schachbrettartig gemusterte, purpurbraune Blüte nahe zu sehen, musste nicht weit gelaufen werden. Hinter dem Festplatz in den Sinnfeuchtwiesen ist die botanische Rarität vertreten.


Schachblumenfest ist ein Renner

Das traditionelle Schachblumenfest, das weithin bekannt ist, war wieder ein Besuchermagnet. Die Vorbereitungsarbeit, die die Landfrauen seit dem Jahr 2000 alljährlich machen, haben sich wieder gelohnt. Auf den Feuchtwiesen im 72,9 Hektar großen Naturschutzgebiet (NSG) entlang der Sinn, der Schmalen Sinn und im Mündungsbereich der Jossa, dem größten Vorkommen in Deutschland, fühlt sich die Schachblume wohl. Seit 1988 stehen die Schachbrettblumen unter Naturschutz und als stark gefährdete Pflanzenart auf der roten Liste nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV). Die Blütezeit der meist einzelnen Blüten reicht von Anfang April bis Mitte Mai. Die Schachblume ist eine Lichtpflanze und mag nasse oder teilweise sogar überschwemmte Böden. Zahlreiche sachkundige Exkursionen machten die Naturparkführer des Naturparks Hessischer Spessart.

Irmgard Schultheis immer wieder dabei

Natürlich wie jedes Jahr dabei die Naturschützerin und Naturparkführerin Irmgard Schultheis, die im Jahr 1999 die Idee zum Schachblumenfest hatte. Steffi Fuß begrüßte als Mitglied des Team-Vorstandes des Landfrauenvereins Altengronau die Gäste. Besonders hieß sie den Landrat des Main-Kinzig-Kreises Thorsten Stolz, Sinntals Bürgermeister Thomas Henfling, den zukünftigen 1. Bürgermeister im Markt Obersinn aus dem unterfränkischen Landkreis Main-Spessart, Sören Winkler, den Altengronauer Ortsvorsteher Winfried Maienschein, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Altengronau, Katja Habekost, die Präsidentin des Landfrauenverbandes Hessen, Ursula Pöhlig, die Vorsitzende des Bezirkslandfrauenvereins Schlüchtern, Vanessa Dernesch, und den Vizevorsitzenden des Verbandes Hessischer Fischer, Rainer Hennings, willkommen.

Willkommen hieß Steffi Fuß auch die Naturparkführer des Naturparks hessischer Spessart, insbesondere die Naturschützerin und Naturparkführerin Irmgard Schultheis, und die Vertreter der örtlichen Vereine. Die Vorsitzende Fuß machte auf die Verkaufsstände am Festplatz aufmerksam, dass die Landfrauen mit Mittagessen und einem reichhaltigen Kuchenbuffet für das Wohl der Gäste sorgen, und dass es für die jüngsten Besucher eine Hüpfburg und einen Schminkstand gebe. Stimmungsvolle Unterhaltungsmusik machte wieder das Duo "Dennis und Flo".

Ein besonderer Anlass

Landrat Thorsten Stolz wies in seinem Grußwort darauf hin, dass ein besonderer Anlass anstehe: das 25. Schachblumenfest. Die Millionen Schachblumen im Naturschutzgebiet gehörten zur Heimat, Sinntal und Altengronau. Stolz dankte den Altengronauer Landfrauen für die Schachblumenfeste und wünschte den Gästen einen ereignisreichen Tag. Sinntals Bürgermeister Thomas Henfling verwies auch auf das botanische Juwel und eines der größten Vorkommen. Im Schutzraum lasse man die Blume geschehen und sie gedeihe. Dass der Festplatz voll ist wegen einer Blume, stellte Henfling fest und dankte den Landfrauen. Da die Präsidentin des Landfrauenverbandes Hessen, Ursula Pöhlig, auch dem Präsidium des Deutschen Landfrauenverbandes angehört, grüßte sie auch im Namen dessen Präsidentin Petra Bentkämper. Pöhlig dankte für das Engagement der Altengronauerinnen und wünschte viel Spaß.

Auf die Einzigartigkeit der Schachblume und die Natur ging auch die Vorsitzende des Bezirkslandfrauenvereins Schlüchtern, Vanessa Dernesch, in ihrem Grußwort ein. Als Initiatorin und Mitbegründerin des Schachblumenfestes erinnerte Ingrid Schultheis an die Mühen und Rückschläge in den vergangenen 25 Jahren. Sie dankte für den letztlich großen Erfolg. Es habe sich gelohnt für das botanische Ergebnis. Schultheis nannte noch ein weiteres schützenswertes Tier: den Biber, der in den Spessartwiesen wichtig sei. Zur Bewahrung der Schöpfung gelte es, sich einzusetzen. Der Vizevorsitzende des Verbandes Hessischer Fischer, Rainer Hennings, grüßte für seinen Verband, der die nahe Sinn zum Fischen gepachtet hat.

Auch in Gewächshäusern eine Blumenpracht

Immer an den Schachblumenfesten hat die nahegelegene Gärtnerei Schüssler (Hüttenweg 9) einen Tag der offenen Tür. So konnten die Schachblumen-Besucher auch die Blumenvielfalt in der traditionsreichen Gärtnerei (seit über sechs Jahrzehnten), die einzige, die selbst Pflanzen und Blumen produziert, bewundern. (Walter Dörr) +++

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