Der Schock sitzt tief
Motiv des Angreifers unklar - Schusswechsel bei Trump-Dinner
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27.04.2026 / WASHINGTON -
Mit Schrotflinte und Messern: Nach dem Angriff auf das Dinner in Washington stehen die Ermittlungen noch am Anfang. Trump und sein Team ziehen jedoch schon erste Schlüsse.
Nach dem Schusswechsel bei einem Gala-Dinner mit US-Präsident Donald Trump suchen Ermittler nach dem Motiv und dem konkreten Ziel des Tatverdächtigen. Der bewaffnete 31-Jährige hatte am Samstagabend (Ortszeit) versucht, in Washington das Festessen mit der Hauptstadtpresse zu stürmen, wurde aber von Sicherheitskräften überwältigt.
US-Präsident Donald Trump, seine Frau Melania und etliche Kabinettsmitglieder bleiben unversehrt. Ein Sicherheitsbeamter wird angeschossen, kann aber später aus dem Krankenhaus entlassen werden. Aber der Schock sitzt tief. Trump bezeichnet den Verdächtigen später als "Möchtegern-Attentäter".
Verdächtiger am Montag vor Gericht
Ermittler gehen laut Justizminister Todd Blanche nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass der mutmaßliche Schütze Mitglieder der Regierung ins Visier genommen hatte. Ob Trump selbst das Ziel war, werde noch geprüft, der Verdächtige kooperiere nicht mit den Ermittlern. Am Montag soll der Mann vor Gericht in Washington erscheinen. Regierungssprecherin Karoline Leavitt wertete den Angriff als Mordversuch an Trump.Vorfall kurz vor Besuch von König Charles
Nach den Dinner-Schüssen in Washington wurden die Pläne für den Staatsbesuch des britischen Königspaars in den USA überprüft. Dieser werde dennoch wie geplant stattfinden, teilte der Buckingham-Palast am Abend laut der britischen Nachrichtenagentur PA mit. Ab Montag sind der britische König Charles III. und Königin Camilla zu einem mehrtägigen Staatsbesuch in den USA zu Gast.Laut Trump gibt es ein Manifest des Verdächtigen
Bei dem Gala-Dinner mit der Hauptstadtpresse war der Mann durch eine Sicherheitsschleuse gestürmt und von Sicherheitskräften überwältigt worden. Es fielen Schüsse, der Präsident wurde von seinen Personenschützern in Sicherheit gebracht. Bewaffnet war der Mann mit Schrotflinte, Handfeuerwaffe und mehreren Messern. Ein Beamter des Secret Service wurde Trump zufolge von mindestens einer Kugel getroffen und durch seine Schutzweste gerettet.
Kritik an Sicherheitsvorkehrungen
Der Angreifer sei ein Feigling gewesen, der versucht habe, eine "nationale Tragödie" herbeizuführen, sagte Matthew Quinn, der stellvertretende Direktor des Secret Service, in einer Stellungnahme auf X. Der Verdächtige habe die Sicherheitsvorkehrungen des Secret Service unterschätzt. Mehrere Anwesenden hatten diese zuvor kritisiert und warfen die Frage auf, wie der Mann überhaupt so weit kommen konnte.Laut den Sicherheitsbehörden war der Täter Gast im Hilton Hotel, in dem das Dinner stattfand. Um ins Hotel zu kommen, mussten Gäste noch keine Sicherheitsschleuse passieren. Erst wenn sie in den Ballsaal wollten, wurden ihre Taschen kontrolliert und alle durch eine Schleuse geführt.
Trump: Wäre im neuen Ballsaal nicht passiert
Der Vorfall im Hilton Hotel weckte düstere Erinnerungen an einen blutigen Vorfall vor 45 Jahren. Seinerzeit wurde dort ein Attentat auf den damaligen Präsidenten Ronald Reagan verübt, das er schwer verletzt überlebte.
Auch Trump war mehrfach das Ziel von Attentatsversuchen. Im Sommer 2024 kam der damalige Präsidentschaftskandidat nur knapp mit dem Leben davon, als ein Attentäter bei einer Wahlkampfveranstaltung in Butler im Bundesstaat Pennsylvania auf ihn schoss, eine Kugel verletzte ihn leicht am Ohr. Ein Besucher starb, zwei wurden verletzt. Der Täter wurde von Sicherheitskräften getötet. (Von Jan Christoph Freybott, Franziska Spiecker und Naveena Kottoor, dpa) +++